Khartum. Sudans Präsident Omar Hassan al-Bashir hat dem seit fast einem Jahr unabhängigen Nachbarn Südsudan mit Krieg gedroht. Auf einer Kundgebung in der Provinz Nordkordofan sagte Bashir: "Die Leute haben nichts gelernt, und wir werden ihnen eine letzte Lektion erteilen, und zwar mit Gewalt." "Wir werden ihnen keinen Zentimeter unseres Landes überlassen", fügte er hinzu: "Wer auch immer seine Hand nach dem Sudan ausstreckt - wir werden sie abschneiden."
Der Südsudan hat sich im vergangenen Jahr mit Billigung Bashirs abgespalten und einen eigenen Staat gebildet. Grundlage dafür ist ein Friedensvertrag von 2005. Seitdem eskalieren allerdings die Spannungen zwischen den beiden Staaten, angefacht von Gebietsstreitigkeiten, ethnischen Vorurteilen und dem Streit um die Ölreserven im Grenzgebiet.
In der vergangenen Woche besetzte der Südsudan das zwischen beiden Seiten umstrittene Ölfeld Heglig. Das Land beansprucht das Gebiet und will sich erst zurückziehen, wenn die Vereinten Nationen neutrale Truppen dort stationiert haben.
China besorgt
Bashir kündigte an, er werde Heglig zurückerobern. Damit allein werde der Konflikt aber nicht gelöst. "Heglig ist nicht das Ende, sondern der Anfang", sagt er. Am Vortag war Bashir noch weiter gegangen. Da hatte er gesagt, er werde den Südsudan von dessen Herrschern befreien. In dem Land regiert die Volksbefreiungsbewegung Sudans, die einen jahrelangen Guerillakrieg gegen die Regierung in Karthum geführt hatte.
Die Großmächte forderten beide Staaten zur Zurückhaltung auf. Sie sollten die Kämpfe einstellen und an den Verhandlungstisch zurückkehren. Auch China, einer der größten Investoren in beiden Ländern, äußerte "ernsthafte Sorge" angesichts der Spannungen und mahnte zur Ruhe.
New York/Peking. Die UNO befürchtet nach den Spannungen zwischen dem Sudan und dem Südsudan eine weitere Verschärfung des Konflikts...weiter
Die Vereinten Nationen wollen Berichten über mögliche Kriegsverbrechen und Verstöße gegen die Menschenrechte durch die Regierung des Sudan nachgehen...weiter