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Besucher strömten auch heuer wieder zu Bundesheer-Schau. | Mehr als 500.000 kamen trotz Regens auf den Heldenplatz. | Am Heldenplatz herrscht Volksfeststimmung - soweit kaltes Wetter und Nieselregen das zulassen. Während das Sozialministeriums-Zelt mit Informationsständen zu den Themen soziale Absicherung oder Wiedereinstieg eher dürftig besucht ist, erfreuen sich Attraktionen des österreichischen Bundesheeres auch an diesem Nationalfeiertag großer Beliebtheit. Vor dem "Black Hawk" etwa, einem echten Wuchtbrummer von Hubschrauber, stehen vor allem Väter mit Söhnen Schlange.
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Einer dieser Väter hat während der Wartezeit mit einem ungewöhnlichen Problem zu kämpfen - der jüngere seiner beiden Buben möchte nämlich lieber auf den Haflingern reiten, statt sich den Hubschrauber anzusehen, ein Ansinnen, das sein Vater mit den Worten: "Ponyreiten ist doch für Mädchen" quittiert.
Auch vor einem der Panzer hat sich bereits eine geduldig wartende Menge postiert. Die Moderatorin auf der großen Bühne vor der Hofburg erklärt, dass Soldaten und Polizisten daran gewöhnt sind, bei jedem Wetter vollen Einsatz zu zeigen, und "nicht mit der Wimper zucken, wenn es regnet". Nicht weit entfernt stehen drei junge Rekruten der Wache vor dem Panzer und frieren. Die drei Burschen kommen aus der Steiermark und versehen bereits seit sieben Uhr morgens ihren Dienst.
Panzer und Minenfeld
Einer räumt ein, dass es "am Vormittag schon langweilig war" aber jetzt, da "viele Leute den Panzer sehen wollen", sei es besser. Kalt sei ihnen schon, aber sie seien entsprechend ausgerüstet, betont der Zweite tapfer und richtet den Gurt seines Gewehrs. Einige Meter weiter steht der Kletterfelsen mit der Seilrutsche. Für eine Gruppe Jugendlicher offensichtlich ideale Gelegenheit für eine feiertägliche Mutprobe. Der 15-jährige Marcel etwa hat den Präsenzdienst noch vor sich und möchte diesen auch leisten: "Weil das voll super sein muss, mit den Übungen und so".
Sein Kollege hat den Kletterfelsen bereits bezwungen. Was am Nationalfeiertag genau gefeiert wird ist den Burschen eher unklar: "Da war irgendetwas mit den Soldaten nach dem Krieg" meint Marcel.
Gleich neben dem Kletterfelsen gibt es eine weitere Attraktion - ein Minenspielfeld. In einer Art Sandkiste können Kinder und auch Erwachsene nach (nicht scharfen) Minen buddeln oder sich am Metalldetektor versuchen. Gleich neben der Hauptbühne lockt ein Zelt mit der Aufschrift "Militär und Philatelie".
Edeltraut Wiesinger vom Heeres-Briefmarken-Sammler-Verein ist vor allem hier, um ihren Mann zu unterstützen, der bereits seit seinem 14. Lebensjahre Miltärbriefmarken sammelt. Für sie hat der Nationalfeiertag schon eine besondere Bedeutung, ist sie doch "begeisterte Österreicherin".
Freude über freies Land
Die 61-Jährige freut sich auch, "als Friedenskind das Ende der Besatzung feiern zu können." Auch Gabriele (51) und ihre 26-jährige Tochter Ursula sind heute auf den Heldenplatz gekommen. Gabriele und ihr Mann, der selbst beim Heer war, sind aus Kärnten angereist weil der Exsoldat "seinen Frauen das Heer zeigen will", meint Gabriele lächelnd. "Wir haben heute schon mit den Kindern die Bundeshymne gesungen, und ich freu mich sehr, in einem freien Land zu leben" erklärt die Kärtnerin ihren persönlichen Bezug zu diesem Feiertag. Es gibt auch kritische Stimmen, wie am Heldenplatz gefeiert wird: Auf der anderen Seite des Rings haben die jungen Grünen Stellung bezogen und provozieren mit dem Spruch "Heimat im Herzen, Scheiße im Hirn". Was aber nicht entfernt so viel Anklang findet wie der Black Hawk.
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