Dossier
Salzburger Festspiele

Weltbekannte Künstler inszenieren Opern, junge Künstler besuchen die renommierte Sommerakademie, Galerien verlegen ihre großen Sommerausstellungen an den Festspielstandort: Die Musik-, Theater- und Kunstszene findet sich bis 30. August in Salzburg ein. Und zum Auftakt hat wie immer Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" auf dem Domplatz Premiere. Und fast alles ist neu: Regisseur Michael Sturminger, nach der kurzfristigen Trennung vom Regieduo Brian Mertes und Julian Crouch eingesprungen, hat einen zeitgenössischen "Jedermann" inszeniert. An Tobias Moretti und seiner "Buhlschaft" Stefanie Reinsperger lag es, diesen Anspruch umzusetzen. Siehe dazu die Kritik: Abend der frömmelnden Gaukler
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Salzburger Festspiele

Klassikkritik

Sonaten, Fantasien und ihre Wechselwirkungen1

Den Reigen der Gäste des Pianisten-Olymps bei den Salzburger Festspielen setzte am Dienstagabend im Haus für Mozart Mitsuko Uchida fort. Mit der C-Dur-Sonate KV 545, die Mozart selbst als "kleine Klaviersonate für Anfänger" bezeichnete, eröffnete sie ihr Programm. Gar nicht nach Klavierstunde klang, wie Uchida Läufe und Arpeggien mit dem Ernst und... weiter




Konzertkritik

Ton-Rausch zu Ferragosta1

Riccardo Muti und die Wiener Philharmoniker: Das gehört in Salzburg zusammen, als Symbiose zwischen Hoch-, nein, Höchstkultur und tourismusnahem Brauchtum. Sechstausend Augen- und Ohrenpaare im Großen Festspielhaus. Da darf man nicht kleckern, bei Brahms durchaus klotzen. Yefim Bronfman hat vielleicht nicht mehr alle ganz schnellen Noten des... weiter




Oper

Konzertantes Dogen-Drama5

  • Verdi-Oper "I due Foscari" mit Plácido Domingo.

Salzburg. Immer wieder gerät man ins Staunen über Plácido Domingo, wie viel Glanz und Kraft seine Stimme nach einer so langen Karriere noch besitzt. Noch mehr aber darüber, eine wie große Palette an Farben er ihr entlocken kann, um Stimmungen auszudrücken. In Salzburg ist er heuer in zwei konzertanten Aufführungen von Giuseppe Verdis "I due... weiter




Von kühler Generatormusik angeschobene Gruppenchoreographie  in Horvaths Volksstück "Kasimir und Karoline". - © APAweb / Barbara Gindl

Dichtung nach unten nivelliert9

  • Horváths "Kasimir und Karoline" bei den Festspielen als Sozialnovelle nacherzählt.

Seit 2009 schützt kein Urheberrecht Ödön von Horváth vor Bearbeitungen, Entstellungen. Grenzenlos frei präsentiert das Kollektiv "600 HIGHWAYMEN" unter Abigail Browde und Michael Silverstone "Kasimir und Karoline". Und ohne Rücksicht auf Erwartungen im traditionsfirmen Segment der Zuschauer. Viele zeigten zum Schluss Unmut... weiter




"Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass es in ,Lulu‘ primär um Erotik gehe. Alles dreht sich um Macht", sagt Tsangari. - © Jasmin Walter

Interview

"Es ist tough"1

  • Die griechische Filmregisseurin Athina Rachel Tsangari über ihr Theater-Debüt bei den Salzburger Festspielen.

"Wiener Zeitung": Lulu ist wohl eine der rätselhaftesten Bühnenfiguren: Sie ist Heilige und Hure, Femme fatale und Unschuldslamm, die Lulu-Forschung füllt ganze Bibliotheksreihen. Wer ist Lulu? Athina Rachel Tsangari: Das weiß ich auch nicht. Niemand weiß das. Wedekind lässt es nicht zu, dass Lulu sich im Stück offenbart... weiter




Mord im Wald der Kohlezeichnung: Wozzeck (Matthias Goerne) hat Marie (Asmik Grigorian) erstochen. - © apa/Neumayr/Leo

Opernkritik

Unter Mörderpuppen2

  • Salzburger Festspiele: Alban Bergs "Wozzeck" als Vorspiel zum Ersten Weltkrieg.

Es gehört zu den Eigenschaften eines Meisterwerks, dass es mitunter auch andere Kunst zum Leuchten bringt - jedenfalls, wenn diese Kunst nicht dem gleichen Genre angehört. Nehmen wir Oliver Stones Film "Natural Born Killers" als Beispiel: ein Blutbad, schrecklich effektüberladen und gewaltverliebt. Und doch gibt es da diese Mordszene... weiter




Konzertkritik

Ein virtuoser Grübler1

  • Andris Nelsons und Daniil Trifinov mit den Wienern.

Es ist nicht der große Effekt, dem er seine Virtuosität unterordnet, es ist vielmehr eine beinahe introvertierte Expressivität, die sein Spiel prägt, eine sehr genau gearbeitete, stringente und unausweichliche Geradlinigkeit. Der erst 26-jährige Pianist Daniil Trifonov hat sich damit in den vergangenen Jahren einen Platz als Shootingstar der... weiter




Ideale Aida: Anna Netrebko.

