• vom 10.08.2016, 09:12 Uhr

TTIP

Update: 10.08.2016, 19:15 Uhr

Freihandelsabkommen

Zweifel an TTIP-Einigung werden größer




  • Artikel
  • Kommentare (6)
  • Lesenswert (5)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA, Reuters

  • Grundsätzliche Auffassungsunterschiede in zentralen Fragen.

Berlin. Die Experten des deutschen Wirtschaftsministers Sigmar Gabriel halten eine Einigung zwischen der EU und der US-Regierung auf das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP für fraglich. Nach 14 Verhandlungsrunden gebe es immer noch "grundsätzliche Auffassungsunterschiede" in zentralen Fragen, zitierte das Handelsblatt am Mittwoch aus einem internen Gutachten aus dem deutschen Wirtschaftsministerium.

Bisher gebe es lediglich "schriftliche Angebote" der beiden Seiten, die "noch keine Aussagekraft für die Möglichkeiten der inhaltlichen Verständigung" hätten. Als größte Hürde für eine Verständigung werde die Weigerung der US-Seite gesehen, europäischen Firmen ungehinderten Zugang zu öffentlichen Aufträgen in den USA zu geben.

Wenig Zuversicht

Gabriel hatte erklärt, nach dem Ende der 14. Verhandlungsrunde Mitte Juli werde man klarer abschätzen können, ob es für TTIP noch Chancen gibt. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama haben zwar wiederholt den Willen bekundet, noch in der Amtszeit Obamas eine Verständigung über die Grundzüge des Abkommens zu erreichen.

Diese Zuversicht hatte Gabriel allerdings schon länger nicht mehr geteilt. Nun heißt es in der Bestandsaufnahme: "Bislang gibt es in keinem der 27 bis 30 Kapitel, die das TTIP-Abkommen umfassen könnte, eine Verständigung in der Sache."

Die Chancen, dass eine Einigung nach Obamas Präsidentschaft gelingen könnte, sehr skeptisch beurteilt. Beide Kandidaten, Donald Trump und Hillary Clinton, hatten sich zuletzt kritisch zu Freihandelsabkommen geäußert. Von daher sei "unklar und nicht abzusehen", welche Bedeutung dieses Thema für die nächste US-Präsidentschaft haben werde, zitiert die Zeitung das Gutachten. Die Amerikaner entscheiden im November über die Nachfolge von Obama, der nach zwei Amtszeiten bei der Wahl nicht erneut antreten darf.





6 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-08-10 09:16:43
Letzte nderung am 2016-08-10 19:15:39



Freihandelsabkommen

Zwischen "reizvoller" wirtschaftlicher Dynamik und böser Vorahnung wegen der Informationssperre

Wien/Brüssel. (vee/wak) Die EU verhandelt derzeit über ein Abkommen zum Abbau von Zollschranken und "Handelshemmnissen" mit den USA - das... weiter




EU

TTIP: Geschlossene Gesellschaft

Washington/Brüssel/Wien. Auf Ignacio Garcia Bercero, EU-Chefverhandler für das Transatlantische Freihandels- und Investitionsabkommen TTIP... weiter




EU

Großer Streitpunkt Gentechnik

DNA-Veränderungen als Zankapfel. - © epa Wien. (aum) Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) sind Standard in den USA. 88 Prozent des dort angebauten Mais und 94 Prozent der Sojabohnen sind... weiter




Freihandelsabkommen

Hintergrund: Freihandelszonen

Berlin. In einer Freihandelszone vereinigen sich mehrere Staaten zu einem einheitlichen Zollgebiet. Der Wegfall von Zöllen und Handelsrestriktionen... weiter




Medien

Der Preis der Freiheit

Mehr Mainstream für Barroso, hier vor dem Hotel Carlton, Cannes, 2008: US-Großproduktionen gehören dort zum Geschäft. - © epa "Unsere europäischen Filme haben alle einen Nährboden, regionalen oder nationalen, und das macht auch das europäische Kino aus... weiter





Werbung



Twitter Wall


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Chinas nächster Coup?
  2. Lufthansa lässt Niki-Deal platzen
  3. Gericht verbietet Lufthansa "Austro"-Aufschlag
  4. Selbstversuch im Bitcoin-Fieber
  5. Russische Gasexporte nach Südeuropa gestört
Meistkommentiert
  1. Trendwende am Arbeitsmarkt
  2. Im Teufelskreis
  3. Selbstversuch im Bitcoin-Fieber
  4. Die Furcht vor Trumps Grollen gegen die WTO
  5. Waffenverkäufe nehmen weltweit zu



Werbung


Werbung