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Es war eine gute Woche. Erst trudelte eine Studie ein, die besagte, dass sich die Österreicher "zufrieden" fühlen. Dann kam eine Studie, die besagte, dass sich österreichische Singles "glücklich" fühlen. Welch ein Fortschritt zur Vorwoche, als noch eine Studie unkte, dass die Österreicher sich "alt" fühlen.
Trotz dieser erhebenden Inhalte werden es solche Studien aber nie in die engere Auswahl von John Brockmans Fragenkatalog schaffen. Der New Yorker Literaturagent stellt jedes Jahr Wissenschaftern, Künstlern und Schriftstellern eine Frage. Das kann so scheinbar banal sein wie: "Was macht Sie optimistisch?", oder so ambitioniert wie: "Was wird alles verändern?" Heuer, vielleicht Zeiten der Krise entsprechend, lautete die Frage ein wenig eskapistisch: "Welche Erklärung finden Sie besonders schön oder elegant?" Das könnte auf Einstein zurückgehen, der gesagt haben soll, dass er die Relativitätstheorie gar nicht beweisen müsse, denn sie sei so schön, sie müsse einfach wahr sein. Diese Theorie liegt denn bei den Antworten auch recht weit vorne, geschlagen wird sie freilich von der Darwinschen Evolutionstheorie. Der Schriftsteller Douglas Coupland hat sich für etwas ganz anderes entschieden. Er zeigt sich begeistert, dass jeder Mensch, egal ob es die Queen, Stephen Hawking oder ein Arbeiter in einer Pekinger Kofferfabrik ist, Déjà-vu-Erlebnisse hat. Und zwar genau zweimal im Jahr. Wie sie entstehen, das kann man erklären. Warum sie entstehen, das kann man nicht erklären. Und genau das sei das Schöne dran. Kommt einem irgendwie komisch bekannt vor.
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