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Update: 30.11.2015, 13:05 Uhr

Netflix

"A Very Murray Christmas"




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Von WZOnline/APA, Angelika Prawd

  • Kultstar Bill Murray holt für sein Weihnachtsspecial berühmte Freunde vor die Kamera.

Wien. Es ist nicht weit von "Merry" zu "Murray": Der Gruß "Murray Christmas" hat sich bei Bill-Murray-Fans eingebürgert, er ziert Postkarten und online Fotos des Schauspielers mit Weihnachtsmütze. Das starbesetzte, musikalische Weihnachtsspecial "A Very Murray Christmas" ist also Geschenk an treue Fans und charmantes Alternativprogramm für den Heiligen Abend zugleich. Ab Freitag auf Netflix.

Zu Beginn mag Bill Murray (der sich selbst spielt) zwar ein Rentier-Geweih aus Filz am Kopf tragen, in Weihnachtsstimmung ist der 65-Jährige aber so gar nicht. "Ich fühl mich so furchtbar einsam", murmelt er, denn: Im berühmten Carlyle Hotel in New York soll in wenigen Minuten die Liveübertragung seiner großen Weihnachts-Varieté-Show starten, doch wegen eines Schneesturms bleiben die angekündigten Stargäste fern. Für George Clooney, Paul McCartney und Papst Franziskus sind Plätze in der ersten Reihe reserviert, stattdessen taucht nur zufällig Chris Rock auf, den Murray für einen Rapper hält und zu einem gemeinsamen Weihnachtslied im Kanon verdonnert.

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Partytime

Als mittendrin der Strom ausfällt, sucht Rock schnell das Weite und scheint Murray fein raus. Aus einem Beruhigungs-Drink an der Hotelbar mit seinem Pianisten (Paul Shaffer) wird rasch eine Party, bei der Murray mit Angestellten, einem verhinderten Brautpaar und vereinzelten Gästen "spontan" Weihnachtslieder singt. Und am Ende, zumindest in seinen Träumen, taucht dann doch noch George Clooney samt Martinis und Popsternchen Miley Cyrus im Rentierschlitten auf und stimmt mit ihm "Let It Snow" an.

Als Hommage an frühere TV-Varieté-Shows haben Murray und seine Co-Autoren, Regisseurin Sofia Coppola und Produzent Mitch Glazer, ihren einstündigen Film angelegt. Nicht umsonst singt Murray anfangs mit "Christmas Blues" einen Song, den Dean Martin durch eine seiner eigenen Weihnachtsspecials bekannt gemacht hat. Dass der US-Schauspieler aus Klassikern wie "Ghostbusters" und Wes-Anderson-Kultfilmen wie "Die Tiefseetaucher" kein großer Sänger ist, trägt nur zum Charme des kauzigen Stars bei. Dafür wechselt Murray wie kein Zweiter vom hässlichen Weihnachtspulli in einen Smoking.

Freunde und Familie

So wie Dean Martin einst seine Künstlerfreunde vor die Kamera holte, ist auch "A Very Murray Christmas" hinter und vor der Kamera eine Familienangelegenheit: Für Murray ist es die erste Zusammenarbeit mit Sofia Coppola seit "Lost in Translation" (2003), Glazer ist ein langjähriger Freund und Kollaborateur, der musikalische Leiter Paul Shaffer ist mit ihm seit frühesten "Saturday Night Live"-Tagen verbunden. Coppolas Bruder Roman Coppola übernimmt die Kameraführung, ihr Ehemann Thomas Mars performt als Hotelkoch einen Song mit seiner Band Phoenix.

Im Carlyle tauchen zudem ehemalige Co-Stars Murrays wie Jason Schwartzman ("Rushmore"), David Johansen ("Die Geister, die ich rief") und George Clooney ("The Monuments Men") auf und spielen zumeist sich selbst. Letzterer liefert ein Highlight, wenn er auf der von Murray fantasierten, schneeweißen Show-Bühne wiederholt hinter einem Weihnachtsbaum hervor lugt und groovend die Textzeile "Santa Claus wants some lovin'" zum gleichnamigen Blues-Song beisteuert. Die großen Stimmen aber bringen zweifellos die Frauen mit: Sängerin Jenny Lewis singt zauberhaft mit Murray "Baby It's Cold Outside", Comedian Maya Rudolph schmettert stimmgewaltig "Christmas (Baby Please Come Home)" und Miley Cyrus haut einen mit "Silent Night" geradezu um.

Best of Sofia Coppola

Dass die Beteiligten das Special in erster Linie "für uns selbst gemacht haben" (O-Ton Coppola), merkt man im besten Sinne, schließt den Zuseher aber nicht aus: Der gemeinsame Spaß an der Sache ist allen anzumerken, die Perfektion hintan gestellt und die Reaktionen und Lacher bei manchen Songs und Überraschungen wirken ehrlich. Bill Murray wandelt sich im Laufe der Show vom gewohnt grummeligen Zyniker zum fast schon beseelten, glücklichen Weisen, der Fremden seine Liebesphilosophie vorträgt und zwischendurch subtile Witze einbringt. Für seine Fans und die, die es noch werden wollen, ist "A Very Murray Christmas" ein willkommenes Festtagsprogramm als Alternative zu den oft gesehenen Komödien, Märchen und Schlager-Shows im TV-Programm. Und hat das Potenzial, selbst zum Klassiker zu werden.


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Schlagwörter

Netflix, Bill Murray, Weihnachten

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2015-11-30 13:03:04
Letzte ─nderung am 2015-11-30 13:05:58



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