• vom 27.07.2012, 18:52 Uhr

US-Wahl

Update: 27.07.2012, 19:21 Uhr
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US-Präsidentschaftswerber mit Fehlstart in London

Romney droht Iran mit Militärschlag



  • Atomwaffen seien "größte Gefahr für die Welt".
  • Amerika schmunzelt über so viel Tollpatschigkeit.

Es gibt eine Grundregel für Politiker bei Auslandsreisen: Immer freundlich sein zum Gastland. Kritische Bemerkung runterschlucken. Nie ohne triftigen Grund öffentliche Kritik anbringen. Warum Mitt Romney, der Herausforderer von Präsident Barack Obama, diese Regel bereits zum Auftakt seiner Europa- und Israelreise sträflich vernachlässigt hat, ist vielen ein Rätsel.

Es gibt eine Grundregel für Politiker bei Auslandsreisen: Immer freundlich sein zum Gastland. Kritische Bemerkung runterschlucken. Nie ohne triftigen Grund öffentliche Kritik anbringen. Warum Mitt Romney, der Herausforderer von Präsident Barack Obama, diese Regel bereits zum Auftakt seiner Europa- und Israelreise sträflich vernachlässigt hat, ist vielen ein Rätsel.APAweb/Reuters Es gibt eine Grundregel für Politiker bei Auslandsreisen: Immer freundlich sein zum Gastland. Kritische Bemerkung runterschlucken. Nie ohne triftigen Grund öffentliche Kritik anbringen. Warum Mitt Romney, der Herausforderer von Präsident Barack Obama, diese Regel bereits zum Auftakt seiner Europa- und Israelreise sträflich vernachlässigt hat, ist vielen ein Rätsel.APAweb/Reuters

Washington. Es gibt eine Grundregel für Politiker bei Auslandsreisen: Immer freundlich sein zum Gastland. Kritische Bemerkung runterschlucken. Nie ohne triftigen Grund öffentliche Kritik anbringen. Warum Mitt Romney, der Herausforderer von Präsident Barack Obama, diese Regel bereits zum Auftakt seiner Europa- und Israelreise sträflich vernachlässigt hat, ist vielen ein Rätsel. Dabei hat Romneys Reise vor allem einen Zweck - das außenpolitisch Greenhorn will sich als "parkettfähiger" Staatsmann darstellen.

Kaum war er in London gelandet, schon trat der Multimillionär und ehemalige Privat-Equity-Mann Romney ins Fettnäpfchen. Und das ausgerechnet beim sonst eher völkerverbindenden Thema Olympia. Es sei "schwer zu sagen, wie gut es werden wird", verriet er dem TV-Sender NBC. Es gebe "beunruhigende Zeichen", ob Großbritannien in der Lage sei, ein Ereignis dieser Größenordnung auszurichten.


Was sollte das?
Ganz Amerika fragt sich: Was sollte das? Warum Frontal-Kritik am treuesten Verbündeten der USA - und das einen Tag vor der Eröffnung der Spiele?

Mitt Romney will sein außenpolitisches Profil schärfen und wetzt schon mal die Messer.

Mitt Romney will sein außenpolitisches Profil schärfen und wetzt schon mal die Messer.APAweb/epa/Neil Munns Mitt Romney will sein außenpolitisches Profil schärfen und wetzt schon mal die Messer.APAweb/epa/Neil Munns

Wollte Romney etwa nur auf seine ehemaligen Glanztaten hinweisen? Schließlich hatte er 2002 maßgeblich die Olympischen Winterspiele in Salt Lake City organisiert. Romney selbst führt das immer wieder gerne im Wahlkampf an - als Beweis, wie gut er organisieren und mit Geld umgehen kann.

Besonders streng urteilte die "Washington Post" über den Fehltritt. "Der republikanische Präsidentschaftskandidat beleidigt Großbritannien", schrieb sie am Freitag.


"Not amused"
Kein Wunder, dass das Gastland "not amused" auf so viel amerikanische Hemdsärmeligkeit reagierte. Britisch kühl, doch mehr als deutlich kanzelte Premierminister David Cameron die Bemerkungen ab: "Natürlich ist es einfacher, wenn man Olympische Spiele am Ende der Welt abhält." Plötzlich stand Romney, der Held von Salt Lake City, wie ein Hinterwälder dar.

Geradezu genüsslich ließen US-Sender am Freitag eine weitaus emotionalere britische Reaktion Revue immer wieder passieren - die Reaktion von Londons Bürgermeister Boris Johnson. Mit heiserer Stimme und sichtlich aufgeregt ließ sich der Bürgermeister aus. "Ich höre, da gibt es einen Typen namens Mitt Romney, der wissen will, ob wir bereit sind", empört sich Johnson - und macht dabei ein Gesicht, als habe er auf eine Zitrone gebissen. "Sind wir bereit? Sind wir bereit? Ja, wir sind es."


Heimspiel wurde zu Fehlstart
Dabei galt gerade der Besuch in London quasi als Heimspiel für Romney. Die weiteren Stationen seiner Reise dürften wesentlich heikler werden. Israel. Aber auch Polen. Es heißt, in Warschau wolle Romney, der sich bisher als außenpolitischer Hardliner präsentierte, ein paar saftige Bemerkungen in Richtung Russland abfeuern.

Wenn das nicht nach hinten losgeht. Vor einiger Zeit hatte er noch Russland als "unseren geopolitischer Feind Nummer eins" gebrandmarkt. Das war selbst Parteifreunden und Konservativen etwas zu stark. "Come on Mitt", soll Ex-Außenminister Colin Powell gesagt haben. "So ist das doch gar nicht."




Schlagwörter

US-Wahl, Mitt Romney, Atomstreit, Iran

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-27 13:53:42
Letzte Änderung am 2012-07-27 19:21:40


Mit Cofetti-Regen wurde der Wahlsieg von Barack Obama gefeiert.

Colorado: 9 Wahlmänner - Obama konnte 2008 in dem traditionell republikanisch wählenden Staat überraschend gewinnen. Die Ablehnung der von Washington verordneten Politik trifft zwar Obama stärker als Romney, doch ist die Stimmung eher von Diskussionen über das kleinere Übel denn von Enthusiasmus für einen Kandidaten geprägt. In den Meinungsumfragen liegen die Kandidaten abwechselnd in Führung. Viele Wähler wollen noch überzeugt werden.

Nicht nur Barack Obama und Mitt Romney wollen ins Weiße Haus. Die Grand Old Party hofft auf einen zugkräftigen Herausforderer Obamas. Bis dahin wirbt sie mit etwas angestaubter Grafik.

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President Barack Obama's Inaugural Address 2013

Obama Inauguration - apaWeb / Reuters Vice President Biden, Mr. Chief Justice, members of the United States Congress, distinguished guests, and fellow citizens: Each time we gather to... weiter




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Präsidentschaftswahl in den USA 2012

US Wahlmänner 2012 - Gage - Creative Commons Bei der Wahl am 6. November 2012 traten der amtierende Präsident und Vizepräsident, Barack Obama und Joe Biden, für die Demokraten an... weiter



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