• vom 19.07.2011, 17:34 Uhr

Sudan

Update: 20.07.2011, 09:22 Uhr
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Sudans Außenminister Karti über Abspaltung des Südsudans und die künftige Verteilung der Ölressourcen

"Nichts treibt uns in neuen Krieg"


Von Klaus Huhold

  • Sudan hofft auf bessere Beziehungen zum Westen.
  • "Es gibt nun große Chance auf Frieden in Darfur."

Karti bestreitet Vorwürfe gegen Sudans Armee in der umstrittenen Region Süd-Kordofan. - © REUTERS

Karti bestreitet Vorwürfe gegen Sudans Armee in der umstrittenen Region Süd-Kordofan. © REUTERS

"Wiener Zeitung": Nach der Abspaltung des Südsudan sind viele Fragen noch offen - etwa, wie zukünftig die Öleinnahmen aufgeteilt werden. Manche Kommentatoren fürchten einen neuen Krieg. Zu Recht?

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Ali Ahmed Karti: Nein. Wenn man auf unsere Geschichte blickt, hatten wir viele Probleme - Krieg, Flüchtlinge, unsere Ressourcen konnten wir nicht nutzen. Doch wir haben die Probleme gelöst. Ich kann versichern, dass uns nichts in einen neuen Krieg treiben wird, auch nicht die Ölressourcen. Es gibt internationale Normen und Gesetze, und wir werden sicher eine Lösung finden. Wir haben lange gewartet, während die Südsudanesen ihre Unabhängigkeit nach dem 9. Juli gefeiert haben. Nun, denke ich, werden sie Zeit für weitere Gespräche haben. Wir sind bereit, über jeden Vorschlag zu verhandeln, den die Afrikanische Union in ihrer Vermittlerrolle vorschlägt.

Was geschieht mit den Südsudanesen, die im Sudan leben?

Sie werden ihr Leben weiterleben. Nun wurden ihnen neun Monate gegeben, um zu entscheiden, ob sie im Norden bleiben oder in den Süden gehen wollen. Aber auch wer dann in den Norden zurückkehren will, ist willkommen.

Aber es gab auch Berichte, dass Südsudanesen in Zukunft keine medizinische Behandlung bekommen sollen.

Auf keinen Fall. Einzig ihre politischen Rechte könnten sie verlieren, sonst nichts.

Wie wird zukünftig mit der Scharia im Sudan verfahren, nachdem sich der großteils christliche und animistische Süden abgespalten hat?

Lassen sie mich klarstellen, dass die Scharia-Gesetze seit 1983 in Kraft sind. Als Bashir (Präsident, Anm.) 1989 die Macht übernommen hat, hat er nur willkommen geheißen, was bereits beschlossen wurde. Aber niemand, der kein Moslem ist, wird der Scharia unterworfen.

In der Region Süd-Kordofan, die an den Süden grenzt, aber zu ihrem Staat gehört, kam es zu heftigen Kämpfen. Gegen Sudans Armee gibt es schwere Vorwürfe, die von der Tötung von Zivilisten bis zu Flächenbombardements reichen.

In Süd-Kordofan hat die SPLM (politische Partei, Anm.) zu kämpfen begonnen, nachdem sie die Wahlen verloren hat. Die Armee ist dort, um die Situation zu beruhigen. Diese Vorwürfe sind nicht wahr.




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Dokument erstellt am 2011-07-19 17:44:26
Letzte Änderung am 2011-07-20 09:22:59


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