Dossier
Salzburger Festspiele

Weltbekannte Künstler inszenieren Opern, junge Künstler besuchen die renommierte Sommerakademie, Galerien verlegen ihre großen Sommerausstellungen an den Festspielstandort: Die Musik-, Theater- und Kunstszene findet sich bis 30. August in Salzburg ein. Und zum Auftakt hat wie immer Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" auf dem Domplatz Premiere. Und fast alles ist neu: Regisseur Michael Sturminger, nach der kurzfristigen Trennung vom Regieduo Brian Mertes und Julian Crouch eingesprungen, hat einen zeitgenössischen "Jedermann" inszeniert. An Tobias Moretti und seiner "Buhlschaft" Stefanie Reinsperger lag es, diesen Anspruch umzusetzen. Siehe dazu die Kritik: Abend der frömmelnden Gaukler
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Salzburger Festspiele

Salzburger Festspiele

Konzertkritik

Anne-Sophie Mutter, reif für die Geigen-Insel

Von einem Glücksfall der Musikgeschichte zu sprechen wäre übertrieben. Aber dass sich die deutsche Geigerin Anne-Sophie Mutter und der polnische Komponist Witold Lutosławski in den 1980er Jahren über den Weg gelaufen sind, war gut für beide Seiten. 1986 hat die Geigerin Lutosławskis "Chain 2" uraufgeführt... weiter




Festspielfreuden: Hinterhäuser hinter Rabl-Stadler. - © apa/Neumayr

Salzburger Festspiele

Weichenstellung4

  • Salzburger Festspiele: Überschuss von 1,6 Millionen bei 97 Prozent Auslastung.

Salzburg. Spätestens wenn die Salzburger Festspiele zur Bilanz-Pressekonferenz laden, ist der Sommer unwiederbringlich vorbei. Sonnig verlief auch die erste Saison unter Intendant Markus Hinterhäuser: Bei einem Budget von 61,7 Millionen Euro wurden 29,9 Millionen Bruttoeinnahmen erwirtschaftet und ein Überschuss von 1,6 Millionen netto erzielt... weiter




Intensive Machtdramen in der Salzburger Felsenreitschule: Golda Schultz im "Titus" (l.), Gerald Finley und Anna Prohaska in "Lear" (r.). - © apa/Barbara Gindl

Salzburg-Bilanz

Glanzlichter aus der Dunkelheit7

  • Auf Markus Hinterhäuser lasteten große Erwartungen - der neue Salzburg-Intendant hat sie weitgehend erfüllt. Eine Bilanz.

So unauffällig Markus Hinterhäuser für gewöhnlich durch die Salzburger Altstadt schleicht: Die Brust des Neo-Intendanten dürfte in den Vortagen geschwollen sein. Niemand geringerer als "The New Yorker", ein Prestigeblatt aus dem Big Apple, attestierte ihm eine Glanzleistung: In seinem ersten Leitungsjahr würde Hinterhäuser die "europäische Elite... weiter




Salzburger Festspiele

Das Publikum macht sich seine Festspiele2

  • Das letzte Festspiel-Wochenende brachte Anne-Sophie Mutter, die Wiener Philharmoniker und eine konzertante Donizetti-Oper.

Nicht nur die Musik muss einem ein bisserl leid tun, schon auch ihre Interpretin. Seit vier Jahrzehnten hechelt Anne-Sophie Mutter jenem Ruhm nach, den ihr als Dreizehnjährige Herbert von Karajan eingebrockt hat. Dabei ist Anne-Sophie Mutter beileibe nicht jene Klassik-Pop-Hochglanz-Artistin, für die sie ihre Fangemeinde hält... weiter




Jedermann: Stefanie Reinsperger, Tobias Moretti. - © apa/Barbara Gindl

Salzburg Schauspiel

Behutsame Ambitionen2

  • Die Bilanz des Schauspielprogramms der Salzburger Festspiele fällt durchwachsen aus: Hohe Ansprüche, nicht ganz geglückte Umsetzungen.

Salzburg. Die größte Überraschung des diesjährigen Schauspielprogramms war der "Jedermann". Hofmannsthals Knittelversdrama, das seit Beginn der Salzburger Festspiele anno 1920 alljährlich über den Domplatz (bzw. Festspielhaus) lärmt, wurde in diesem Jahr grundlegend erneuert. Im Rekordtempo - die Vorbereitungszeit belief sich auf knapp drei Monate... weiter




Verursacht Flurschäden: Gerald Finley als König Lear. - © apa/Barbara Gindl

Opernkritik

Im Blumenbeet des Bösen1

  • Grandioses Finale für den Premierenreigen in Salzburg: "Lear", ein Opernschocker von Aribert Reimann.

Zwischen all den Schrecken, Martern, Unbilden und Grässlichkeiten gönnt die Regie dem Publikum zumindest in einer Hinsicht mildernde Umstände. Wenn jemand auf der Bühne stirbt - und das passiert recht oft -, geschieht es symbolisch. Die Opfer werden in eine breite Blutlache getunkt, mitunter besudeln sie sich selbst. Sehr dezent also... weiter




Lulu im Sturm der Gender-Debatte: Die dreifache Lulu Ariane Labed, Isolda Dychauk und Anna Drexler bedrängt Christian Friedel als Alwa. - © Monika Rittershaus

Theaterkritik

Die Überdosis Sex3

  • Eine ambitionierte "Lulu" versandet auf der Perner-Insel in Hallein in Harmlosigkeit.

