Dossier
Salzburger Festspiele

Weltbekannte Künstler inszenieren Opern, junge Künstler besuchen die renommierte Sommerakademie, Galerien verlegen ihre großen Sommerausstellungen an den Festspielstandort: Die Musik-, Theater- und Kunstszene findet sich bis 30. August in Salzburg ein. Und zum Auftakt hat wie immer Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" auf dem Domplatz Premiere. Und fast alles ist neu: Regisseur Michael Sturminger, nach der kurzfristigen Trennung vom Regieduo Brian Mertes und Julian Crouch eingesprungen, hat einen zeitgenössischen "Jedermann" inszeniert. An Tobias Moretti und seiner "Buhlschaft" Stefanie Reinsperger lag es, diesen Anspruch umzusetzen. Siehe dazu die Kritik: Abend der frömmelnden Gaukler
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Salzburger Festspiele

Salzburger Festspiele

Tobias Moretti und Stefanie Reinsperger in "Jedermann". - © apa

Salzburger Festspiele

"Erotik der Intimität"13

  • "Jedermann" in zeitgenössischer Inszenierung gibt den Startschuss für die Salzburger Festspiele.

Salzburg. (austa) Im April nahm Regisseur Michael Sturminger kurzfristig die Herausforderung an, sich das Eröffnungs- und Herzstück der Salzburger Festspiele vorzunehmen. Die in "unfassbar kurzer Zeit", so Sturminger, gestaltetete zeitgenössische Inszenierung des "Jedermann" feiert heute, Freitag, am Salzburger Domplatz ihre Premiere... weiter




Die künstlerische Bilanz der Salzburger Festspiele 2016 ist eher problematisch. - © Sbg. Festspiele/Luigi Caputo

Nachlese 2016

Nur wenig edle Tropfen2

  • Durchwachsen kann man den Salzburger Festspieljahrgang 2016 kaum nennen. Eher nur schwach.

Salzburg. Zugegeben: Die Umstände, unter denen die diesjährigen Salzburger Festspiele zustande gekommen sind, waren nicht gewöhnlich. Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und Schauspiel-Chef Sven-Eric Bechtolf zeichnen nach dem Vorjahr auch für den Sommer 2016 verantwortlich. Letzterer auch als künstlerischer Gesamtplaner... weiter




- © Salzburger Festspiele/Ruth Walz

Nachlese 2016

Vergnügen in Serie

  • Heiter, aber musikalisch mittelprächtig: "Le nozze di Figaro" in Salzburg.

Und dann blamiert er sich wieder, der Herr Musiklehrer. Im Rausch der Gefühle hat er ein Poststück völlig verkannt. Leider: Der anonyme Liebesbrief im Dienstbotenzimmer war keine Einladung des schönen Cherubino an ihn. Was Basilio schmerzhaft spät einleuchtet. Davor fasst er sich ein Herz, springt den hübschen Jüngling an - und rutscht an ihm... weiter




Nachlese 2016

Plácido Domingo macht die Kurtisane zur Nonne7

Plácido Domingo, der alte Fuchs, weiß, wie er sich einschätzen kann und was er sich (noch) zutrauen darf. Die Rolle des Eremiten Athanaël in Massenets "Thaïs" gehört dazu, obwohl sie für den Sänger kaum eine Minute zum Durchschnaufen bereit hält. Immer steht Athanaël in der ersten Reihe, ist er damit beschäftigt, Thaïs... weiter




Die Salzburger Festspiele versuchten die Auferweckung von "Der Ignorant und der Wahnsinnige" (v.l.n.r): Barbara de Koy, Sven-Eric Bechtolf, Annett Renneberg, Christian Grashof. - © Ruth Walz/Festspiele

Nachlese 2016

Mit Lichtzauber in die Finsternis8

  • Wieder bei den Salzburger Festspielen: "Der Ignorant und der Wahnsinnige" von Thomas Bernhard.

Nur acht Seiten stark das Programmheft 1972 zu "Der Ignorant und der Wahnsinnige". Die Eintrittskarte steckt noch drinnen. 200 Schilling, indextreu umgerechnet 57,60 Euro, für den denkbar exklusivsten Kunstgenuss! Denn nach der Premiere untersagten Thomas Bernhard und Claus Peymann jede weitere Darbietung von "Der Ignorant und der Wahnsinnige"... weiter




Stauraum der Ideen: Piotr Becza a (links oben) in einem bilderprallen, dennoch langwierigen "Faust" in Salzburg. - © apa/Barbara Gindl

Nachlese 2016

Des Plunders Kern1

  • Letzte Opernpremiere in Salzburg: Gounods "Faust" als rätselhafte Dekor-Orgie - mit einem überragenden Piotr Beczała.

"Und wofür standen jetzt die Kugeln?" - "Für den Tod." - "Hm. Wahrscheinlich." Gespräche wie dieses waren am späten Mittwochabend keine Seltenheit. Im Großen Festspielhaus war soeben die Premiere von Gounods "Faust" zu Ende gegangen, und diese letzte Neuproduktion des Salzburger Opernsommers bescherte dem Publikum en masse rätselhafte Schauwerte... weiter




Konzert

Sternstunde des Wissens um einander

  • Salzburger Festspiel: Zubin Mehta und die Wiener Philharmoniker.

