• vom 11.11.2012, 13:30 Uhr

Wunder

Update: 16.12.2012, 16:27 Uhr

Extra

Antike Weltwunder




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Mario Rausch

  • damals & heute

Die Jesusstatue von Rio de Janeiro gehört ebenso dazu wie die Inkastadt Machu Picchu oder die Chinesische Mauer: Wer die sieben Weltwunder der Moderne besuchen will, kommt in der Welt herum. Das war schon vor mehr als zweitausend Jahren so, wenn man die Weltwunder der Antike besuchen wollte.

Beginnen konnte man eine solche Rundreise bei den Pyramiden von Gizeh, jenen gewaltigen Grabmonumenten altägyptischer Pharaonen, die noch heute Besucher aus aller Welt in ihren Bann ziehen. Das zweite Weltwunder auf ägyptischem Boden, der Leuchtturm von Alexandria, ist dagegen längst zugrundegegangen. Für die Menschen der Antike stellte er ein außergewöhnliches Beispiel der Ingenieurskunst dar: Auf einem riesigen Fundament thronte ein fast 150 Meter hoher Turm, dessen Spitze eine monumentale Götterstatue zierte.

Werbung

Um ein einzigartiges Stück Gartenkunst zu erleben, musste sich der antike Reisende in den heutigen Irak aufmachen, wo man die hängenden Gärten der Semiramis als wahres Wunderwerk betrachtete: Auf mehreren übereinander liegenden Ebenen drängten sich die schönsten und ausgefallensten Pflanzen der damaligen Zeit. Weiter ging es auf die Insel Rhodos, wo der sogenannte Koloss von Rhodos die Hafeneinfahrt überspannte. Diese gewaltige Skulptur stürzte allerdings schon im 3. Jahrhundert v. Chr. bei einem Erdbeben ins Meer. Das berühmteste Grabmal der Antike war das Mausoleum von Halikarnass, der Grabbau des persischen Statthalters Mausolos von Karien in der heutigen Türkei. Es galt zu seiner Zeit als eines der imposantesten Baumonumente, heute liegt an seiner Stelle die Touristenme-tropole Bodrum.

Ebenfalls in Kleinasien befand sich der Tempel der Artemis von Ephesos. Heutzutage sind von diesem gewaltigen Kultbau nur noch die Fundamente und eine einzige Säule erhalten; der antike Besucher konnte noch durch einen riesigen Tempelbau mit einem wahren Wald von Säulen schreiten.

Eine Kultstatue der besonderen Art stellte schließlich das letzte der sieben Weltwunder dar: der Zeus von Olympia. Diese Monumentalstatue im Heiligtum von Olympia auf dem Peloponnes war von Phidias, einem der genialsten Bildhauer der Antike, geschaffen worden. Doch nicht nur das Aussehen der Statue beeindruckte, sondern auch die verwendeten Materialien, schließlich war das Kultbild des Hauptgottes gänzlich aus Gold und Elfenbein gefertigt.

Wer sich heutzutage auf die Spuren der antiken Weltwunder machen will, braucht vor allem eines: viel Phantasie. Denn bis auf die Pyramiden von Gizeh sind die Wunderwerke der antiken Welt allesamt zugrunde gegangen. Aber ihr Ruhm hat die Jahrtausende mühelos überdauert. (Glosse erschienen im Extra am 2.3. 2012)

Mario Rausch,geb. 1970, studierte Klassische Archäologie und Alte Geschichte und lebt als Publizist in Klagenfurt und Wien.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2012-03-01 18:44:02
Letzte ─nderung am 2012-12-16 16:27:47



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Der Zusammenhang aller Dinge
  2. Die Hängenden Gärten von Ninive
  3. Die neuen Weltwunder
  4. Den Wundern auf der Spur
  5. Und Wunder gibt es doch
Meistkommentiert
  1. Die Wunder des Wachsfigürchens
  2. Den Wundern auf der Spur
  3. Baum wird nach Tsunami konserviert

Werbung



Katharina Sieverding: Die Sonne um Mitternacht schauen.


Twitter Wall



Werbung


Werbung