• vom 04.09.2012, 08:24 Uhr

US-Wahl

Update: 04.09.2012, 08:37 Uhr
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Parteitag der Demokraten beginnt in Charlotte

Obama will Begeisterung neu entfachen



  • US-Präsident muss die Attacken der Republikaner abwehren.

Die Fans von US-Präsident Barack Obama haben sich in Charlotte eingefunden. Beim Parteitag der Demokraten will Obama die Bevölkerung überzeugen. - APAweb / Reuters, Jessica Rinaldi

Die Fans von US-Präsident Barack Obama haben sich in Charlotte eingefunden. Beim Parteitag der Demokraten will Obama die Bevölkerung überzeugen. APAweb / Reuters, Jessica Rinaldi

Charlotte. Nach dem Nominierungsparteitag der US-Republikaner in der vergangenen Woche kommen ab dem heutigen Dienstag die Demokraten von Präsident Barack Obama in Charlotte im Staat North Carolina zusammen. Seine Rede am Donnerstag ist der Höhepunkt der Veranstaltung, mit der sich der Amtsinhaber in Umfragen wieder vor seinen Herausforderer Mitt Romney schieben will. Einer Reuters/Ipsos-Befragung zufolge liegen beide Politiker in der Gunst der Wähler gleichauf bei 45 Prozent. Obamas eigentliche Ernennung zum Kandidaten der Demokraten am Mittwoch ist Formsache.

Im Gegensatz zu dem Parteitag vor vier Jahren wird man in Charlotte vergeblich nach den einprägsamen Wahlsprüchen wie "hope and change" - "Hoffnung und Wandel" - suchen. Auch demokratischen Beratern ist klar, dass von der unbändigen Begeisterung damals nicht viel übrig geblieben ist.

Obama muss verteidigen

Obama muss vielmehr Attacken der Republikaner abwehren, die die Bürger immer wieder fragen, ob die Lage des Landes besser sei als vor vier Jahren. Er kämpft zudem gegen die Statistik: Seit dem Zweiten Weltkrieg ist kein US-Präsident bei einer Arbeitslosigkeit von mehr als acht Prozent wiedergewählt worden, im Moment steht sie bei 8,3 Prozent. Am Freitag erscheinen die neusten Jobdaten, an denen sich Obama erneut messen lassen muss.

Obama muss die unabhängigen Wähler auf seine Seite ziehen, die der Reuters/Ipsos-Umfrage zufolge bisher mit 33 zu 28 Prozent auf Romneys Seite sind. Schließlich steht er vor der Herausforderung, die 74.000 Sitze im Stadion der Football-Mannschaft Carolina Panthers zu füllen, wo er seine Rede halten will. Die Demokraten erwarten nach eigenen Angaben mindestens 35.000 Besucher und Hunderte Journalisten aus aller Welt. Mehr als 80 Redner sollen auf der Bühne der Sportarena im Herzen der Südstaaten-Stadt für Obama werben.

Konkretere Vorschläge als Romney

Berater des Präsidenten haben angekündigt, dass er den Wählern sehr viel konkretere Vorschläge unterbreiten wird als die Republikaner es taten. Dass Romney keine Blaupause für seine Wirtschaftspolitik vorlegte, wird unter Demokraten als Fehler gesehen. Obama dürfte betonen, dass er das Wirtschaftswachstum "von unten" anregen will mit Hilfen für die Mittelschicht. Der Krieg in Afghanistan, den Obama beenden will, und die Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden im Vorjahr dürften ebenfalls eine prominente Rolle spielen.

Zudem sollen zahlreiche weibliche Redner den Vorsprung vor den Republikanern bei amerikanischen Frauen ausbauen. Erwartet werden unter anderem die Schauspielerin Eva Longoria von "Desperate Housewives", die ehemaligen Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, und First Lady Michelle Obama. Am Mittwoch soll Ex-Präsident Bill Clinton (1993-2001) auftreten - auch auf das Risiko hin, dass seine Ansprache Obamas Rede in den Schatten stellen könnte. Auch eine Videozuschaltung des Ex-Präsidenten Jimmy Carter (1977-81) ist geplant.

Debatten folgen im Oktober

Nach der dreitägigen Convention mit rund 6.000 Delegierten sind die nächsten wichtigen Termine im US-Wahlkampf drei Debatten zwischen Obama und Romney im Oktober. Die Wahl selbst findet am 6. November statt.

Für Empörung am Rande des Parteitags sorgte Chef der Demokraten in Kalifornien mit einem Nazi-Vergleich: John Burton verglich die Republikaner einem Bericht des "San Francisco Chronicle" zufolge mit Adolf Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels. "Sie lügen und ihnen ist es egal, wenn die Leute glauben, dass sie lügen... Joseph Goebbels, es ist die große Lüge", sagte der Politiker  bei einem Frühstück der kalifornischen Delegation. Der Verband jüdischer Republikaner verurteilte die Bemerkung, später bot Burton eine Entschuldigung an. Er habe die Republikaner nicht mit "Nazis" verglichen. Dieses Wort sei nicht gefallen. Ein Sprecher von Obama, die Äußerung des Demokraten aus Kalifornien stehe "nicht für die Haltung" des Wahlkampfteams.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-04 08:31:53
Letzte Änderung am 2012-09-04 08:37:53


Mit Cofetti-Regen wurde der Wahlsieg von Barack Obama gefeiert.

Colorado: 9 Wahlmänner - Obama konnte 2008 in dem traditionell republikanisch wählenden Staat überraschend gewinnen. Die Ablehnung der von Washington verordneten Politik trifft zwar Obama stärker als Romney, doch ist die Stimmung eher von Diskussionen über das kleinere Übel denn von Enthusiasmus für einen Kandidaten geprägt. In den Meinungsumfragen liegen die Kandidaten abwechselnd in Führung. Viele Wähler wollen noch überzeugt werden.

Nicht nur Barack Obama und Mitt Romney wollen ins Weiße Haus. Die Grand Old Party hofft auf einen zugkräftigen Herausforderer Obamas. Bis dahin wirbt sie mit etwas angestaubter Grafik.

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