Wahsington. Unter dem Motto "Vorwärts" hat US-Präsident Barack Obama offiziell den Kampf um seine Wiederwahl eingeläutet. Sechs Monate vor der Präsidentenwahl am 6. November rief er in einer kämpferischen Rede in Columbus (US-Staat Ohio) dazu auf, alles zu tun, damit die Uhren für Amerika nicht zurückgestellt würden. "Dies ist keine übliche Wahl", rief Obama vor Tausenden jubelnden Anhängern. "Dies ist eine Wahl, in der es um Alles oder Nichts für die Mittelklasse geht."
Gleich zum Wahlkampfauftakt nahm Obama seinen Herausforderer Mitt Romney ins Visier. Der Republikaner habe die "falschen Lehren" als Unternehmenschef gelernt und würde daher nie die Mittelschicht unterstützen. "Er glaubt ernsthaft, wenn Chefs und wohlhabende Investoren wie er Geld verdienen, auch der Rest von uns automatisch in Wohlstand lebt", sagte Obama über den Romney.
Sein Herausforderer missverstehe die Herausforderungen, mit denen die USA derzeit kämpften. Nur darum schlage er vor, Steuern für Reiche und Schlüsselinvestitionen zu kürzen. Der Demokrat - der nur ein Hemd, keine Krawatte oder ein Sakko trug - betonte vor rund 14.000 begeisterten Anhängern, bisher hätten größere Unternehmensgewinne nicht zu besseren Jobs geführt. Käme Romney ins Weiße Haus, dann würden die USA zurück in die Finanzkrise und eine Rezession rutschen.
Bemühungen um neuen Rückenwind
Offiziell hatte der Präsident vor einem Jahr in Chicago angekündigt, für eine zweite Amtszeit zu kandidieren. Bei seinem Wahlsieg 2008 hatte er die Amerikaner auf großen Veranstaltungen im gesamten Land hinter sich gebracht. Nun hofft Obama, diesen Rückenwind erneut entfachen zu können. In den kommenden Monaten sollen weitere Kundgebungen folgen, vor allem in den sogenannten Swing-States - US-Staaten mit wechselnden Wählermehrheiten wie Florida. Bereits in Ohio und auf einer späteren Wahlveranstaltung in Richmond konzentrierte sich Obama darauf, sein Profil zu schärfen. Das Wort "Forward" (Vorwärts) stand dabei im Mittelpunkt: "Wir bringen dieses Land vorwärts."
Als neuer Kontrahent Obamas brachte sich übrigens Gary Johnson ins Spiel: Der Ex-Gouverneur New Mexikos tritt bei den US-Präsidentschaftswahlen für die Libertarians an. Auf dem Parteitag stimmten 70 Prozent der Delegierten für den 59-jährigen Bauunternehmer, wie Libertarian-Parteisprecher Stephen Gordon mitteilte. Ursprünglich wollte Johnson für die Republikaner antreten, die höchstwahrscheinlich allerdings Romney ins Rennen schicken. Johnson will die Staatsausgaben drastisch kürzen und strebt ein ausgeglichenes Budget bis 2013 an. Zugleich befürwortet der Selfmade-Millionär und Triathlet die Legalisierung von Marihuana.
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