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Prämien-Anteil der Ost-Töchter bald bei 50 bis 60 Prozent. | Geyer: Jährliches Gewinnwachst von bis zu 20 Prozent. | Wien. Für die Wiener Städtische laufen die Geschäfte offenbar viel besser als erwartet. Mit Hilfe des kräftigen Rückenwindes aus den aufstrebenden Märkten Osteuropas soll die Ernte, die Österreichs größte Versicherung nicht nur heuer, sondern auch in den beiden Folgejahren in die Scheune fahren will, üppiger als bisher geplant ausfallen. 2009 will Städtische-Chef Günter Geyer bereits deutlich mehr als eine halbe Milliarde Euro Gewinn abliefern.
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"Das ist ein sehr realisti sches Ziel", verkündete Geyer am Montag vor Journalisten. Konkret peilt er einen Vorsteuer-Gewinn von 520 bis 530 Mio. Euro an. "In alter Währung sind das rund 7 Milliarden Schilling."
Die Märkte im Osten sieht Geyer noch lange nicht gesättigt. Am dortigen Wachstumsboom - die Versorgung mit Versicherungsdienstleistungen gilt noch als unterentwickelt - will er deshalb weiterhin groß mitnaschen. In zwei bis drei Jahren werde der Prämien-Anteil der Osteuropa-Töchter am "Gesamtkuchen" des Konzerns daher bereits 50 bis 60 Prozent oder sogar mehr betragen, so Geyer. Zuletzt lag er bei gut 37 Prozent.
Weiter auf Einkaufstour
Nach wie vor hält Geyer seine Fühler nach weiteren Akquisitionen ausgestreckt. In Frage kämen vor allem Zukäufe in Polen, der Ukraine, aber auch in Ungarn, "sollte sich dort etwas bieten".
Für Russland - wo die Städtische seit Herbst 2006 zusammen mit der Moskauer Versicherung ein Joint-Venture betreibt und mittlerweile rund 25.000 Kunden hat - gibt es zumindest vorläufig keine Pläne, das Geschäft über die eine oder andere Akquisition breiter aufzustellen.
Für Rumänien hingegen hat Geyer den Kauf der Versicherungstöchter der Erste Bank-Tochter BCR (Banca Comerciala Romana) im Auge. In den nächsten Monaten soll es dazu Gespräche geben. Derzeit ist die Städtische in Rumänien mit vier Gesellschaften vertreten.
Kurz vor dem Abschluss stehen zwei Zukäufe in den neuen Märkten Türkei und Albanien. Sobald die Übernahme des türkischen Au-to-Versicherers Ray Sigorta und des albanischen Sachversicherers Sigma endgültig unter Dach und Fach ist, wird die Wiener Städtische in bereits 20 Ländern unterwegs sein.
"Langfristig werden wir damit sicher ein jährliches Wachstum von 10 bis 20 Prozent bieten können", so Geyer zu den Gewinn-Perspektiven durch die Internationalisierung der letzten Jahre.
Für heuer jedenfalls hat der Vorstandschef der Städtischen seine Gewinnprognose von bisher 370 auf 410 Mio. Euro deutlich angehoben. Gegenüber 2006 rechnet er nun mit einer Steigerung um rund 28 Prozent.
Nach dem ersten Quartal lag das Ergebnis vor Steuern mit 101 Mio. Euro im Jahresabstand um 38 Prozent höher, wobei die Konzern-Prämien mit 2,02 Mrd. Euro (plus 15 Prozent) erstmals in einem Quartal die Grenze von zwei Milliarden überschritten.
Deutlich höher gelegt hat Geyer die Gewinnlatte auch für die nächsten beiden Jahre. So wird das ursprüngliche Ergebnisziel für 2009 auf 2008 vorgezogen - da erwartet sich Geyer nun einen Vorsteuer-Gewinn von 470 bis 480 Mio. Euro, der dann in weiterer Folge 2009 auf deutlich mehr als eine halbe Milliarde Euro ansteigen soll.
Verschmelzung im Juni
Zur bereits angekündigten Fusion der Union Versicherung und der BA-CA Versicherung, an denen die Wiener Städtische beteiligt ist, sagte Geyer, sie werde Mitte oder Ende Juni abgeschlossen sein.
Gelassen sieht der Versicherungsboss den Einstieg des Konkurrenten Generali bei der Bawag, der damit in Österreich eine Vertriebsoffensive starten will. Geyer: "Das schauen wir uns wirklich aus der Loge an."
Von der Bawag hat die Städtische zuletzt einen Teil von deren Voestalpine-Aktienpaket gekauft. Laut Geyer waren es weniger als ein Prozent. Der Preis habe "gepasst". Seit Jahren ist die Städtische an der Voestalpine beteiligt - im Regelfall pendelt ihr Anteil zwischen 3 und 5 Prozent.
Der Bau-Konzern Porr, an dem die Städtische etwas über 10 Prozent hält, steht vor einer Kapitalerhöhung. Geyer spricht sich für ein Volumen eher in Richtung 200 Mio. Euro aus. Aus heutiger Sicht würde die Städtische voll mitziehen.

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