• vom 08.02.2016, 21:49 Uhr

Zika-Virus


Notfallhilfe

Obama will 1,8 Milliarden Dollar Notfallhilfe




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Von WZOnline, APA, AFP

  • Auch Olympia-Absage im Gespräch und europäische Arzneimittelagentur stützt Forschung.

Washington/Rio de Janeiro/London. US-Präsident Barack Obama will beim Kongress in Washington Notfallhilfen in Höhe von mehr als 1,8 Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) für den Kampf gegen das Zika-Virus beantragen. Das teilte das Weiße Haus am Montag mit, ohne einen genauen Zeitplan zu nennen. Die Mittel sollen für die Bekämpfung des vor allem für Schwangere gefährlichen Erregers in den USA und im Ausland eingesetzt werden.

Das vorwiegend von Stechmücken übertragene Zika-Virus grassiert derzeit in Süd- und Mittelamerika, besonders betroffen sind Brasilien und Kolumbien. Der Erreger führt bei etwa einem Fünftel der Infizierten zu grippeähnlichen Symptomen und ist normalerweise nicht tödlich. Schwangere können das Virus aber auf ihre ungeborenen Kinder übertragen, bei denen es offenbar zu Mikrozephalie führen kann - einer gefährlichen Fehlbildung des Kopfes.

Das Zika-Virus wird auch mit der Guillain-Barre-Nervenkrankheit in Verbindung gebracht, die tödlich verlaufen kann. Bisher gibt es keinen Impfstoff gegen den Erreger und kein Medikament zur Behandlung Erkrankter. Wegen der Zika-Epidemie hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Anfang des Monats einen "weltweiten Gesundheitsnotstand" ausgerufen.

Die US-Behörden verzeichneten bisher 50 bestätigte Zika-Fälle bei Reisenden, die aus Gefahrengebieten in Lateinamerika zurückgekommen waren. Eine Übertragung innerhalb der USA wurde vorläufig nicht registriert. Nach Angaben des Weißen Hauses besteht allerdings die Gefahr, dass in den schwülen Sommermonaten vor allem in den Südstaaten Stechmücken mit dem Virus aktiv werden könnten.

Olympia-Absage im Gespräch
Wegen der rasanten Ausbreitung des Zika-Virus' in Brasilien rät das Olympische Komitee der USA (USOC) vor den Sommerspielen in Rio de Janeiro den Athleten zur Vorsicht. Um ihre Gesundheit besorgte Sportler sollten in Erwägung ziehen, dort im August nicht anzutreten, empfahl das USOC. Die US-Regierung beantragte am Montag beim Kongress 1,8 Milliarden Dollar an Sofortmitteln für den Kampf gegen Zika.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) setzte ein Expertengremium ein.

Den Sportteams sei geraten worden, nicht nach Rio de Janeiro zu fahren, wenn sie Bedenken hätten, sagte der Vorsitzende der US-Fechtervereinigung, Donald Anthony. Dem Sportdirektor des US-Reitverbandes, Will Connell, zufolge stellte das USOC den Athleten und Team-Mitgliedern die Entscheidung über eine Teilnahme frei. Niemand solle sich dazu verpflichtet fühlen, wenn er Bedenken habe.

Das USOC gab den beiden Sportfunktionären zufolge die Empfehlung Ende Januar ab. Ein USOC-Sprecher bestätigte, die Verbände über amtliche Empfehlungen informiert zu haben. Die US-Behörde für Gesundheitsschutz rät Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch, Zika-Regionen zu meiden. Das durch Mücken übertragene Virus gilt vor allem für Schwangere als gefährlich. In Brasilien wird es mit Fehlbildungen bei vielen Babys in Verbindung gebracht. Bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London holten US-Athleten die meisten Medaillen. Ihre Teilnahme hat große Bedeutung für die Veranstaltung in Rio.

 Europäische Arzneimittelagentur stützt ForschungDie Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat ein Expertengremium eingesetzt, um die Pharmabranche bei der Entwicklung von Impfstoff und Medikamenten zur Bekämpfung des Zika-Virus zu beraten. Sie wende sich aktiv an Firmen, die an solchen Mitteln arbeiteten, erklärte die Behörde. Zugleich fordere sie Forscher auf, sich bei vielversprechenden Projekten auf diesem Gebiet zu melden.

Ziel sei es, so schnell wie möglich die notwendigen Mittel zu entwickeln. Bisher gibt es weder einen Impfstoff zum Schutz vor der Infektion noch Medikamente für ihre Behandlung. Derzeit laufen noch nicht einmal klinische Studien.

Das Zika-Virus verbreitet sich gegenwärtig sehr schnell in Südamerika. Gefährlich ist es besonders für Schwangere, weil es im Verdacht steht, den Embryo zu schädigen. Übertragen wird es vor allem durch Mücken.





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Notfallhilfe, Zika-Virus

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Dokument erstellt am 2016-02-08 21:52:08



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