Von 23. Oktober bis 6. November steht Wien ganz im Zeichen des Filmfestivals Viennale. Die Wiener Zeitung begleitet das Festival mit Beiträgen der beiden Film-Experten der "Wiener Zeitung", Alexandra Zawia und Matthias Greuling.


Viennale

5 Fragen an Bruno Dumont über "Le P’tit Quinquin"1

"Wiener Zeitung": Man kann nicht sagen, dass Ihre bisherhigen Filme völlig humorfrei waren, aber so offensichtlich witzig wie in "Le P’tit Quinquin" waren Sie noch nie. Wie kam dieser Wandel - und warum in Form einer Fernsehserie? Bruno Dumont : Ich sehe das als eine natürliche Entwicklung, die in gewisser Weise eine Konsequenz meiner bisherigen... weiter




P'tit Quinquin, Bruno Dumont. - © Viennale

Viennale-Tipp

Brillant: Le P'tit Quinquin von Bruno Dumont2

  • Eine klassische "comédie humaine" mit grotesken Ausformungen und bizarren Widersprüchen.

Irgendwo im sehr ländlichen Boulonnais am Ärmelkanal: In einem verfallenen Bunker aus dem 2. Weltkrieg wird eine tote Kuh gefunden. In der toten Kuh eine tote Frau, zerhackt und ohne Kopf. Also die Frau, nicht die Kuh. "Das ist schon sehr speziell", stellt der bald ermittelnde Kommissar, Le commandant van der Weyden fest und sein zuckendes Auge... weiter




Kristen Stewart mit Juliette Binoche (l.) in Olivier Assayas’ Viennale-Beitrag "Clouds of Sils Maria" - ein Höhepunkt des Festivals. - © Viennale

Viennale

Große Museen und kleine Vögel5

  • Viennale-Filmtipps fürs Wochenende.

Wien. Die 52. Viennale hat begonnen, und gleich am ersten Wochenende gibt es bei Wiens größtem Filmfestival etliche Highlights zu sehen, zum Beispiel eine ganze Reihe spannender Dokus: So untersucht Frederick Wiseman ("Crazy Horse") in seiner neuen Arbeit "National Gallery" (25. Okt., 14 Uhr, Gartenbau) das titelgebende Londoner Großmuseum... weiter




Timbuktu - © <a href="http://www.viennale.at/de/film/timbuktu" target="_blank">http://www.viennale.at/de/film/timbuktu</a>

Filmempfehlung

Die afrikanische Zivilgesellschaft im Fokus5

  • "TIMBUKTU" von Abderrahmane Sissako thematisiert islamischen Fundamentalismus

Eine Siedlung im Irgendwo, in der Wüste Mali. Unwirklich scheint der Ort, friedlich, in in der Hitze flirrend und seltsam entrückt. Bevor es Nacht wird, stapft ein vermummter Mann durch die schmalen Straßen zwischen den niedrigen, weißen Lehmbauten und schreit Verhaltensregeln in ein Megafon. Die Bewohner des Ortes ducken sich, flüstern... weiter




Hans Hurch (links) mit Überraschungsgast Abbas Kiarostami. Der Iraner gilt als Superstar des Kunstfilms und war für Jessica Hausner "die größte Inspiration". - © Katharina Sartena

Viennale 2014

Kinoheißhunger mit Stargästen16

  • Mit viel heimischer Prominenz wurde am Donnerstag Abend im Wiener Gartenbaukino die Viennale eröffnet - und kritische Worte über kleinkarierte Kulturstreitereien gab es auch.

Von einer "Spar-Viennale" war die Rede, als Hans Hurch kürzlich zugab, dass Viggo Mortensen, sein Wunsch-Gast für 2014, der Filmschau leider doch fernbleiben würde. Kein Stargast, keine Gala, so mancher Glossist verortete gar schon eine Viennale in der Krise. Davon konnte am Donnerstag Abend im Wiener Gartenbaukino (und beim anschließenden Empfang... weiter




Mit dem Kammerspiel "Amour Fou" startet heuer die Viennale. - © Amour Fou

"5 FRAGEN AN"

Wahre Liebe, ein Missverständnis3

  • Ein Interview mit der österreichischen Regisseurin Jessica Hausner.

