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Deutsche verfolgen den Wahlausgang - der hat auf Wahl am Sonntag keinen Effekt.
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Wien. Die "Piefke-Connection" von Jockel Weichert lud am Sonntag Nachmittag ihre bundesdeutschen Freunde und Bekannten zum "Piefke Wahl-Watching" an den Wiener Donaukanal ins Adria Wien. "Muss man hier Mitglied sein", fragt eine schüchterne deutsche Mittvierzigerin. Nein, nein, beruhigt sie Weichert. Jeder kann kommen. Weichert hat den Event organisiert. Der Schwabe lebt seit bald 14 Jahren in Wien. Er rief vor fünf Jahren die sogenannte Piefke-Connection ins Leben, lose zusammengewürfelte Menschen mit deutschem Migrationshintergrund. Hauptgrund war damals, endlich einmal Bier zu trinken und sich darüber freuen zu dürfen, wenn die deutsche Fußballmannschaft ein Tor schoss.
Etwa 50 Deutsche sitzen am Wahlabend inner- und außerhalb des Glaskubus am Kanal. Einer davon ist der fünfzigjährige Udo aus Hessen, der seit vier Jahren in Wien lebt und arbeitet und sich betont unaufgeregt von der Wahl und dem Event zeigt: "Es ist auf jeden Fall charmanter, als es zu Hause zu sehen. Aber um ehrlich zu sein, die österreichische Nationalratswahl in einer Woche interessiert mich mehr."
Bei der ersten Hochrechnung, die die CDU/CSU schon als Wahlgewinnerin festmacht, brandet Applaus auf. Speziell am Tisch von Anja und Marion, beide Ende vierzig, beide haben per Brief gewählt und beide sind trotz des Sonntags im "Business Casual". Der Sieg der CDU überrasche sie nicht, er freue sie, sagen die beiden. "Es hat ja auch keine Alternative gegeben", meint Marion. "Kritik an Europa bedeutet ja nicht, dass wirklich Alternativen aufgezeigt worden sind", heißt es mit einem Seitenhieb auf die Partei "Alternative für Deutschland".
Dass die Grünen verlieren, überrascht niemanden. Der Pädophilie-Skandal habe der Partei stark geschadet, die Kandidaten hatten es verabsäumt, sich davon zu distanzieren. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ist für Anja nur ein "Bauernopfer", das "keine Chance hatte". Marion differenziert: Steinbrück wäre ein "hervorragender Wirtschaftsminister", aber als Kanzler ungeeignet.
Der FDP weint hier niemand eine Träne nach. "Ooooooooooooh" und "Mei" - unüberhörbarer Sarkasmus kommt aus den Reihen, als die FDP-Spitze vor den Kameras die Niederlage einräumt.
Eine Analyse zeigt: FDP-Wähler haben diesmal mehrheitlich für die CDU gestimmt. "Ich glaube, es liegt auch an dem Wahlerfolg der CSU in Bayern vergangene Woche", erklärt ein Besucher. Es hätten sich einfach immer mehr gedacht: "Aach komm, scheiß drauf, dann halt Union."
Politologe Fritz Plasser sieht im deutschen Ergebnis keinen "Ansteckungseffekt" für Österreich. Es sei schon möglich, dass die Eliten von SPÖ und ÖVP die Ergebnisse ihrer Schwesterparteien positiv vermerken in der Hoffnung auf Pluspunkte für sich selbst. "Aber da sind sie ziemlich alleine. Das wird nicht auf die Wählerschaft übertragen."

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