Wiener Festwochen

Theaterkritik

Mitspieltheater

  • Schauspielhaus: Interaktive Performance von und mit Tiago Rodrigues.

Auf den ersten Blick scheint Tiago Rodrigues Konzept für die Performance "By heart" verblüffend einfach. Er lädt zehn Zuschauer ein, auf der Bühne Platz zu nehmen und ein Shakespeare-Sonett (in deutscher Übersetzung) auswendig zu lernen. Erst wenn alle zehn den Text beherrschen, wird die Vorstellung zu Ende sein... weiter




Silhouetten-Spiele: Wann ist ein Mann ein Mann? - © Maria Petinaraki

Theaterkritik

Männlichkeitsriten

  • Dimitris Papaioannous beweist Körperbeherrschung in "Primal Matter".

Die Bühne in der Halle E im Museumsquartier ist blendend weiß, leergeräumt und langgezogen wie im Cinemascope-Format. Auftritt Dimitris Papaioannous: Im schwarzen Anzug stolziert der Choreograf und Performer über die Bühne wie über einen Catewalk. Der Performer Michalis Theophanous ist ihm auf den Fersen... weiter




Theater im XXL-Format: Die Festwochen brachten unter der Intendanz von Markus Hinterhäuser weltweite Bühnengrößen nach Wien: (v.l.n.r.): Jan Fabres Mega-Spektakel "Mount Olympus", 2016, Schauspielstars wie Birgit Minichmayr und Martin Wuttke in "John Gabriel Borkman", 2015, und stille Momente mit Claude Regy, 2014. - © Bergmann/Werner/Miura

Festwochen-Bilanz

Schaufenster ins Welttheater

  • Markus Hinterhäuser leitete von 2014 bis 2016 die Wiener Festwochen - welche Spuren hinterlässt seine Intendanz?

Wien. Eigentlich ist Markus Hinterhäuser Pianist. Als Kulturmanager trat er erstmals in den 1990er Jahren auf den Plan. Gemeinsam mit Tomas Zierhofer-Kin, der übrigens ab 2017 die Wiener Festwochen leiten wird, initiierte er den mittlerweile legendären "Zeitfluss", eine Konzertreihe zeitgenössischer Musik inmitten des Klassik-Hochleistungsbetriebs... weiter




Grenzgänge: Casteluccis "Orfeo ed Euridice" (l.), Breths "Blaubart". - © Luca Del Pia, apa/Festwochen/Bernd Uhlig

Festwochen

Akzente in der Nische

  • Auch unter dem Musikfachmann Hinterhäuser blieben die Festwochen ein Theaterfestival. Die Opernschiene erfuhr dennoch eine Aufwertung.

Minister kommen und gehen, heißt es, der Beamten-Apparat aber bleibt. Falls das auch für die Wiener Festwochen gilt, wundern die drei Vorjahre nicht. Das Theaterfestival ist ein Theaterfestival geblieben, auch unter der Führung des Musikexperten Markus Hinterhäuser. Der besorgte sich das fehlende Know-how... weiter




Klobige Kostüme mit fixem Standplatz: Regie-Einspringer Achim Freyer legt "Fidelio" gewohnt bunt an, die Dynamik kommt aus dem Orchestergraben. - © apa/Monika Rittershaus

Opernkritik

Gurkenpeitsche trifft Blutengel

  • Zweite und letzte Oper dieses Festwochen-Jahrgangs: Regisseur Achim Freyer gliedert Beethovens "Fidelio" in seine bekannte Puppenwelt ein. Herausragend: die Musiciens du Louvre, ebenso der Arnold Schoenberg Chor.

1974 erfand die japanische Firma Sanrio ein Comic-Gesicht, das die Welt erobern sollte. Zwar bestand es nur aus zwei Pünktchen-Augen, zwei eckigen Ohren, einem Mascherl und einem Näschen. Der Erfolg von "Hello Kitty" sucht dennoch seinesgleichen. Die Kitsch-Katze, die heute Gläser, Pölster, Massagestäbe und Flugzeuge ziert... weiter




Wie hoch ist der Preis für Eigensinn? Eine iranische Theatergruppe bringt weiblichen Widerstand auf die Bühne. - © Rézâ Ghâziâni

Theaterkritik

Revolten im schwarzen Kleid3

  • Frauen-Tragödie aus Teheran bei den Wiener Festwochen.

Totale Finsternis. Wasser zischt auf einem angeheizten Cerankochfeld. Im Licht erscheinen dann drei gleich große Kochinseln im klarkantigen Superdesign von Bulthaup aufwärts. Davor drei Rechtecke zum Publikum hin auf dem Boden schwarz markiert. Erst im Schlusstableau enträtseln sie sich als Grabplatten... weiter




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