• vom 04.10.2012, 20:36 Uhr

US-Wahl

Update: 05.10.2012, 08:49 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



US-Präsident bezichtigt Herausforderer Romney der Unwahrheit

Obama schlägt zurück



  • "Es konnte nicht Mitt Romney sein".

Obama geht in die Offensive. - epa

Obama geht in die Offensive. epa

Washington. Nach dem matten Auftritt beim ersten TV-Duell mit seinem Herausforderer Mitt Romney ist US-Präsident Barack Obama in die Offensive gegangen. Obama warf dem Republikaner am Donnerstag vor, bei der Debatte am Vorabend gelogen zu haben. "Wenn man Präsident werden möchte, schuldet man dem amerikanischen Volk die Wahrheit", sagte er bei einem Auftritt vor 12.000 Anhängern in Denver. Der Multimillionär und Ex-Gouverneur habe seine unpopulären Positionen in der Steuer- und Bildungspolitik einfach geleugnet.

Romney konnte nach Ansicht von Experten das erste von drei TV-Duellen am Mittwochabend an der Universität Denver für sich entscheiden. Auch in Umfragen wurde dem Obama-Herausforderer der Sieg bei der Debatte zugesprochen. Romney hatte den Präsidenten insbesondere wegen der schwachen Wirtschaftslage und der hohen Arbeitslosigkeit heftig kritisiert.

Welcher Mitt Romney?
"Als ich auf die Bühne gekommen bin, habe ich diesen sehr munteren Burschen getroffen, der sich als Mitt Romney ausgegeben hat", sagte Obama am Donnerstag. "Aber es konnte nicht Mitt Romney sein, denn der echte Mitt Romney ist im vergangenen Jahr durch das Land gelaufen und hat Steuersenkungen von fünf Billionen Dollar für die Reichen versprochen." Romney hatte bei der Debatte bestritten, die Steuern in dieser Größenordnung senken zu wollen.

Obamas Top-Berater David Axelrod sagte in einer Telefonkonferenz mit Journalisten, dass Obama seine Strategie für die nächste Debatte am 16. Oktober überdenken werde. "Wir werden uns das genau ansehen", sagte Axelrod. "Ich bin sicher, dass wir Anpassungen vornehmen werden." Obama habe sich bei dem Schlagabtausch am Mittwochabend zurückgehalten, weil er geglaubt habe, dass die Wähler etwas Besseres verdienten. Der Präsident habe eine Situation vermeiden wollen, in der sich Politiker gegenseitig beleidigen.

Romney kündigte unterdessen für Montag eine große Rede zur Außen-und Sicherheitspolitik an einer Militärhochschule im Bundesstaat Virginia an. Der Obama-Herausforderer hat seinen Wahlkampf auf die wirtschaftlichen Probleme der USA zugeschnitten, verstärkte angesichts der antiamerikanischen Protesten in der muslimischen Welt zuletzt aber die außenpolitischen Spitzen gegen Obama.

In einem Gastbeitrag für das "Wall Street Journal" schrieb Romney Anfang der Woche, dass Obamas Politik "die Aussicht auf Konflikte und Instabilität" erhöht habe. Der Präsident verstehe nicht, dass "eine amerikanische Politik, der es an Entschlossenheit mangelt, Aggressionen provozieren und für Chaos sorgen kann." Romney kritisierte Obamas Regierung auch wegen der Informationspolitik nach der tödlichen Attacke auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi am 11. September. Die Republikaner werfen dem Präsidenten vor, zunächst bewusst verschwiegen zu haben, dass es sich dabei um einen Terroranschlag gehandelt habe.



Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-04 20:39:36
Letzte Änderung am 2012-10-05 08:49:59


Mit Cofetti-Regen wurde der Wahlsieg von Barack Obama gefeiert.

Colorado: 9 Wahlmänner - Obama konnte 2008 in dem traditionell republikanisch wählenden Staat überraschend gewinnen. Die Ablehnung der von Washington verordneten Politik trifft zwar Obama stärker als Romney, doch ist die Stimmung eher von Diskussionen über das kleinere Übel denn von Enthusiasmus für einen Kandidaten geprägt. In den Meinungsumfragen liegen die Kandidaten abwechselnd in Führung. Viele Wähler wollen noch überzeugt werden.

Nicht nur Barack Obama und Mitt Romney wollen ins Weiße Haus. Die Grand Old Party hofft auf einen zugkräftigen Herausforderer Obamas. Bis dahin wirbt sie mit etwas angestaubter Grafik.

Werbung



President Barack Obama's Inaugural Address 2013

Obama Inauguration - apaWeb / Reuters Vice President Biden, Mr. Chief Justice, members of the United States Congress, distinguished guests, and fellow citizens: Each time we gather to... weiter




Dokumentation

Präsidentschaftswahl in den USA 2012

US Wahlmänner 2012 - Gage - Creative Commons Bei der Wahl am 6. November 2012 traten der amtierende Präsident und Vizepräsident, Barack Obama und Joe Biden, für die Demokraten an... weiter



Twitter Wall



Werbung