Opernkritik

Statische Klangpracht12

  • Anna Netrebko begeistert mit ihrem Aida-Debüt, Riccardo Muti protzt mit Klang, Shirin Neshat kapituliert als Regisseurin.

Technische Grenzen scheint sie nicht zu kennen. Ihr dunkler werdender Sopran ist in der Dramatik beeindruckend strahlend und solitär; in den lyrischen Passagen reduziert sie ihn zu berührenden, schillernden Pianissimi. Und auch im Wechsel zwischen der expressiven Durchschlagskraft und der poetischen Reduktion auf den Hauch eines Tones ist jede... weiter




- © Marco Borggreve/harmonia mundi

Salzburger Festspiele

Ein wild polternder Träumer6

  • Bariton Matthias Goerne über das Kulturgut Lied, Kunst als gesellschaftliche Notwendigkeit und den Salzburger "Wozzeck".

Salzburg. Vor 20 Jahren, im Sommer 1997, hat Matthias Goerne sein Operndebüt bei den Salzburger Festspielen gegeben - als Papageno in der "Zauberflöte". Auch damals hatte er sich bereits in seiner ersten und ureigensten Disziplin - dem Liedgesang - einen Namen gemacht, den Grundstein gelegt für seinen Platz an der Spitze der führenden... weiter




Gewalt als letzte Lebendigkeit: Nina Stemme als solitäre Katerina, Dmitry Ulyanov als autoritärer Boris. - © Salzburger Festspiele /Thomas Aurin

Oper

Im Hinterhof der Menschlichkeit5

  • Mariss Jansons gibt mit Schostakowitsch sein umjubeltes Salzburg-Debüt. Andreas Kriegenburg inszeniert stimmig konventionell.

Im grauen Hinterhof der Trostlosigkeit regiert der Trieb. An Würde oder Perspektive ist den Menschen hier alles genommen. Was ihnen geblieben ist, sind die Mechanismen der Unterdrückung, die Gesetze der Gewalt und der animalischen Instinkte. Die Strukturen in diesem trist-lüsternen Soziotop sind so marode wie die bröckelnde schale Beton-Fassade... weiter




Konzertkritik

Chopin in der Seele

  • Pianist Grigory Sokolov begeisterte in Salzburg.

Es gibt Tage, da hat man Chopin in der Seele und in den Händen. Es steht aber Mozart auf dem Programm. So ein Tag schien der Dienstag für Grigory Sokolov zu sein. Wobei das vielleicht für viele Tage im Leben des introvertierten russischen Pianisten gilt. Doch es war bei seinem Konzert im Großen Festspielhaus ein weiter Weg... weiter




Konzert

Romantische Musikbilder, krude Phantasmen

Was für ein sanftes Pandämonium, wenn die "drei Schattengestalten" zum Wagen hereinhuschen, der da "rollet langsam durch lustiges Waldesgrün". Erst im unendlich langen Klavier-Nachspiel bekommt man das gespenstische Grimassenschneiden dieser ungebetenen Gäste so recht mit. Heinrich Heine hat sich die bizarre Szenerie ausgedacht... weiter




"Ich wullte’s ni": Lina Beckmann kontra Gregor Bloéb. - © apa/B. Gindl

Theaterkritik

Unschuldig schuldig

  • Lina Beckmann kämpft als "Rose Bernd" auf der Halleiner Perner-Insel um ihr Lebenglück.

Eine Frau schält sich aus dunklem Bühnenhintergrund. Ihr Gesicht gleicht einem kalkweiß grundierten Gemälde, auf dem Strass funkelt und das bunte Linien zieren. Auf dem Kopf hat sie ein Blumenhaargesteck mit Silber-Lametta, sie trägt eine knallbunte Tracht, ein wenig erinnert ihr Aufzug an Frida Kahlo... weiter




Duo infernale: Roland Koch und Oliver Stokowski. - © apa/B. Gindl

Theaterkritik

Ein Mensch verschwindet5

  • Andrea Breth eröffnet mit einer unnahbaren Harold-Pinter-Inszenierung das Schauspiel-Programm der Salzburger Festspiele.

Am Anfang sind Cornflakes. Am Ende löffelt Petey wieder Flocken, stiert in die Zeitung, tauscht Alltagsfloskeln mit seiner Frau Meg aus, als wäre nichts geschehen. Dabei ist gerade ein Mensch verschwunden. Petey und Meg am Frühstückstisch: Es ist einer der beklemmenden Momente in Andrea Breths Inszenierung von Harold Pinters "Die Geburtstagsfeier":... weiter




Konzertkritik

Die zwei Gesichter der Letzten Dinge1

Den Reigen der musikalischen Abschiede, der letzten Werke und tönenden Vermächtnisse bei den diesjährigen Salzburger Festspielen setzte sich auch im ersten Konzert der Wiener Philharmoniker fort. Als seelenvoll wissender Abschiednehmer erwies sich am Wochenende Bernard Haitink, der Gustav Mahlers letzte, die 9... weiter




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"Zusammenspiel" von Irene Charlotte Jahn.

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Fesselndes am letzten Wochenende in Krems: "Durational Rope" von Quarto brachten Seile unter anderem zum Tanzen. Blixa Bargeld und eines seiner Instrumente.