• vom 11.11.2013, 18:33 Uhr

TTIP

Update: 03.02.2014, 15:37 Uhr

EU

Großer Streitpunkt Gentechnik




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Angst vor Einzug von Gen-Lebensmitteln durch die Hintertür.

DNA-Veränderungen als Zankapfel. - © epa

DNA-Veränderungen als Zankapfel. © epa

Wien. (aum) Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) sind Standard in den USA. 88 Prozent des dort angebauten Mais und 94 Prozent der Sojabohnen sind genmanipuliert. In der EU hingegen gelten die strengsten Vorschriften weltweit, die von einzelnen Mitgliedstaaten noch verschärft werden. Vergebens versucht der größte GVO-Produzent, Monsanto, im großen Stil in die EU einzudringen. Kritiker fürchten nun, dass die strengen Vorschriften durch das Freihandelsabkommen gefährdet sind.

Doch auch in den USA regt sich Widerstand gegen die GVO. Monsanto hat 40 Millionen Dollar dafür ausgegeben, ein Gesetz in Kalifornien zu verhindern, das eine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel vorsah, die GVO enthalten. Während es in den USA auch GVO-Kritiker gibt, gibt es auch in Europa Befürworter. "Es ist traurig zu sehen, wie mit dem Thema umgegangen wird, denn für eine Ablehnung gibt es überhaupt keinen Grund", sagt Pelkmans. "In den USA hat man das Gefühl, dass es bei unseren Regelungen nicht um das geht, was wissenschaftlich belegbar ist." Eine Sichtweise, die die EU-Kommission offenbar teilt. In einem ihrer Positionspapiere heißt es: "Gesundheitspolitische und pflanzenschutzrechtliche Maßnahmen dürfen nur in dem Ausmaß getroffen werden, in dem sie das Leben und die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen schützen - vor allem dann, wenn die wissenschaftliche Beweislage nicht ausreichend ist." Zudem solle "eine Überprüfung der Maßnahmen innerhalb eines angemessenen Zeitraums" stattfinden.


Der ehemalige EU-Agrarkommissar und Präsident des Europäischen Forums Alpbach, Franz Fischler, sieht den Anbau von GVO grundsätzlich nicht so dramatisch. Die Kommission stelle es den einzelnen Mitgliedstaaten schon jetzt frei, den Anbau von GVO zuzulassen. Die Verseuchungsgefahr angrenzender Gebiete sei begrenzt. Dass Pollen über tausende Kilometer wanderten, sei ein Märchen.

Allerdings müsse man bei dem Thema differenzieren. "Die meisten Sorten, die in Europa zugelassen sind, sind nicht für den Anbau zugelassen. Es geht darum, Produkte zuzulassen, die GVO enthalten." Dabei handle es sich zum Beispiel um Futtermittel. "Von dem Soja, das in Österreich verfüttert wird, handelt es sich zu 90 Prozent um gentechnisch verändertes Soja", so Fischler.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2013-11-11 21:14:02
Letzte nderung am 2014-02-03 15:37:50



Freihandelsabkommen

Zwischen "reizvoller" wirtschaftlicher Dynamik und böser Vorahnung wegen der Informationssperre

Wien/Brüssel. (vee/wak) Die EU verhandelt derzeit über ein Abkommen zum Abbau von Zollschranken und "Handelshemmnissen" mit den USA - das... weiter




EU

TTIP: Geschlossene Gesellschaft

Washington/Brüssel/Wien. Auf Ignacio Garcia Bercero, EU-Chefverhandler für das Transatlantische Freihandels- und Investitionsabkommen TTIP... weiter




EU

Großer Streitpunkt Gentechnik

DNA-Veränderungen als Zankapfel. - © epa Wien. (aum) Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) sind Standard in den USA. 88 Prozent des dort angebauten Mais und 94 Prozent der Sojabohnen sind... weiter




Freihandelsabkommen

Hintergrund: Freihandelszonen

Berlin. In einer Freihandelszone vereinigen sich mehrere Staaten zu einem einheitlichen Zollgebiet. Der Wegfall von Zöllen und Handelsrestriktionen... weiter




Medien

Der Preis der Freiheit

Mehr Mainstream für Barroso, hier vor dem Hotel Carlton, Cannes, 2008: US-Großproduktionen gehören dort zum Geschäft. - © epa "Unsere europäischen Filme haben alle einen Nährboden, regionalen oder nationalen, und das macht auch das europäische Kino aus... weiter





Werbung



Twitter Wall


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Niki-Slots bleiben vorerst aufrecht
  2. Kern will "Arbeitsplätze retten"
  3. Auch Nationalbank sieht Bund weiter Schulden machen
  4. Dicke und kleine Fische
  5. Selbstversuch im Bitcoin-Fieber
Meistkommentiert
  1. Kern will "Arbeitsplätze retten"
  2. Im Teufelskreis
  3. Chinas nächster Coup?
  4. Vorwürfe gegen BMW werden geprüft
  5. Wieder Ablehnungsantrag gegen Buwog-Richterin



Werbung


Werbung