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Der österreichische Feuerfest-Weltmarktführer RHI sieht nach der ersten Hälfte 2002 den Turnaround "eingeleitet" und hat deutlich mehr verdient. Im Vorjahr war das Unternehmen wegen des Asbestdebakels und seines maroden Geschäfts in den USA massiv in die Verlustzone gerutscht und nur knapp an der Insolvenz vorbeigeschrammt. "Wir haben die Krise Gott sei Dank überwunden", sagte Konzernchef Helmut Draxler am Dienstag vor Journalisten in Wien.
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Das Betriebsergebnis (EBIT), das im 1. Halbjahr um 61% auf 40,6 Mill. Euro stieg, hat sich laut Draxler "besser entwickelt als im Businessplan vorgesehen", obwohl die Konjunktur weiterhin nicht sehr gut laufe. Man habe Marktanteile zugewinnen und seine Weltmarktposition verbessern können, vor allem in Asien.
Für das Gesamtjahr 2002 rechnet der RHI-Konzern bei einem erwarteten Umsatz von rund 1,2 Mrd. Euro nach wie vor mit einem EBIT-Gewinn von 71 Mill. Euro und auch unter dem Strich - also nach Zinsen und Steuern - mit klar schwarzen Zahlen. Draxler ist "optimistisch, dass wir das auch erreichen", dank gut gefüllter Auftragsbücher bestehe die Hoffnung, die Zielgröße für das EBIT sogar zu übertreffen.
Weiterhin Priorität habe der Schuldenabbau. Den aktuellen Stand der verzinslichen Bankverbindlichkeiten bezifferte Finanzchef Eduard Zehetner mit 430 Mill. Euro. Bis Jahresende sollen die Schulden auf unter 400 Mill. Euro sinken. Zum Jahresende 2001 war RHI noch auf einem Schuldenberg von 1,07 Mrd. Euro gesessen. Wie berichtet, hatten die Gläubigerbanken in der Folge 400 Mill. Euro als Mezzaninkapital für die Dauer von fünf Jahren zins- und tilgungsfrei gestellt. Außerdem wurde eine Wandelanleihe begeben, die im Ausmaß von rund 115 Mill. Euro gezeichnet wurde. Zehetner ist zuversichtlich, im Zuge einer Privatplatzierung auch die restlichen geplanten 29,5 Mill. Euro über die Wandelanleihe erlösen zu können.
Wegen der Entkonsolidierung der US-Firmen im Vorjahr fiel der Umsatz mit 527,2 (nach 783) Mill. Euro insgesamt zwar deutlich niedriger aus, im vergleichbaren Bereich stieg er dennoch um gut 5%.
Noch mehr Freude macht den RHI-Managern, das die EBIT-Marge auf "international beachtliche" 9,2% stieg.
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