• vom 05.10.2012, 07:47 Uhr

US-Wahl

Update: 05.10.2012, 08:46 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Frontalangriff auf republikanischen Herausforderer

Obama: Romney täuscht die Wähler



  • Romney holt in Umfragen auf - Präsident Obama bleibt vorne.

Barack Obama greift seinen Wahl-Herausforderer frontal an. - APAweb/Pablo Martinez Monsivais/AP

Barack Obama greift seinen Wahl-Herausforderer frontal an. APAweb/Pablo Martinez Monsivais/AP

Washington. Nach dem schwachen Abschneiden bei der TV-Debatte im US-Wahlkampf zieht Präsident Barack Obama alle Register. Im Kern wirft er seinem Herausforderer Mitt Romney vor, die Wahrheit über seine Steuerpläne zu verheimlichen und die Wähler zu täuschen. Ein neuer TV-Spot versucht massiv, die Glaubwürdigkeit Romneys zu untergraben. Romney schwieg zunächst zu den Vorwürfen. Zudem konnte er sich freuen: Er erhielt die Zustimmung der mächtigen Waffenlobby.

Mit einer gehörigen Portion Sarkasmus griff Obama einen Tag nach dem Rededuell an. "Ich traf diesen sehr schneidigen Typen, der behauptet Mitt Romney zu sein", rief er Anhängern bei einer Wahlveranstaltung am Donnerstag (Ortszeit) zu. "Aber das konnte nicht Romney sein. Denn der echte Mitt Romney läuft seit einem Jahr im Land auf und ab und verspricht fünf Billionen Steuersenkungen, die die Reichen bevorzugen."

Ätzend fuhr Obama fort: "Und der Typ, der gestern Abend auf der Bühne war, sagte, er wüsste davon nichts." Kaum verhüllt bezichtigt Obama seinem Gegner der Lüge.

US-Kommentatoren fragen sich allerdings, warum Obama den Vorwurf nicht bereits während des Rededuells in Denver (Colorado) angebracht habe. "Einen Tag zu spät", meinte ein Kommentator im TV-Sender NBC. "Obama versucht, sein Gleichgewicht wiederzugewinnen", schreibt die "New York Times". "Die knallharte Attacke auf Romney lässt erahnen, wie groß die Sorge im Wahlkampflager Obamas ist."

Neuer TV-Spot gegen Romney
Knallhart ist auch der Vorwurf in einem neuen TV-Spot gegen Romney. "Wenn wir ihm nicht einmal hier trauen können", heißt es darin mit einem Ausblick auf die Debatten-Bühne. "Wie können wir ihm jemals hier trauen?", fragt eine sonore Stimme aus dem Off - während das Oval Office im Weißen Haus zu sehen ist.

Schon heißt es im engeren Umkreis Obamas, der Präsident müsse sich jetzt auf die neue Lage umstellen. "Wir müssen uns auf diese Unehrlichkeit einstellen", meinte Wahlkampfberater David Plouffe.

Kern des Streits sind die von Romney geplanten Steuerererleichterungen. Obama warf Romney in der Debatte vor, er wolle fünf Billionen Steuern streichen und dabei auch die Abgaben von Reichen und Superreichen senken - beides bestritt Romney mehrfach energisch. Beides seien unwahre Behauptungen, meinte Romney.

Romney hielt sich mit einer Reaktion auf die Anschuldigen Obamas zunächst zurück. Stattdessen teilte er mit, dass sich die mächtige und erzkonservative Waffenlobby National Rifle Association (NRA) im Präsidentenwahlkampf hinter ihn stelle. "Ich werde alles in meiner Kraft tun, das Recht aller gesetzestreuen Amerikaner, Waffen zu besitzen und zu tragen, zu verteidigen und zu schützen", meinte Romney. Er wies darauf hin, dass das oberste US-Gericht im vergangenen Jahr das Recht auf Waffentragen ausdrücklich bestätigt hatte.




Schlagwörter

US-Wahl, Barack Obama, Mitt Romney

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-05 08:38:02
Letzte Änderung am 2012-10-05 08:46:46


Mit Cofetti-Regen wurde der Wahlsieg von Barack Obama gefeiert.

Colorado: 9 Wahlmänner - Obama konnte 2008 in dem traditionell republikanisch wählenden Staat überraschend gewinnen. Die Ablehnung der von Washington verordneten Politik trifft zwar Obama stärker als Romney, doch ist die Stimmung eher von Diskussionen über das kleinere Übel denn von Enthusiasmus für einen Kandidaten geprägt. In den Meinungsumfragen liegen die Kandidaten abwechselnd in Führung. Viele Wähler wollen noch überzeugt werden.

Nicht nur Barack Obama und Mitt Romney wollen ins Weiße Haus. Die Grand Old Party hofft auf einen zugkräftigen Herausforderer Obamas. Bis dahin wirbt sie mit etwas angestaubter Grafik.

Werbung



President Barack Obama's Inaugural Address 2013

Obama Inauguration - apaWeb / Reuters Vice President Biden, Mr. Chief Justice, members of the United States Congress, distinguished guests, and fellow citizens: Each time we gather to... weiter




Dokumentation

Präsidentschaftswahl in den USA 2012

US Wahlmänner 2012 - Gage - Creative Commons Bei der Wahl am 6. November 2012 traten der amtierende Präsident und Vizepräsident, Barack Obama und Joe Biden, für die Demokraten an... weiter



Twitter Wall



Werbung