• Artikel vom 02.12.2011, 17:48 Uhr

Advent & Weihnachten 2011

Update: 05.12.2011, 09:42 Uhr
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Winzersohn Nikolaus Altmann war mit der "Wiener Zeitung" unterwegs, um Glühwein zu testen

Heißer Wein schmeckt nicht immer


Von Barbara Sorge
  • Gekochter Biowein, heißer Schilcher und Aperol mit Schlag im Geschmackstest.

Nikolaus Altmann testet Schilcher-Glühwein fachmännisch am Adventmarkt am Hof.

Nikolaus Altmann testet Schilcher-Glühwein fachmännisch am Adventmarkt am Hof. Nikolaus Altmann testet Schilcher-Glühwein fachmännisch am Adventmarkt am Hof.

Wien. "In einen Glühwein gehören zwei Drittel Wein und ein Drittel Wasser. Mit Gewürznelken, Zimtstangen, Orangen- und Zitronenschalen und natürlich Zucker wird das beliebte Wintergetränk abgeschmeckt und alles zusammen gekocht." - Nikolaus Altmann, aufgewachsen am traditionsreichen Wachauer Weingut Jamek in Joching, weiß, wie man einen guten Glühwein zu Hause selbst zubereiten kann.

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Was sagt ein Weinkenner wie er dazu, dass Wein erhitzt wird? "Der normale Wein ist mir schon lieber", meint er diplomatisch. Um dann doch zu ergänzen: "Mit Wein hat Glühwein nicht viel zu tun. Glühwein hat mehr Biercharakter, den zelebriert man nicht so." Dennoch hat er sich bereit erklärt, gemeinsam mit der "Wiener Zeitung" Glühwein auf drei Wiener Christkindlmärkten zu testen.

Alternativ, traditionell und kommerziell
Jeweils zwei Stände wurden auf dem eher alternativen Kunsthandwerksmarkt am Karlsplatz, am traditionellen Adventmarkt Am Hof und am eher an der Masse orientierten Wiener Adventzauber am Rathausplatz besucht. Bei der Auswahl wurde versucht, jene Verkäufer zu testen, die nach dem Hörensagen den besten Glühwein haben.

Die Verkostung von Glühwein war mit einer "normalen" Weinprobe nicht zu vergleichen. Immerhin wurden die Getränke ganz getrunken und nicht nach einigen Schlucken in einen Spucknapf geleert. Das Schwenken des warmen Gebräus ist im klassischen Häferl auch nicht möglich, alleine Nase und Gaumen erfüllen ihre Aufgabe wie bei einer "echten" Verkostung.

Bei der "Fladenbäckerei und Getränke" am Kunsthandwerksmarkt Karlsplatz wird heißer Biowein aus dem Burgenland ausgeschenkt. Dass es ein Blaufränkischer ist, hätte Altmann nicht erkannt. "Rein geschmacklich kann ich das beim Glühwein nicht sagen." Generell ist er von dem Wein beeindruckt, er schmeckt natürlich und - am Wichtigsten - nach Wein: "Für einen guten Glühwein braucht man einen körperreichen Wein mit mehr Alkoholgehalt. Kräftigere Sorten sind geeigneter, sodass man vom Wein auch noch etwas schmeckt."

Der Schilcherglühwein vom Lukashof, ebenfalls am Kunsthandwerksmarkt Karlsplatz, riecht schon ganz anders. "Er schmeckt auch mehr nach Gewürznelken als nach Wein. Das liegt wahrscheinlich daran, dass der Wein mehr säurebetont ist, weil die Vollmundigkeit fehlt", erklärt Altmann seine Diagnose. Und gibt gleich noch einen Tipp fürs Selbermachen: "Auf keinen Fall einen fehlerhaften, zum Beispiel korkigen, Wein nehmen, durch die Hitze kommen Fehler noch mehr heraus, das kann man nicht mit Gewürzen übertünchen."

Glühwein im edlen Achterlglas
Die beiden Standeln, die am Rathausplatz besucht wurden, überzeugten den Wein-Experten nicht. Lenek’s Glühwein schmeckte weder nach Nelken und Gewürzen noch nach Wein: "Hier würde ich eher von einer fertigen Mischung ausgehen", befand Altmann.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2011-12-02 17:53:10
Letzte Änderung am 2011-12-05 09:42:53


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