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Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit vollzieht sich im heimischen Privatfernsehen gerade so etwas wie eine kleine Sensation. Während im ORF gerade wieder die Stühle auf dem First Class Deck umgestellt werden (also großflächige personelle Umstellungen in der zweiten Reihe anstehen), ist anderenorts ein Durchbruch gelungen. Denn die ProSiebenSat-Gruppe hat für ihre österreichischen Sender Puls4 und ATV einen beachtlichen Output-Deal mit Hollywood an Land gezogen. Sowohl mit Disney als auch NBC-Universal sind entsprechende Verträge abgeschlossen worden, hieß es. Zahlreiche Kinohits sowie Serien von ABC ("The Walking Dead") werden künftig nicht mehr im ORF, sondern auf den Sendern der privaten Gruppe laufen. Darunter keine Kleinigkeiten, etwa "Solo: A Star Wars Story", "Black Panther" oder "Captain Marvel", sowie mehr als hundert weitere Titel. Bereits im Vorjahr hat man bei Warner Brothers rund 50 Prozent der Blockbuster der Kinojahre 2016 bis 2019 erworben, darunter auch die "Harry Potter"-Fortsetzungen.
Das bedeutet, dass künftig nur mehr ein Teil der Hollywood-Ware im ORF laufen wird und somit der ORF in den kommenden Jahren weitere Marktanteile im ohnehin schwächelnden Sender ORFeins aufgegeben hat. Der Schritt mag aus ORF-Sicht finanziell alternativlos gewesen sein. Für Österreich bringt es einen weiteren Schritt der Normalisierung der Verhältnisse im Fernsehmarkt. Jahrzehnte zu spät natürlich, aber dennoch besser als nie.

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