• vom 18.09.2012, 09:18 Uhr

US-Wahl

Update: 18.09.2012, 15:50 Uhr
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Heimlich aufgenommenes Video

Romney beschimpft Obama-Wähler



  • "Die Leute glauben, dass sie Opfer sind."

Romney mag Obamas Wähler nicht nur, er verachtet sie geradezu. - APAweb / Reuters / Jim Young

Romney mag Obamas Wähler nicht nur, er verachtet sie geradezu. APAweb / Reuters / Jim Young

Washington. Ein heimlich gedrehtes Video bringt US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney in Bedrängnis. In einer im Internet veröffentlichten Aufnahme zieht der Multimillionär während einer Wahlkampf-Spendenaktion massiv über die Anhänger von Amtsinhaber Barack Obama her. "Es sind 47 Prozent, die zu ihm (Obama) halten, die abhängig sind von der Regierung, die sich als Opfer sehen und die glauben, dass die Regierung sich um sie kümmern muss", sagt Romney in dem mit versteckter Kamera gedrehten Mitschnitt abfällig.

"Es ist nicht mein Job, mir über diese Leute den Kopf zu zerbrechen", sagt Romney an einer Stelle über die Anhänger Obamas. "Ich werde sie nie davon überzeugen, dass sie selbst Verantwortung übernehmen und sich um ihr Leben kümmern sollten." Er müsse sich vielmehr um die "fünf bis zehn Prozent" der Wähler in der Mitte Gedanken machen, die sich noch nicht auf einen Kandidaten für den Urnengang am 6. November festgelegt hätten.

Romney als elitärer Superreicher

Dem Obama-Lager liefert die Aufnahme eine Steilvorlage - versuchen die Strategen des Präsidenten doch, Romney als elitären Superreichen anzuprangern, der die Sorgen und Nöte der Amerikaner in Zeiten der Wirtschaftskrise und hoher Arbeitslosigkeit nicht versteht. Romney setzte eiligst eine Pressekonferenz an, hielt dabei aber grundsätzlich an seinen in dem Video gemachten Kommentaren fest. "Lassen Sie mich mal so sagen: Es handelt sich nicht um eine elegante Äußerung", sagte er. Er wisse allerdings nicht, wie er sich in dem gegebenen Umfeld hätte anders ausdrücken sollen. "Der Präsident hat seine Gruppe, und ich habe meine Gruppe". Seine Spender wollten wissen, welche Chancen er habe, die Wähler auf seine Seite zu ziehen. "Darauf war meine Aussage gerichtet."

"47 Prozent der Amerikaner zahlen keine Steuern"

An einer anderen Stelle in dem Film, den das linksgerichtete US-Magazin "Mother Jones" am Montag auf seine Website stellte, behauptet Romney: "47 Prozent der Amerikaner zahlen keine Steuern." Der vermögende Ex-Gouverneur von Massachusetts und Mitbegründer der Beteiligungsgesellschaft Bain Capital steht aber selbst unter Kritik, nicht transparent genug über seine Steuerzahlungen Auskunft zu geben und von Steuervorteilen zu profitieren, in deren Genuss vor allem Wohlhabende kommen.

"Es ist schockierend, dass ein US-Präsidentschaftskandidat hinter verschlossenen Türen vor einer Gruppe wohlhabender Spender erklärt, die Hälfte des amerikanischen Volks sehe sich als Opfer", erklärte Obamas Wahlkampfleiter Jim Messina. "Es ist schwierig, als Präsident aller Amerikaner zu dienen, wenn man verächtlich die Hälfte der Nation abgeschrieben hat." Romney sagte, natürlich wolle er "allen Amerikanern helfen, eine strahlende und ertragreiche Zukunft zu haben". Er sei überzeugt, dass Obama dies nicht leiste.

In der jüngsten Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters und des Meinungsforschungsinstituts Ipsos liegt Romney fünf Punkte hinter Obama. Seine Kampagne steht auch unter Druck, weil es Medienberichten zufolge im Romney-Lager hinter den Kulissen Streit geben soll.


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Schlagwörter

Mitt Romney, Wahlkampf, Staat, USA

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-18 09:18:41
Letzte Änderung am 2012-09-18 15:50:06


Mit Cofetti-Regen wurde der Wahlsieg von Barack Obama gefeiert.

Colorado: 9 Wahlmänner - Obama konnte 2008 in dem traditionell republikanisch wählenden Staat überraschend gewinnen. Die Ablehnung der von Washington verordneten Politik trifft zwar Obama stärker als Romney, doch ist die Stimmung eher von Diskussionen über das kleinere Übel denn von Enthusiasmus für einen Kandidaten geprägt. In den Meinungsumfragen liegen die Kandidaten abwechselnd in Führung. Viele Wähler wollen noch überzeugt werden.

Nicht nur Barack Obama und Mitt Romney wollen ins Weiße Haus. Die Grand Old Party hofft auf einen zugkräftigen Herausforderer Obamas. Bis dahin wirbt sie mit etwas angestaubter Grafik.

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