
Washington. US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney will mehr Druck auf das Regime in Syrien und auf den Iran. Er wolle dafür sorgen, dass syrische Rebellen notwendige schwere Waffen erhalten, berichteten US-Medien. Um zu verhindern, dass der Iran Atomwaffen entwickle, fasse er schärfere Sanktionen ins Auge, hieß es kurz vor einer außenpolitischen Rede Romneys am Montag in Virgina (17.20 MESZ). Romney fordere einen Kurswechsel in der Außenpolitik und werfe Präsident Barack Obama Passivität vor, berichteten die Medien unter Berufung auf vorab bekanntgewordene Redepassagen.
Romney gilt bisher als außenpolitisch eher unerfahren. Außenpolitik spielte bisher im Wahlkampf lediglich eine Nebenrolle.
Romneys Motto "Frieden durch Stärke"
Romney stelle seine Rede unter das Motto "Frieden durch Stärke", hieß es. "Ich werde nicht zögern, neue Sanktionen gegen den Iran zu verhängen", meint Romney nach einem Bericht des TV-Senders CBS. Um den Druck auf Teheran zu erhöhen, wolle er auch Flugzeugträger wieder auf Dauer im östlichen Mittelmeer und in der Golfregion stationieren. Militärische Hilfe und militärische Zusammenarbeit mit Israel sollten verstärkt werden, hieß es weiter.
Zu Syrien heißt es, Romney wolle gemeinsam mit Partnern dafür sorgen, dass die demokratische Opposition notwendige Waffen erhält, um gegen die Panzer, Hubschrauber und Militärjets des Regimes in Damaskus vorzugehen. Einzelheiten über die Vorschläge Romneys wurden allerdings nicht bekannt.
Eine Zwei-Staaten-Lösung
Im israelisch-palästinensischen Konflikt spricht Romney sich den Angaben zufolge für eine Zwei-Staaten-Lösung aus, die auch Obama anstrebt. Romney plädiere für einen demokratischen palästinensischen Staat, der friedlich an der Seite Israels bestehen soll.
In den Umfragen bleibt Romney Amtsinhaber Barack Obama dicht auf den Fersen. In einer am Sonntag veröffentlichen Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters und des Meinungsforschungsinstituts Ipsos kam Obama auf 47 Prozent Zustimmung, Romney erhielt 45 Prozent. Obama hat seinen deutlich größeren Vorsprung nach einer schwachen Vorstellung bei dem ersten TV-Duell der beiden Männer eingebüßt. Damit steigt unerwartet der Druck auf Vizepräsident Joe Biden, bei seiner Debatte mit dem republikanischen Konkurrenten Paul Ryan am Donnerstag die Initiative zurückzugewinnen.
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