Keira Knightley im Gespräch über David Cronenbergs "A Dangerous Method" ("Eine dunkle Begierde"), in dem sie Sabina Spielrein, eine einstige Patientin von Carl Jung und Sigmund Freud spielt
"Freuds Besessenheit mit Sex resultiert vermutlich aus der Tatsache, dass er nie welchen hat", sagt Vincent Cassel in einer Gastrolle als Otto Groß einmal in David Cronenbergs neuem Film "A Dangerous Method". Ungewohnt unaufregend inszeniert Cronenberg ("Naked Lunch", "Crash") die relativ unbekannte Geschichte von der Freundschaft Sigmund Freuds (Viggo Mortensen) und des Psychiaters Carl Jung (Michael Fassbender), die durch die nymphomanisch veranlagte Patientin Sabina Spielrein (Keira Knightley) empfindlich gestört wird.
Der Film, der teilweise in Wien (unter anderem in der Berggasse 19, Freuds ehemaligem Wohnsitz und dem Café Sperl) gedreht worden war, entstand aus Cronenbergs Bedürfnis, einen "Film über drei so charismatische Figuren der Geschichte der Psychoanalyse" zu machen. Sabina hat beide Männer auch beruflich stark beeinflusst, das ist eine wenig bekannte Tatsache. Sie hat einen großen Teil zur Entwicklung ihrer Theorien über Gesprächstherapie und Psychoanalyse beigetragen", sagt Cronenberg. Beweise dafür fand Cronenberg in neu entdeckten Briefen zwischen Freud, Jung und Spielrein. "Die Leidenschaft aller drei Personen hat sich durch die Artikulation ihrer Gedanken aufgeschaukelt und verstärkt", sagt Cronenberg. "Hier haben drei faszinierende Menschen faszinierende Theorien entworfen." Die "Wiener Zeitung" traf Keira Knightley zum Interview:
"Wiener Zeitung": In "A Dangerous Method" gehen Sie an Ihre schauspielerischen Grenzen. Als Patientin von C. G. Jung spielen Sie Ihren Geisteszustand, als hätten Sie bei Munchs "Der Schrei" abgeschaut.
KEIRA KNIGHTLEY: Das stimmt, Munch war sogar eine meiner Inspirationsquellen für diese Rolle. Ich habe sehr viele Bücher über Sabina Spielrein gelesen, auch Jungs Notizen, die er über sie gemacht hat. Außerdem sprach ich mit zwei Psychoanalytikern und las Sabinas Tagebücher. Sie hatte verschiedene Ticks, und ihr Ziel war es, sich von diesen innerlichen Zwängen zu befreien. Sehr viel lief dabei auch über Sex und Masturbation, was ich zunächst nicht verstand. Doch die beiden Analytiker erklärten mir, dass gerade Masturbation viel dazu beiträgt, Energie abzubauen. Am Ende der Vorbereitung saß ich dann zwei Tage in meinem Badezimmer und übte das Grimassenschneiden.
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