• vom 23.09.2012, 09:33 Uhr

US-Wahl

Update: 23.09.2012, 09:44 Uhr
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Der Republikaner Romney ist für viele US-Bürger nicht mehr wählbar

"Wir sind die 47 Prozent"


Von Anne K. Walters/dpa

  • Obama kann in den Swing States zulegen.

In Woodbridge, Virgina, konnte US-Präsident Barack Obama seine Anhänger überzeugen. - APAweb / EPA, Shawn Thew

In Woodbridge, Virgina, konnte US-Präsident Barack Obama seine Anhänger überzeugen. APAweb / EPA, Shawn Thew

Woodbridge. Der kleine Zettel sagt alles. Gayle Petro hat ihn aus ihrem Notizblock herausgerissen und mit rotem Lippenstift darauf geschrieben: "Wir sind die 47 Prozent". Die 55 Jahre alte Lehrerin aus Virginia zeigt damit ihre Unterstützung für US-Präsident Barack Obama. Der republikanische Herausforderer Mitt Romney ist bei ihr unten durch, nachdem er die "47 Prozent" aus dem Obama-Lager mit Sozialschmarotzern verglichen hat. "Die Mittelschicht lebt. Sie besteht aus den Wählern. Aus echten Menschen", sagt Petro.

Zusammen mit etwa 12.000 anderen besucht sie an diesem lauen Herbstabend eine von Obamas Wahlkampfveranstaltungen. "Ich denke nicht, dass wir mit Leuten an der Spitze weit kommen werden, die die Hälfte der Bevölkerung als Opfer abschreiben und glauben, dass sie kein Interesse daran haben, Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen", ruft Obama der begeisterten Menge auf dem Baseballfeld in Woodbridge zu. Jubelrufe unterbrechen immer wieder seine Rede. "Ich sehe unter Euch heute nicht sehr viele Opfer. Ich sehe hart arbeitende Menschen aus Virginia", sagt Obama.

Video mit versteckter Kamera

Ein mit versteckter Kamera aufgenommenes Video zeigt den Multimillionär Romney, wie er vor reichen Geldgebern erklärt, sein Wahlkampf sei nicht auf jene 47 Prozent der Wähler ausgerichtet, die Obama unterstützten. Sie seien Sozialschmarotzer, die Gesundheitsfürsorge, Essen und Wohnraum vom Staat einforderten und keine Einkommensteuer zahlten. Solche Aussagen - verstärkt durch die am Freitag veröffentlichten Steuererklärungen Romneys - haben viele Obama-Sympathisanten in dem wichtigen "Swing State" Virginia endgültig überzeugt. Romney verdiente 2011 etwa 13,7 Millionen Dollar (10,5 Millionen Euro) - und zahlte nur rund 14 Prozent Steuern.

Romneys Bemerkungen seien dumm, sagt die medizinische Angestellte Roberta Graham. Obama hingegen kümmere sich um alle: "Er ist der Präsident für alle Menschen, nicht nur für einen gewissen Prozentsatz." Der 67-jährige Alex Johnson meint, Romney habe sich bislang nur darauf konzentriert, viel Geld zu verdienen. "Er wird nicht auf Deiner Seite sein, außer, Du bist schon reich."

Obama legt zu

In Virginia liegt Obama den neuesten Umfragen zufolge drei bis vier Prozentpunkte vor seinem Konkurrenten, und auch USA-weit hat er knapp die Nase vorn. Romney muss die Wähler noch überzeugen, dass er - im Gegensatz zu Obama - die kränkelnde US-Wirtschaft in Schwung bringen kann. Patzer wie das "47-Prozent"-Video machen es für Romneys Team schwierig, sich auf die Wirtschaft zu konzentrieren.

Bei den Obama-Fans in Woodbridge ist jedenfalls kein gutes Wort über Romney zu hören. Obama brauche einfach noch einmal vier Jahre im Weißen Haus, um alles zu schaffen, meinen seine Fans. "Es hat sich vieles zum Besseren verändert", sagt Shirley McReynolds. Vor allem die Gesundheitsreform sei wichtig gewesen, meint die 57-Jährige. "Ich freue mich auf die Dinge, die wir von nun an tun können."

Die wenigen einsamen Romney-Unterstützer, die sich für eine Gegendemo in der Nähe versammelt haben, können dem wenig entgegensetzen. Auch Obama sei abgehoben, meinen sie - und erinnern an unglückliche Aussagen des Präsidenten über Kleinunternehmen und die Wirtschaft.




Schlagwörter

Mitt Romney, Barack Obama, US-Wahl

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-23 09:36:17
Letzte Änderung am 2012-09-23 09:44:05


Mit Cofetti-Regen wurde der Wahlsieg von Barack Obama gefeiert.

Colorado: 9 Wahlmänner - Obama konnte 2008 in dem traditionell republikanisch wählenden Staat überraschend gewinnen. Die Ablehnung der von Washington verordneten Politik trifft zwar Obama stärker als Romney, doch ist die Stimmung eher von Diskussionen über das kleinere Übel denn von Enthusiasmus für einen Kandidaten geprägt. In den Meinungsumfragen liegen die Kandidaten abwechselnd in Führung. Viele Wähler wollen noch überzeugt werden.

Nicht nur Barack Obama und Mitt Romney wollen ins Weiße Haus. Die Grand Old Party hofft auf einen zugkräftigen Herausforderer Obamas. Bis dahin wirbt sie mit etwas angestaubter Grafik.

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