"Mit 25 Jahren hatte er bereits die Wiener und die Berliner Philharmoniker sowie das Israel Philharmonic Orchestra dirigiert." Das schreibt sich so einfach hin in der Biografie. Zubin Mehta ist mittlerweile 80 - eine Zeitspanne, für die das Wort Geschichte wohl angebracht ist. Ein nettes Apercu dazu lieferte Präsidentin Helga Rabl-Stadler... weiter




Ildebrando D‘Arcangelo und Carmela Remigio. - © apa/Gindl

Nachlese 2016

Von Menschen und Koffern2

  • Wiederaufnahme des Salzburger "Don Giovanni" - szenisch mäßig, doch hinreißend dirigiert.

Spät, aber doch kommt nun Leben in das hölzerne Einheitsbühnenbild. 2014 hatte Regisseur Sven-Eric Bechtolf im Haus für Mozart einen Don Giovanni vorgestellt, der in einem Mittelding aus Hotel und Bordell weibert. Zwar hat Bechtolf, noch heuer Übergangs-Intendant in Salzburg, diese mäßige Kreativleistung für die aktuellen Festspiele nicht... weiter




Prunkvolle Orientbilder, aber keine Liebesgeschichte: Alvis Hermanis setzt auf üppiges Ausstattungstheater. - © Salzburger Festspiele/Forster

Nachlese 2016

Zu Gold erstarrt4

  • Die Salzburger Festspiele haben Strauss’ "Liebe der Danae" szenisch und musikalisch üppig bebildert.

Mitunter müssen die letzte Takte einer Aufführung erklungen sein, um dem Klang der ersten Sinn zu verleihen. Für sich genommen gerieten Franz Welser-Möst der erste und teils der zweite Akt von Richard Strauss‘ "Liebe der Danae" im Großen Salzburger Festspielhaus allzu metallisch, gleißend und markant... weiter




Nachlese 2016

Zähes Ende5

  • Nicholas Ofczarek und Michael Maertens suhlen sich bei Becketts "Endspiel" in ihrem Talent.

Das Warten haben sie längst hinter sich. Auf die alles vernichtende Katastrophe etwa, auf einen Godot oder gar Gott — "Der Lump existiert nicht." — "Noch nicht." Nicht einmal auf das Ende warten die vier Figuren noch, es ist bereits da. Doch es erweist sich als zäh, dieses Ende, will zu keinem Ende kommen... weiter




Nachlese 2016

Zum letzten Mal den Jedermann

  • Cornelius Obonya gibt die Traditionsrolle mit Ende der Festspiele nach vier Spielzeiten ab.

Salzburg/Wien. Cornelius Obonya hat genug vom "Jedermann": Nach vier Spielzeiten in der Titelpartie des Hofmannsthal-Klassikers wird der 47-Jährige seine Rolle zurücklegen. "Das ist meine letzte Saison", unterstrich der Schauspieler in einem Pressegespräch in Salzburg. Das Traditionsstück hatte am Samstagabend seine heurige Premiere - wegen Regens... weiter




Klare Sicht auf Probleme, fordert Konrad Paul Liessmann ein. - © Robert Newald

Interview

"Kunst lässt Unerträgliches genießen"44

  • Philosoph Konrad Paul Liessmann hält nächste Woche die Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele. Ein Gespräch.

"Wiener Zeitung": In Großbritannien siegen die Brexit-Befürworter, in den USA könnte Donald Trump bald Präsident sein, und in Österreich hat der FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat bei der Wahlwiederholung Chancen. Schlägt in schwierigen Zeiten die Stunde der Welterklärer? Beobachten wir einen Siegeszug des Rechtspopulismus... weiter




Starker Tobak statt Wohlfühlpremiere: Regisseur Peter Konwitschny klagt in "Die Eroberung von Mexico" eine materialistische Gesellschaft an - und damit auch das Festspielpublikum. - © apa/Barbara Gindl

Festspiel-Bilanz 2015

Kreative Krisenbewirtschaftung1

  • Wie waren sie, die Salzburger Festspiele? In der Königskategorie Oper jedenfalls ein Erlebnis - trotz schwieriger Verhältnisse.

"Jedes Ding hat seine Zeit", singt die Marschallin im "Rosenkavalier". Der Opernhit von Richard Strauss darf freilich als Ausnahme von der Regel gelten. Die Komödie über ein Alt-Wien, das es so nie gab, wird selber nie alt, und sie demonstriert diese Unverwüstlichkeit regelmäßig bei den Salzburger Festspielen... weiter




Nachlese 2015

Suizid beim Hornsignal

  • Giuseppe Verdis "Ernani" konzertant bei den Salzburger Festspielen.

Im Wettbewerb ums verquerste Libretto der Operngeschichte mischt Verdis "Ernani" ganz vorne mit. Donna Elvira liebt den "Banditen" (in Wirklichkeit: vom aragonesischen König Carlo um die Kronprinzen-Stellung gebrachten) Ernani und muss sich gegen zwei Lover (den König und den Adeligen Silva) erwehren... weiter




Noblesse: Krassimira Stoyanova als Feldmarschallin (rechts), auch heuer umworben von Sophie Koch als Octavian. - © apa/Barbara Gindl

Nachlese 2015

Zarte Triebe10

  • Der Salzburger "Rosenkavalier" ist zurück - und vor allem gesanglich ein Ereignis.

(irr) Mitunter darf man auch einmal einen Tenor ignorieren. Der Schönklangprotz im morgendlichen Salon der Frau Marschallin hat nämlich interessante Konkurrenz bekommt. Sieh an: Am Katzentisch drängt der Herr Ochs auf Lerchenau einem Notar ein Papier auf, der wehrt sich, der Grobian aber insistiert, bis der Doktor den Wisch in Augenschein nimmt... weiter




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