
Wien. Die rot-grüne Stadtregierung hat sich nach langem Tauziehen auf eine Tarifreform geeinigt. Die Jahreskarte wird billiger und kostet künftig 365 statt bisher 449 Euro - bei Sofortzahlung. Bei monatlicher Abbuchung kommt sie auf 375 Euro. Etwas billiger wird auch der Monatsfahrschein. Er beläuft sich auf künftig 45 statt 49,50 Euro. Teurer werden allerdings Kurzfahrscheine: Der Einzelfahrschein wird von 1,80 auf 2 Euro angehoben. Die Wochenkarte kommt in Hinkunft auf 15 statt 14 Euro.
Das haben Bürgermeister Michael Häupl, Vizebürgermeisterin Renate Brauner (beide S) und ihre grüne Amtskollegin Maria Vassilakou am Dienstag in der Bürgermeister-Pressekonferenz im Rathaus mitgeteilt. Häupl sprach von einem "ökologischen Grund", wonach noch mehr Menschen mit den Öffis fahren sollten. Angestrebt werde eine Anhebung des Öffi-Anteils von 40 Prozent am Gesamtverkehrsaufkommen.
Gültig sind die neuen Tickettarife ab 1. Mai 2012. Mit dem Preis von 365 Euro für die Jahreskarte haben die Grünen ihr Verhandlungsziel letztendlich doch noch erreicht. Sie traten bis zuletzt für eine Senkung der Dauernetzkarte um 84 Euro ein.
Die Vergünstigungen bei den Wiener Öffis werden sich deutlich im Budget der Wiener Linien bemerkbar machen. Laut Vizebürgermeisterin Brauner - sie ist auch für die Verkehrsbetriebe verantwortlich - wird die Reform aktuellen Schätzungen zufolge 25 bis 30 Mio. Euro an Zusatzkosten verursachen. Die Investitionskraft der Wiener Linien bleibe aber erhalten, es gebe zudem keine Qualitäts- und Leistungseinschränkungen, versicherte sie. Allerdings wird es künftig regelmäßig Preiserhöhungen geben. Die Tarife werden nämlich nach einem noch zu fixierenden Index angepasst. Schwarzfahrer müssen zudem deutlich tiefer in die Tasche greifen. Werden sie erwischt, kostet die Strafgebühr dann 100 statt bisher 70 Euro.