)
Die OMV - nach neuer Eigendefinition "Zentral- und Osteuropas führender Öl- und Erdgaskonzern" - hat im Geschäftsjahr 2002 ein "respektables Ergebnis" erzielt. Wie erwartet lag das Rekordergebnis von 2001 außer Reichweite - zu schlecht waren Rahmenbedingungen - das Betriebsergebnis (EBIT) lag mit 495 Mill. Euro zwar um 19% unter dem Vorjahr, aber über dem Vergleichswert 2000 und über den Erwartungen der Analysten. Was Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer bei der Bilanzpressekonferenz am Dienstag in Wien besonders freute, war der kontinuierliche Aufwärtstrend währen des ganzen Jahres: "Das 4. Quartal war das drittbeste der Unternehmensgeschichte überhaupt."
Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 22 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.
Im Bereich Raffinerie & Marketing (R&M), auf den etwa zwei Drittel der OMV-Erlöse entfallen, ging der Umsatz 2002 um 12% auf 4,9 Mrd. Euro zurück, vor allem weil im Raffineriebereich die Margen und Verkaufspreise den Mehrabsatz im Marketingbereich überwogen. Dort stieg der Absatz um 3% auf knapp 8 Mill. Tonnen. Ihr Tankstellennetz erweiterte die OMV 2002 um 72 auf 1.232 Stationen, davon bereits 715 (58%) im Ausland.
Auf dem Weg zur angepeilten Verdoppelung der Marktposition im Jahr 2008 gab es heuer schon den nächsten Schritt: In ihrer bisher größten Akquisition erwarb die OMV in Süddeutschland, Ungarn und der Slowakei 313 Aral- und BP-Tankstellen, 45% an der Bayernoil Raffinerie und weitere 18% an der Transalpine Pipeline (TAL).
Die Gesamtproduktion von Erdöl, NGL (Natural Gas Liquids) und Erdgas stieg 2002 um 7% auf 30,4 Mill. boe (barrel oil equivalent) - pro Tag im Jahresschnitt rund 83.000 boe (2001: 78.000 boe/d). Ende 2002 erreichte die OMV ihr angepeiltes Produktionsziel von 100.000 boe/d.
Auch hier geht das Wachstum rasant weiter: Im Jänner 2003 hat man für 300 Mill. Euro die internationalen E&P-Portfolios der TUI-Tochter Preussag Energie erworben, was als besonderes Asset zusätzliche sichere Reserven von 77 Mill. boe und eine zusätzliche Produktionsmenge von 20.000 boe pro Tag bringt. Im Schnitt soll die Eigenförderung heuer auf 115.000 boe/d, 2004 auf 120.000 boe/d hochgefahren werden. Davon sollen 40.000 boe/d oder ein Drittel aus Österreich kommen. Die heimische Förderung - "nach wie vor das beste Pferd im Stall"- wolle man auch künftig in dieser Höhe halten, so E&P-Vorstandsdirektor Helmut Langanger, der Zuwachs auf die für 2008 geplanten 160.000 boe/d kommt aus dem Ausland.
Für das laufende Jahr 2003 erwartet die OMV aus heutiger Sicht einen höheren Betriebserfolg (EBIT) und - nach den 322 Mill. Euro des Jahres 2002, aus denen eine niedrigere Dividende von 3,50 Euro ausgeschüttet werden soll - auch einen deutlich höheren Jahresüberschuss, erklärte Ruttenstorfer. Einiges spricht dafür, dass 2003 ein neues Rekordjahr werden könnte: Neben dem hohen Ölpreis - er sollte bald wieder sinken und wird im Schnitt für heuer bei 25 Dollar erwartet - profitiert die OMV zur Zeit auch von der seit dem 4. Quartal 2002 wieder deutlich gestiegenen Raffineriemargen. Sollte die Rotterdamer Referenzgröße im Gesamtjahr um 2 Dollar pro Fass zu liegen kommen, würde dies den Beitrag für das R&M-Ergebnis der OMV heuer auf das Doppelte verbessern können, so Ruttenstorfer.
Vorsichtiger ist er bei Gas und Chemie: Das gute Gas-EBIT des Vorjahres - 115 Mill. Euro - werde wegen Druckes auf die Preise kaum zu halten sein, in der Chemie dürfte trotz weiteren Mengenwachstums wohl nur etwa wieder das 2002er-Ergebnis - ein EBIT von 43 Mill. Euro - herauskommen.
)
)
)