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Advent

Update: 26.12.2012, 18:33 Uhr

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Wie durch Adam der Tod in die Welt kam




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Von Johann Werfring

  • Museumsstücke
  • Das Österreichische Museum für Volkskunde zeigt aus seinen Beständen Bilder zu weihnachtlichen Spielen, die heute weitgehend unbekannt sind.

"Adam und Eva", Szene aus dem in Kindberg (Steiermark) aufgeführten Paradeisspiel, Anfang 20. Jh. - © Foto: Österreichisches Museum für Volkskunde

"Adam und Eva", Szene aus dem in Kindberg (Steiermark) aufgeführten Paradeisspiel, Anfang 20. Jh. © Foto: Österreichisches Museum für Volkskunde

Schon im 11. Jahrhundert entwickelten sich im christlichen Abendland Weihnachtsspiele. Zu jener Zeit wurde das Geburtsfest Jesu fast ausschließlich als ein religiöses Fest begangen. Von ausufernden Geschenkorgien, wie sie heutzutage üblich geworden sind, hatte man anno dazumal freilich noch keinerlei Vorstellung.

Information

Weihnachten – noch Fragen?
Österreichisches Museum für Volkskunde
1080 Wien, Laudongasse 15–19
bis 3. Februar 2013
Di bis So 10–17 Uhr, Mo geschlossen (außer Feiertag), 24. und 31. Dezember 10–15 Uhr, 1. Jänner geschlossen
Tel. (01) 406 89 05

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Als Höhe- und Mittelpunkt des weihnachtlichen Geschehens galt dem Volk das Weihnachtsspiel, das entweder in oder vor der Kirche zur Aufführung gebracht wurde. Beim mittelalterlichen Paradeisspiel (= Paradiesspiel) – welches auch deshalb aufgeführt wurde, weil der 24. Dezember der Gedenktag für Adam und Eva gewesen ist – wurde szenisch die Erschaffung der ersten Menschen, der Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies dargestellt.

Humoristische Krippenspielakzente

Eine wesentliche Requisite des Paradeisspiels war ein geschmücktes Bäumchen, welches das Paradies symbolisieren sollte. Angeblich entwickelte sich aus dem zunächst mit Äpfeln, dann auch mit anderem Zierrat geschmückten Paradiesbaum der spätere Weihnachtsbaum.

In manchen Gegenden Österreichs wurden Paradeisspiele noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Aufführung gebracht. Jedoch hatte man die Spiele längst von der Kirche in die großen Bauernstuben respektive in die Dorfgasthäuser verlegt.

Das Paradeisspiel wurde vielerorts dem Krippenspiel, welches sich auf das Geburtsgeschehen Jesu bezieht, vorangestellt. Auch die Krippenspiele, die ursprünglich in den Kirchen aufgeführt wurden, übersiedelten später in Gasthöfe. Derber Humor und komische Elemente trugen dazu bei, dass die Vorführungen immer unterhaltsamer und beliebter wurden.

Im 18. und 19. Jahrhundert erfreuten sich Krippentheater mit Puppen großer Beliebtheit. Das "Steyrer Kripperl", ein figurenreiches Stabpuppentheater, wird seit 1923 nicht mehr in Wirtshäusern, sondern im Innerberger Stadel – einem Renaissancebau der oberösterreichischen Stadt Steyr – aufgeführt.

Auch in Wien gab es früher Krippentheater mit Puppen. In der Ausstellung ist der Ankündigungszettel zum Lerchenfelder Krippenspieltheater, welches bis 1913 in der Lerchenfelder Straße 23 in Wien-Ottakring bespielt wurde, zu sehen. Neuerdings erfreut sich übrigens das seit 1996 zur Weihnachtszeit im Kabinetttheater in Wien-Alsergrund mit Figuren aufgeführte dadaistische Krippenspiel von Hugo Ball immer größerer Beliebtheit.

Print-Artikel erschienen am  20. Dezember 2012
in der Kolumne "Museumsstücke"
In: "Wiener Zeitung", Beilage "ProgrammPunkte", S. 7




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2012-12-17 22:11:04
Letzte Änderung am 2012-12-26 18:33:12



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