• vom 09.02.2016, 15:52 Uhr

Wald

Update: 10.02.2016, 10:59 Uhr

Wald

Klimawandel und Bäume




  • Artikel
  • Fotostrecke
  • Lesenswert (7)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Roland Knauer

  • Wälder beeinflussen Lufttemperaturen sehr unterschiedlich.

Wächst im Mischwald ein Nadelbaum, steigt die Temperatur.

Wächst im Mischwald ein Nadelbaum, steigt die Temperatur.© Fotolia/Martina Berg Wächst im Mischwald ein Nadelbaum, steigt die Temperatur.© Fotolia/Martina Berg

Berlin. Forscher bestätigen den ersten Eindruck, den Besucher unter Bäumen gewinnen: Ein Buchenwald in Europa, ein Regenwald im Amazonasbecken Südamerikas und ein Urwald in einer Region mit viel weniger Niederschlag auf dem gleichen Kontinent unterscheiden sich stark voneinander. Nicht nur leben dort andere Tiere, diese Wälder beeinflussen auch das Klima der Region sehr unterschiedlich. So treiben die in Europa viele Jahrzehnte sehr beliebten Fichtenwälder die Temperaturen im Vergleich mit einem Buchen-Mischwald weiter nach oben. Wächst dagegen auf einer inzwischen aufgelassenen Rinder-Weide, die einst in den Amazonas-Regenwald geschlagen wurde, ein Wald aus zweiter Hand, kann dieser jedes Jahr bis zu elfmal mehr Kohlendioxid aus der Luft holen als der intakte Urwald nebenan.

Blick hinter die Kulissen



Werfen also Landesvertreter bei Klimaverhandlungen den Einfluss ihrer Forstpolitik nach dem Motto "Wir produzieren zwar große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid, unsere Wälder holen aber viel davon zurück" in die Waagschale, lohnt ein Blick hinter die Kulissen. Genau das tun jetzt gleich drei Forscher-Teams mit recht unterschiedlichen Ansätzen.


Kim Naudts vom Laboratoire des Sciences du Climat et de l’Environnement in Paris und Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg hat mit ihrem Team Europas Wälder zwischen den Küsten am Atlantik und der russischen Grenze im Fachblatt "Science" analysiert. Bisher hatten Klimaforscher besonders jene Waldfläche beachtet, die sich seit 1750 erheblich verändert hat. Damals war Holz nicht nur unersetzlicher Rohstoff, sondern auch wichtiges Brennmaterial. Obendrein benötigte die wachsende Bevölkerung mehr Ackerflächen.

Um diese Bedürfnisse zu erfüllen, verlor Europa in den ersten 100 Jahren dieses Zeitraums mit 190.000 Quadratkilometern eine Waldfläche von mehr als der halben Größe Deutschlands. Ab 1850 ersetzten Kohle, später auch Erdöl und Erdgas Holz als Energieträger, auch als Bauelement nahm die Bedeutung ab. Obendrein steigerten Kunstdünger und Pestizide die Erträge. Die Entwaldung ging zurück und der Trend kehrte sich um - es wurde aufgeforstet. Seit 1850 kamen in Europa 386.000 Quadratkilometer neuer Wald dazu.

Dieser speichert im Holz große Mengen Kohlenstoff, den er aus dem Treibhausgas Kohlendioxid gewinnt. Wälder wirken als Kohlenstoffsenke - genau auf diesen Effekt berufen sich Länder mit viel Wald gern. Insgesamt hat die Zunahme der Waldfläche in Europa seit 1750 immerhin 0,7 Milliarden Tonnen Kohlenstoff aufgesaugt.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Schlagwörter

Wald, Klimawandel, Temperatur, Bäume

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-02-09 15:56:05
Letzte nderung am 2016-02-10 10:59:19



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Pentagon forschte heimlich nach UFO's
  2. Zigarrenförmiger Komet aus anderem Sonnensystem
  3. Maschinen entdecken Planeten
  4. Von der historischen Bibliothek zur Bibliothek der Zukunft
  5. Ist da jemand?
Meistkommentiert
  1. Massereiches Frühchen im All
  2. Wer will denn schon früh sterben?
  3. "Wir sind dabei, die Schlacht zu verlieren"
  4. Ist da jemand?
  5. Pentagon forschte heimlich nach UFO's

Werbung




Werbung


Werbung