Washington. Nach moderaten Aussagen zum umstrittenen Thema Abtreibung ist der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney wieder zurückgerudert. Vor Journalisten stellte Romney am Mittwoch auf einer Wahlkampftour durch den Bundesstaat Ohio klar, dass er ein Gegner von Schwangerschaftsabbrüchen sei. "Ich bin ein Anti-Abtreibungs-Kandidat und ich werde ein Anti-Abtreibungs-Präsident sein", sagte er.
In einem Interview mit der Zeitung "Des Moines Register" hatte Romney am Dienstag versichert, dass er im Fall seines Wahlsieges keine Verschärfung des Abtreibungsrechts anstrebe. "Es gibt nach meiner Kenntnis kein Gesetzesvorhaben zum Thema Abtreibung, das Teil meiner Agenda werden würde", sagte er. Der erzkonservative Flügel der Republikaner hatte den früheren Gouverneur von Massachusetts wegen seiner wechselnden Positionen beim Thema Abtreibung schon immer kritisch beäugt.
In die politische Mitte gerückt
In den vergangenen Tagen war Romney bei einer Reihe von Themen in die politische Mitte gerückt. Im ersten TV-Duell mit Obama bestritt er vehement, Steuersenkungen zugunsten der Reichen durchsetzen zu wollen. Auch in der Einwanderungs- und Gesundheitspolitik trat er gemäßigter auf. Meinungsforscher sehen Romney weniger als vier Wochen vor der Wahl am 6. November im Aufwind.
Obama hatte "einen schlechten Tag"
US-Präsident Barack Obama war nach eigener Einschätzung beim ersten Fernsehduell gegen seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney nicht gut in Form. "Ich hatte eine schlechten Tag", sagte der demokratische Amtsinhaber am Mittwoch dem Fernsehsender ABC mit Blick auf die Fernsehdebatte vor einer Woche. Romney dagegen habe "einen guten Tag" erwischt. Unabhängig von der Tagesform seien die grundsätzlichen inhaltlichen Fragen des Präsidentschaftswahlkampfes aber die gleichen geblieben, betonte Obama.
Der Präsident hatte bei der Fernsehdebatte eher matt gewirkt, Romney konnte nach Ansicht von Experten das erste von insgesamt drei TV-Duellen für sich entscheiden. Auch laut Umfragen siegte der Obama-Herausforderer bei der Debatte, seine Popularitätswerte stiegen anschließend.
Die nächste Debatte zwischen den beiden Politikern steht in der kommenden Woche an. Zuvor treffen am Donnerstagabend (Ortszeit) US-Vizepräsident Joe Biden und der republikanische Vizekandidat Paul Ryan bei ihrer einzigen Fernsehdebatte aufeinander. Bei dem 90-minütigen Duell an einer Hochschule in der Kleinstadt Danville im US-Staat Kentucky soll es um innen- und außenpolitische Themen gehen.
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