• vom 14.10.2010, 19:20 Uhr

Österreich

Update: 14.10.2010, 19:21 Uhr

FPÖ profitierte von Konfliktprojekten in Bezirken




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Von Christian Mayr

  • Wahlergebnisse in Sprengeln: FPÖ siegt in Dammstraße und auf "Marillenalm".
  • SPÖ nützt Garage Geblergasse, Grüne bleiben am Augarten eher schwach.
  • Wien. Umstrittene Bauprojekte gelten für Politiker in Wahlzeiten immer als heikel - nicht ganz zu Unrecht, wie einzelne Sprengelergebnisse der Wien-Wahl beweisen. Die "Wiener Zeitung" hat sich das Wahlverhalten bei den vier am meisten diskutierten Projekten genauer angesehen - vom islamischen Kulturzentrum Dammstraße, über die "Marillenalm", bis zur Garage Geblergasse und dem Sängerknaben-Saal am Augartenspitz.

Der Einsatz von Strache (l.) schlug sich in der Dammstraße im Wahlergebnis nieder. Foto: apa

Der Einsatz von Strache (l.) schlug sich in der Dammstraße im Wahlergebnis nieder. Foto: apa

Der Einsatz von Strache (l.) schlug sich in der Dammstraße im Wahlergebnis nieder. Foto: apa

Der Einsatz von Strache (l.) schlug sich in der Dammstraße im Wahlergebnis nieder. Foto: apa Der Einsatz von Strache (l.) schlug sich in der Dammstraße im Wahlergebnis nieder. Foto: apa

Besonders signifikant ist das Ergebnis im Meidlinger Wahlsprengel 45 bei der "Marillenalm", die ja verbaut werden sollte: Die FPÖ, die massiv gegen das Hotelprojekt auftrat, wurde mit 41,4Prozent stärkste Kraft und legte gleich um 22,7 Prozentpunkte zu. Obwohl die Grünen auch dagegen mobilisierten, fielen sie sogar leicht ab (von 7 auf 6,3 Prozent), ebenso wie Projektinitiator ÖVP (von 11,4 auf 7). Die SPÖ - durch eine indifferente Linie aufgefallen - büßte 20 Prozentpunkte ein (auf 41,1) - deutlich mehr als im Meidling-Durchschnitt (-6,4).

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Nicht ganz so spektakulär profitierte die FPÖ vom geplanten Ausbau des Islamzentrums Dammstraße in der Brigittenau (Sprengel 73): Heinz-Christian Strache, der dort persönlich Demos anführte, kletterte auf 38,4 Prozent (+16,4 Prozentpunkte), während sich die ÖVP, die auch gegen das Projekt mobilmachte, fast halbierte (4,9 statt 8,8 Prozent). Die SPÖ-Verluste im Sprengel (-9,1 Prozentpunkte) sind höher als im Bezirks-Schnitt (-6,74 Prozentpunkte).

Doch nicht überall schlägt sich massives politisches Engagement in Wahlergebnissen nieder - bestes Beispiel ist der Augartenspitz, wo die Grünen aus dem umstrittenen Bau des Sängerknaben-Saals kaum Kapital schlagen konnten. Im Gemeinderatsergebnis blieben die Grünen in den betroffenen Sprengeln 16 und 34 praktisch ident bzw. verloren sogar leicht (von 23,6 auf 23,4 Prozent sowie von 26 auf 24,4 Prozent); einzig auf Bezirksebene gab es im Sprengel 34 südlich des Augartens mit 7,7 Prozentpunkten (auf 31,7) ein signifikantes Plus. Ein noch höheres (+9) schaffte auf Gemeindeebene die FPÖ, die die Augartenbesetzer verjagen wollte. In etwa im Schnitt des Leopoldstadt-Ergebnisses verloren Rot und Schwarz am Augarten.

Rot legt bei Garage zu Bemerkenswert ist auch

das Ergebnis im Hernalser Wahlsprengel 4 rund um die geplante Garage Geblergasse, die Schüler des dortigen Gymnasiums mit Unterstützung der Grünen verhindern wollen: Entgegen dem Bezirkstrend (-2,09 Prozentpunkte) legten die Sozialdemokraten, die das dortige Projekt forcieren, zu und erzielten ein Plus von 4,3 Prozentpunkten (38,2). Die Grünen indes wurden abgestraft: Minus 4,3Prozentpunkte gegenüber 2005 sind schlechter als das Gesamtergebnis im Bezirk (-1,35 Prozentpunkte).



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2010-10-14 19:20:37
Letzte Änderung am 2010-10-14 19:21:00



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