Als erste österreichische Regisseurin seit fünf Jahren eröffnet Jessica Hausner mit ihrem Film "Amour Fou" heute Abend die 52. Viennale, eine verdiente Anerkennung für eine bemerkenswerte Arbeit und eine hervorragende Filmemacherin. "Amour Fou" ist die absurde Chronik der Planung des Doppelselbstmords des Dichters Heinrich von Kleist und seiner... weiter




Kommentar

Die in der Sandkiste sitzen19

Hans Hurch bricht in der aktuellen "Falter"-Ausgabe eine Lanze für Filmarchiv-Chef Ernst Kieninger und dessen neu gestaltetes Metrokino. Zugleich geht Hurch in einer "Wutrede" auf heimische Filmkritiker los, die seiner Meinung nach allzu unkritisch nach dem Mund von Filmmuseum-Direktor Alexander Horwath schrieben... weiter




 - © Viennale

Viennale

Maidan, Fußball und Nick Cave5

  • Tipps aus dem Viennale-Dokumentarfilmprogramm

20.000 Days on Earth. Nick Cave, Nick Cave, Nick Cave. Muss man mehr sagen? Doch, denn diese Dokumentation von Ian Forsyth und Jane Pollard über den apokalyptischen Rock-Poeten Nick Cave ist nicht die übliche Art von Musikdoku, in der man ein wenig Konzert-Material hier und ein paar talking heads da präsentiert bekommt... weiter




Mortensen kommt nicht zu seinem Tribute nach Wien. - © K. Sartena

Viggo Mortensen

Viggo Mortensen3

(az) Unweigerlich sehe ich Viggo Mortensen jedes Mal nackt vor mir. In meiner Erinnerung nämlich an die legendäre Kampfszene aus David Cronenbergs "Eastern Promises", in der Mortensen in einem Badehaus nackt mit zwei russischen Gangstern ringt (einer davon gespielt von Vincent Cassel). Dieser Szene geht ein langer Spannungsaufbau voraus... weiter




Scopitones zeigten nach Münzeinwurf kurze 16mm-Musikstücke, die Vorläufer der Musikvideos. - © Viennale

16mm Film

16 Millimeter Freiheit1

  • Die Viennale zeigt "Revolutionen in 16mm". Ohne das Filmformat sähe die Filmgeschichte anders aus.

Die Filmgeschichte war immer auch eine Geschichte des Formalen, der Filmformate und ihrer Ästhetiken. Ein früher Stummfilm sah dank niedriger Bildfrequenzen und langsamen Schwarzweiß-Materials deutlich anders aus als ein früher Farbton-Film wie der in Technicolor schillernde "Robin Hood" von 1938. Ein rauer... weiter




Tipps

3D, Selbstmord und Slow Cinema4

  • Tipps aus dem Viennale-Spielfilmprogramm.

Adieu au langage. Mit 83 Jahren ist Godard nicht zu alt, um seinen ersten Film in 3D zu machen, und es wäre nicht Godard, würde er damit nicht wieder etwas Einzigartiges, sogar Neues schaffen. Im Grunde geht hier ein Mann (er) mit seinem Hund spazieren. Dabei überlappen Erinnerungen, Ereignisse, Anekdoten, Theorien und Thesen zu Kultur, Literatur... weiter




Eröffnet die Viennale 2014: Jessica Hausners Liebes- und Selbstmord-Drama "Amour Fou", das in Cannes Premiere hatte. - © Stadtkino Filmverleih

Viennale

Feuer und Name5

  • Sie ist kein "Best of"-Festival im herkömmlichen Sinne. Am 23. Oktober startet die Viennale.

Ein loderndes Feuer zeigt das diesjährige Sujet der Viennale, was einige schnell als "Sparflamme" interpretierten, schließlich bringe das Festival in seiner 52. Ausgabe "gar keinen Stargast" und ein Kino hat man auch verloren. Nach der Schließung des Stadtkinos am Schwarzenbergplatz hat das Festival zwar den neuen Eric-Pleskow-Saal im... weiter




Kommentar

Im cineastischen Feinkostladen11

Das ging flott: In den ersten beiden Vorverkaufstagen hat die Viennale bereits 42.000 Tickets verkauft - ein absoluter Rekord. 75 der insgesamt 391 Vorstellungen sind ausverkauft. Das liegt aber auch daran, dass man durch den Wegfall des ehemaligen Spielorts am Schwarzenbergplatz über einen Saal weniger verfügt und der neu errichtete... weiter




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