Wien.

Die Fahrgastzahlen seien von 35 auf 36 Prozent gestiegen, daher sollte das "zarte Pflänzchen gegossen und nicht durch Tariferhöhungen umgebracht werden", forderte der ÖVP-Planungssprecher Bernhard Dworak. Die geplante Verteuerung der Einzelfahrscheine wäre für ihn der falsche Weg: "Der Einzelfahrschein ist die Einstiegsdroge im Verkehr. Es sollte dafür nicht mehr als 1 bis 1,50 Euro verlangt werden." Dadurch könne man den Anreiz erhöhen, zugunsten der öffentlichen Verkehrsmittel auf das Privatfahrzeug zu verzichten, erklärte Dworaks Pressesprecher den Drogenvergleich später. Der Preis von derzeit 449 Euro für eine Jahreskarte solle nicht verändert oder geringfügig reduziert werden, verlangt die ÖVP Wien.
Flexible Tarifstruktur brächte Einsparungen
Der ÖVP-Planungssprecher ist überzeugt, dass bei der Umstellung auf ein modernes und flexibles Tarifsystem gänzlich auf Preiserhöhungen verzichtet werden könnte. Folgende Ideen regt die ÖVP zur Umsetzung an: flexible Monatsabrechnungen, übertragbare Jahreskarten, einen Vielfahrerbonus für Jahreskartenbesitzer, ein App zum Fahrscheinkauf, ein neues "Park&Ride-Ticket" und ein "Job-Ticket" - ein Pendant zu den vergünstigten Studenten-Semesterkarten.
Die Finanzierung dieser kostspieligen Forderungen ließ Dworak nicht offen: Die Wiener Linien hätten ein Einsparungspotenzial von 13 Prozent - dies sei durch Produktivitätssteigerungen zu erreichen. Konkret solle die Arbeitszeit des Personals erhöht werden: "A bisserl was geht immer, sagt man doch in Wien", schmunzelte Dworak.