• vom 03.10.2012, 17:31 Uhr

US-Wahl

Update: 17.10.2012, 16:17 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Obama und Romney müssen sich als Macher präsentieren

Was uns bei der TV-Debatte erwartet


Von Gerald Jatzek

  • Spannung vor erstem TV-Duell zwischen Obama und Romney

Obama liegt vor der Debatte in allen Umfragen mehr oder weniger knapp vorne. - Grafik: WZ Online

Obama liegt vor der Debatte in allen Umfragen mehr oder weniger knapp vorne. Grafik: WZ Online

Bislang war der US-Wahlkampf nicht gerade von inhaltlichen Auseinandersetzungen bestimmt. Geplänkel gab es, aber bei vielen Themen vermieden beide Kandidaten klare Standpunkte. Der Politberater Douglas E. Schoen schreibt bei Fox News Online von einer "Krise der Demokratie", die darin besteht, dass anstelle der Probleme der Gesellschaft die Prognosen, Zustimmungsraten und Swing States diskutiert werden.

Ob sich das bei der Debatte ändern wird, ist offen. Im Vorfeld sind sich PR-Berater und Wahlkampfstrategen darüber einig, dass es in erster Linie um die Wirtschaft des Landes geht. Als Sieger gilt der Kandidat, dem die Wähler das Ende der ökonomischen Malaise zutrauen. Dabei müssen alle Probleme als - von Washington - lösbar dargestellt werden. Verweise auf die Weltwirtschaft sind bei der außenpolitisch weitgehend unbedarften Bevölkerung nicht zielführend. Wer es schafft, sich als der bessere Ärmelaufkrempler mit Hirnschmalz zu präsentieren, hat gewonnen.

Als Strategie empfehlen die Berater ein aggressives Vorgehen. "Entweder greifst du an, oder du verteidigst. Und die Verteidigung verliert", stellt der republikanische Stratege Alex Castellanos auf CNN fest. Sein demokratischer Gegenpart, Paul Begala, empfiehlt Obama, die Mittelklasse ins Zentrum der Debatte zu rücken.

Neben der Wirtschaft stehen die von Obama eingeführte allgemeine Krankenversicherung und die Rolle der Regierung im Staat auf dem Programm. Außenpolitik und nationale Sicherheit sind für einen späteren Termin vorgesehen, allerdings könnte Romney den Präsidenten, für den gewaltsamen Tod von vier Amerikanern in Bengasi verantwortlich machen.

Obama hingegen muss auf die Mobilisierung der Frauen und der Latinos hinarbeiten. Beiden Gruppen muss er eigentlich nur die Pläne seines Herausforderers vortragen: Beendigung freier Untersuchungen in den Bereichen Gynäkologie und Anwendung der extrem strengen Einwanderungsbestimmungen von Arizona auf das gesamte Land.

Aber vielleicht ist das alles nicht entscheidend. Die klugen Köpfe der New York Times sind davon überzeugt, dass die Zuschauer sich vor allem die zingers merken, - überraschende und pointierte Bemerkungen, die am nächsten Tag die Gespräche beherrschen. Sollte die These stimmen, dann hat der rhetorisch brillante Obama die Debatte bereits gewonnen, - auch oder gerade weil Romney seine Sager angeblich bereits seit Monaten auswendig lernt.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-03 17:34:39
Letzte Änderung am 2012-10-17 16:17:15


Mit Cofetti-Regen wurde der Wahlsieg von Barack Obama gefeiert.

Colorado: 9 Wahlmänner - Obama konnte 2008 in dem traditionell republikanisch wählenden Staat überraschend gewinnen. Die Ablehnung der von Washington verordneten Politik trifft zwar Obama stärker als Romney, doch ist die Stimmung eher von Diskussionen über das kleinere Übel denn von Enthusiasmus für einen Kandidaten geprägt. In den Meinungsumfragen liegen die Kandidaten abwechselnd in Führung. Viele Wähler wollen noch überzeugt werden.

Nicht nur Barack Obama und Mitt Romney wollen ins Weiße Haus. Die Grand Old Party hofft auf einen zugkräftigen Herausforderer Obamas. Bis dahin wirbt sie mit etwas angestaubter Grafik.

Werbung



President Barack Obama's Inaugural Address 2013

Obama Inauguration - apaWeb / Reuters Vice President Biden, Mr. Chief Justice, members of the United States Congress, distinguished guests, and fellow citizens: Each time we gather to... weiter




Dokumentation

Präsidentschaftswahl in den USA 2012

US Wahlmänner 2012 - Gage - Creative Commons Bei der Wahl am 6. November 2012 traten der amtierende Präsident und Vizepräsident, Barack Obama und Joe Biden, für die Demokraten an... weiter



Twitter Wall



Werbung