Wien. Am vergangenen heißen Wochenende hätten sich viele danach gesehnt - am kommenden, etwas kühleren, werden es vermutlich weniger sein: nach der Eröffnung der Wiener Sommerbäder, die wie jedes Jahr heute, am 2. Mai, stattfindet. 27 städtische Bäder mit 60 Becken und rund 30 Millionen Litern Wasser sind es insgesamt. Wer in diese eintauchen möchte, muss heuer allerdings höhere Eintrittstarife als im Vorjahr bezahlen. Kostet doch die Tageskarte für Erwachsene fünf statt wie bisher 4,70 Euro. Kinder zahlen 1,70 statt 1,60 Euro. Die Monatskarte wurde von 17,70 auf 18,70 Euro erhöht, für Kinder kostet sie 6,70 statt 6,30 Euro.

Dafür bekommen die Besucher diese Saison ein erweitertes Animations- und Sportprogramm geboten, rechtfertigt sich Hubert Teubenbacher, Leiter der MA 44 (Wiener Bäder). Animationsteams sind ab 25. Juni im Laaerbergbad (Favoriten), Schafbergbad (Währing), Strandbad Alte Donau (Donaustadt) und Höpflerbad (Liesing) unterwegs. Erlebnispädagogischen Englischunterricht gibt es in den Sommerferien jeden Donnerstag in den Familienbädern Strebersdorf, Reinlgasse (Penzing) und Herderpark (Simmering).
Zudem kann man in den Freibädern heuer organisiert diskutieren: im Rahmen der Wiener Charta, bei der es darum geht, wie sich Wiener die Eckpunkte des Zusammenlebens in der Stadt künftig vorstellen. Das fertige Produkt, das durch Gespräche erarbeitet werden soll und an dem sich die gesamte Bevölkerung beteiligen kann, soll im November präsentiert werden. Wo und wann genau die Diskussionsrunden in den Sommerbädern stattfinden, ist laut MA 44 an Ort und Stelle angeschrieben sowie auf der Webseite der Wiener Charta abrufbar. Ab einer Gruppe von zehn Personen kann auch jeder Badegast seine eigene Charta-Gruppe bei der Badeverwaltung anmelden, die sich dann um den Moderator kümmert.
Neue Infobroschüre für den Umgang mit Schwänen
Um das Zusammenleben von Mensch und Tier geht es indes in jener neuen Informationsbroschüre, die die MA 44 mit der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" entwickelt hat. Sie widmet sich dem Umgang mit Schwänen, die ebenfalls zu den Besuchern zahlreicher Sommerbäder zählen. Füttern kann zu einer Gefährdung der Tiere führen, heißt es in der Broschüre - Schwäne bei der Aufzucht der Brut seien wiederum aggressiv und gefährlich. Die Broschüre liegt in den Strandbädern der Stadt auf.
In Naturgewässern wie der Alten Donau gehen derzeit vermutlich lieber die Schwäne schwimmen - ist doch das Wasser hier rund 17 Grad Celsius kalt. In den Becken der Sommerbäder, die teilweise solarbeheizt sind, misst es bereits zwischen 21 und 26 Grad, so die MA 44.
Egal wie kalt das Wasser ist - wer bei sommerlich heißen Lufttemperaturen in einer der Strandbars entlang des Donaukanals sitzt, würde vermutlich gerne einmal in diesen springen. Darf er aber nicht, obwohl das Wasser laut MA 45 (Wiener Gewässer) sogar häufig Badewasserqualität aufweist. Die maßgeblichen Werte wie bakteriologische Parameter unterliegen allerdings starken Schwankungen, sodass die Grenzwerte der EU-Richtlinie für Badegewässer zeitweise überschritten werden, so die MA 45. Gründe dafür seien unter anderem die Anbindung an die Donau und die Einleitung der geklärten Abwässer der Abwasserentsorgungsanlage Klosterneuburg.
Weitere Freibäder haben schon länger offen
Aber Schwimmen kann man in Wien ohnedies vielerorts gehen. Besonders Ungeduldige auch vor der traditionellen Eröffnung der Wiener Sommerbäder am 2. Mai: Schönwetterbedingt hatten weitere Freibäder wie das Neuwaldegger Bad in Hernals oder das Schönbrunnerbad in Wien-Hietzing bereits am vergangenen Wochenende offen.