Plastikkugeln. Riesige Plastikkugeln. Die gewaltige Bühne der Perner-Insel in Hallein ist voll mit Kugeln im XL-Format. Am Beginn der Aufführung schweben sie zur Bühnendecke, geben eine leere, tiefschwarze Bühne frei (Bühnenbild: Florian Lösche). Tiergeräusche sind zu hören, man wähnt sich in einem Zoo... weiter




Intensiver Neuzugang: Rolando Villazón. - © Szbg. Festspiele/Rittershaus

Opernkritik

Musik aus dem Auge des Schmerz-Hurrikans6

  • Jetzt auch mit Rolando Villazón: "Ariodante" bei den Salzburger Festspielen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Salzburger Festspiele Wert auf ein unverwechselbares Programm legen. Es gibt aber zumindest eine Ausnahme von diesem Gebot, und das mit gutem Grund - nämlich die Übernahme der aufwendigen Produktion vom Partnerfestival, den Pfingstfestspielen. Deren Opernpremiere findet nun auch im ersten Sommer von... weiter




Klassikkritik

Sonaten, Fantasien und ihre Wechselwirkungen1

Den Reigen der Gäste des Pianisten-Olymps bei den Salzburger Festspielen setzte am Dienstagabend im Haus für Mozart Mitsuko Uchida fort. Mit der C-Dur-Sonate KV 545, die Mozart selbst als "kleine Klaviersonate für Anfänger" bezeichnete, eröffnete sie ihr Programm. Gar nicht nach Klavierstunde klang, wie Uchida Läufe und Arpeggien mit dem Ernst und... weiter




Konzertkritik

Ton-Rausch zu Ferragosta1

Riccardo Muti und die Wiener Philharmoniker: Das gehört in Salzburg zusammen, als Symbiose zwischen Hoch-, nein, Höchstkultur und tourismusnahem Brauchtum. Sechstausend Augen- und Ohrenpaare im Großen Festspielhaus. Da darf man nicht kleckern, bei Brahms durchaus klotzen. Yefim Bronfman hat vielleicht nicht mehr alle ganz schnellen Noten des... weiter




Oper

Konzertantes Dogen-Drama5

  • Verdi-Oper "I due Foscari" mit Plácido Domingo.

Salzburg. Immer wieder gerät man ins Staunen über Plácido Domingo, wie viel Glanz und Kraft seine Stimme nach einer so langen Karriere noch besitzt. Noch mehr aber darüber, eine wie große Palette an Farben er ihr entlocken kann, um Stimmungen auszudrücken. In Salzburg ist er heuer in zwei konzertanten Aufführungen von Giuseppe Verdis "I due... weiter




Von kühler Generatormusik angeschobene Gruppenchoreographie  in Horvaths Volksstück "Kasimir und Karoline". - © APAweb / Barbara Gindl

Dichtung nach unten nivelliert9

  • Horváths "Kasimir und Karoline" bei den Festspielen als Sozialnovelle nacherzählt.

Seit 2009 schützt kein Urheberrecht Ödön von Horváth vor Bearbeitungen, Entstellungen. Grenzenlos frei präsentiert das Kollektiv "600 HIGHWAYMEN" unter Abigail Browde und Michael Silverstone "Kasimir und Karoline". Und ohne Rücksicht auf Erwartungen im traditionsfirmen Segment der Zuschauer. Viele zeigten zum Schluss Unmut... weiter




"Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass es in ,Lulu‘ primär um Erotik gehe. Alles dreht sich um Macht", sagt Tsangari. - © Jasmin Walter

Interview

"Es ist tough"2

  • Die griechische Filmregisseurin Athina Rachel Tsangari über ihr Theater-Debüt bei den Salzburger Festspielen.

"Wiener Zeitung": Lulu ist wohl eine der rätselhaftesten Bühnenfiguren: Sie ist Heilige und Hure, Femme fatale und Unschuldslamm, die Lulu-Forschung füllt ganze Bibliotheksreihen. Wer ist Lulu? Athina Rachel Tsangari: Das weiß ich auch nicht. Niemand weiß das. Wedekind lässt es nicht zu, dass Lulu sich im Stück offenbart... weiter




Mord im Wald der Kohlezeichnung: Wozzeck (Matthias Goerne) hat Marie (Asmik Grigorian) erstochen. - © apa/Neumayr/Leo

Opernkritik

Unter Mörderpuppen3

  • Salzburger Festspiele: Alban Bergs "Wozzeck" als Vorspiel zum Ersten Weltkrieg.

Es gehört zu den Eigenschaften eines Meisterwerks, dass es mitunter auch andere Kunst zum Leuchten bringt - jedenfalls, wenn diese Kunst nicht dem gleichen Genre angehört. Nehmen wir Oliver Stones Film "Natural Born Killers" als Beispiel: ein Blutbad, schrecklich effektüberladen und gewaltverliebt. Und doch gibt es da diese Mordszene... weiter




Konzertkritik

Ein virtuoser Grübler1

  • Andris Nelsons und Daniil Trifinov mit den Wienern.

Es ist nicht der große Effekt, dem er seine Virtuosität unterordnet, es ist vielmehr eine beinahe introvertierte Expressivität, die sein Spiel prägt, eine sehr genau gearbeitete, stringente und unausweichliche Geradlinigkeit. Der erst 26-jährige Pianist Daniil Trifonov hat sich damit in den vergangenen Jahren einen Platz als Shootingstar der... weiter




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CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.


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