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Pirinçci ist schuld

Von Edwin Baumgartner

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Die Buchhändlerin meines Vertrauens fragte ich nach "Deutschland von Sinnen". "Sie meinen den Pirinçci?" Sie sagt nicht "Pirinçci", sie sagt so, als würde sie jeden Buchstaben einzeln zwischen Daumen und Zeigefinger eingeklemmt aus dem Mund ziehen: "P-i-r-i-n-ç-c-i".

Die Buchhändlerin meines Vertrauens ist Kummer gewohnt mit mir, wenngleich Kummer anderer Art, der mit dem Auffinden bestimmter Werke von Alfred Döblin, Hanns Henny Jahnn und Peter Huchel oder, wie jüngst, von Peter Maiwald zusammenhängt. Im Gegenzug hat mir die Buchhändlerin meines Vertrauens manch einen Krimi empfohlen, und sie hat mich, wichtiger noch, auf Mircea Cartarescu aufmerksam gemacht.

Die Buchhändlerin meines Vertrauens reicht mir den Pirinçci. Ich sehe, dass sie mir keinen Pirinçci reicht, sondern einen "P-i-r-i-n-ç-c-i". Sie braucht nichts zu sagen, ich weiß auch so, wo ich in diesem Moment in ihrer Achtung angesiedelt bin.

Und jetzt hat mir, um in Pirinçcis Diktion zu verweilen, dieser Dreck ein Scheiß-Wochenende beschert. Ich mochte seine Katzen-Krimis, weil ich Katzen mag. Aber jetzt hat Pirinçci Katzen und Kotzen verwechselt. Meinetwegen, soll er was gegen emanzipierte Frauen, Immigranten und Homosexuelle haben. Aber muss er das in einer dermaßen kaputten Sprache rausrotzen, dass einem ob des stilistischen Unvermögens bei jedem zweiten Satz schlecht wird?

Am schlimmsten aber: Wegen diesem Mist bin ich in der Achtung der Buchhändlerin meines Vertrauens abgestürzt. Pirinçci ist schuld, wenn sie mir als Nächstes einen Paulo Coelho empfiehlt.