Dossier
Fahrten durch den Untergrund

Was Sie schon immer über U-Bahnen wissen wollten, enthüllt die interaktive Grafik. Einfach mit der Maus die Knotenpunkte ansteuern, schon gehen die Wissensfenster auf wie Geistesblitze!



  • vom 20.02.2015, 11:41 Uhr

U-Bahn

Update: 20.02.2015, 18:42 Uhr

Eine Flugbegleiterin für die U3




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Von Edit Rainsborough

  • Aus der Luft in den Untergrund - die Geschichte eines Jobwechsel.

Wenn man selbst die erste U-Bahn fährt, kann man nicht mit der U-Bahn zur Arbeit fahren. - © WZ Online / Simon Rainsborogh

Wenn man selbst die erste U-Bahn fährt, kann man nicht mit der U-Bahn zur Arbeit fahren. © WZ Online / Simon Rainsborogh

Wien. Früher sind in Aspern Flugzeuge gelandet. Heute kommt man auch mit der U-Bahn dorthin. Anna-Maria Vukan hat die schicken Uniformen privater Fluglinien gegen die weniger schicke, dafür aber bequeme der Wiener Linien getauscht.

Als der ehemaligen Stewardess das Vielfliegen an die Substanz ging, schlug ihre Mutter ihr vor, zu den Wiener Linien zu gehen, denn "da tragen sie auch Uniformen". An ihrem gekonnt gebundenen Halstuch erkennt man noch immer die Flugbegleiterin. Und eigentlich wollte sie ja auch nicht so lange bleiben, doch "die Kollegen sind super und wir haben viel Spaß zusammen", erzählt sie. Seit sechs Jahren fährt sie nun im Schichtbetrieb zwischen Simmering und Ottakring oder zwischen Karlsplatz und Seestadt.


Anna-Maria Vukan mag ihre Arbeit. "Weil hier niemand hinter mir steht, der mir ständig sagt, wie ich meinen Job machen muss." Das weiß sie ohnehin. "Am Anfang war das sehr anstrengend, und in den Stationen muss man schon sehr Acht geben, wegen der vielen Leute." Sie fährt besonders gerne nachts, denn "da sind die Leute lustiger und feiern. Die Zeit vergeht auch viel schneller." Dann ist es ein bisschen wie in New York, wo U-Bahn-Fahren eine Attraktion ist. "Dort ist alles erlaubt. Die Leute singen und tanzen und die Polizei steht daneben und tut nichts", erzählt sie lachend. "Aber in Wien ist die U-Bahn viel sauberer." Das mag sie gern. Wie auch die U-Bahn in Barcelona. "Es ist ein riesiges Netz und ein großer Unterschied zu Wien, weil sich dort manche Linien teilen."

Bus- oder Straßenbahnfahrerin werden, das wollte sie nie. Das ist der bodenständigen jungen Frau viel zu stressig. "Einfach zu viel Verkehr", sagt sie. Auch wenn sie gerne Auto fährt. Und das muss sie dann auch des Öfteren, denn wenn man als Fahrerin die erste U-Bahn steuert, kann man eben nicht mit der U-Bahn zur Arbeit fahren.

Für heute ist der Dienst von Anna-Maria Vukan bald vorbei. Begonnen hat sie um 4.57 Uhr in Ottakring. Sie ist mittlerweile mit drei Pausen 14 Mal zwischen den Endstationen hin und her gefahren und hat neben den Fahrgästen auch die Dienstpost für die einzelnen Stationen befördert und Gefundenes nach Erdberg gebracht. "Manchmal ist die U-Bahn bummvoll mit Funden", erzählt sie, "am häufigsten vergessen die Menschen ihre Weihnachtseinkäufe im Zug. Und lachen Sie jetzt nicht, als ich unlängst in New York war, habe ich selbst zwei Sackerln mit Einkäufen liegen gelassen."

Ganz sanft und vorsichtig fährt Anna-Maria Vukan in die Station ein. Ihre Hand stets am Bremshebel, den sie sachte nach hinten zieht. "So habe ich es von meinem Fahrlehrer damals gelernt. Er war ein sanfter und ruhiger Mensch." Vor der Abfertigung des Zuges dann noch ein Blick in den Spiegel. Es kann weitergehen.



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Dokument erstellt am 2015-02-20 11:41:37
Letzte nderung am 2015-02-20 18:42:43



Auf in den Untergrund


Wiener Journal (pdf): Im Untergrund. Ein Heft über U-Bahnen - zum Download!
  • Das Wachstum der Wiener U-Bahn
  • Streifzüge durch die Unterwelt
  • Ein Filmessay über U-Bahnen
  • Vom Himmel unter die Erde: Ein Jobwechsel



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