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Ausschreibungen, Stelleninserate sind eine gute Sache - wenn es darum geht, gute Mitarbeiter zu finden. Sie sind aber eine teure Farce, wenn es darum geht, die Objektivität bei der Postenbesetzung zu beweisen - denn sehr oft weiß man ja schon vorher ganz genau, wer es werden wird.
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Dennoch sind sie in vielen öffentlichen Bereichen vorgeschrieben. Unter dem Druck der Medien müssen Spitzenfunktionen ausgeschrieben werden: Museumsdirektoren, Theaterchefs, Posten im ORF, Geschäftsführer und und und.
Inzwischen weiß das ganze Land, dass solche Ausschreibungen fast nie ernst zu nehmen sind. Auch die dann tagenden Besetzungskommissionen entscheiden in Wahrheit nichts. Warum kehren wir nicht auch offen zur Ministerverantwortlichkeit zurück, schlug ein kluger Kopf kürzlich vor. Das "objektive" Versteckenspiel kostet nur Zeit und Geld. Vor allem melden sich die wirklich besten Kandidaten nie, wenn sie nicht dazu aufgefordert werden. Womit der Zweck von Ausschreibungen ad absurdum geführt ist.
Zur Politik gehört eben auch Führung und Mut.
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Apropos Kommissionen: Die sogenannte Rechtschreibreform zeigt, was schief gehen kann, wenn man Expertenkommissionen wirklich die Verantwortung überträgt. Technokraten ohne Verbindung zur Realität versuchten wie ein Sozialingenieur an der Sprache herumzuschrauben. Als ob sich diese per Dekret verordnen ließe. Sprache lebt, die Duden-Redaktion beobachtet und registriert sie: Das hat sich als viel sinnvoller erwiesen als pfuschende Kommissionen. Zum Glück kehren wir nun nach viel Lehrgeld wieder zum Duden zurück.
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So wie in Deutschland sind auch hierzulande die Kassen der Gewerkschaft nun absolut leer. Freilich: Wer tagtäglich an das Geld anderer heran will, wer ständig neue Forderung erhebt, wer eine Bank mit einem Casino verwechselt, der kommt nie auf die Idee, dass ständige Sparsamkeit die oberste Pflicht jedes Verantwortungsträgers ist.
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