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Seit die Grünen regieren durften, haben sie der Mehrheit ihren Willen oktroyiert

Von Gerhard Männl

Leserforum

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Nach Teilen ihrer Spitzenleuten würden die Grünen nun gerne auch den Großteil des Wahlvolk austauschen. Sie beginnen keine Katharsis. In ihrer Welt hat die Vorstellung, dass andere andere Vorstellungen haben könnten, keinen Platz. Für sie gibt es nur eine mögliche Vorstellung. Die ihre. Und es gibt nur Vorstellungen, denn weitreichende Ankündigungen wurden nie real umgesetzt. Umgesetzt wurden lokale Baumaßnahmen; Stein gewordene Zeugen ihrer Macht.
Dass nun Schmid, der Pilz` Stelle übernahm, medienwirksam "Lehrling" spielt, um zu erfahren, "was Lehrling ist", symbolisiert einen Boboismus, der keine Platz im Parlament haben darf.
Die Medien gehen gnädig mit dem selbstkreierten Chaos um. Andere Parteien, ohne den grünen Nimbus, würden öffentlich geschlachtet werden.

Der Krug, der so lange zum Brunnen geht, bis er zerbricht, symbolisiert den Verlust Eves Unschuld. Auch die Grünen verloren still und leise ihre Unschuld. Pilzens Ausscheren sollten sie nicht als Bedrohung sehen. Um Verluste abzuwenden - jedenfalls für den 15.10. - ist es zu spät. Sie könnten aber die Reaktionen des (Wahl)Volks auf Pilz`s Reagieren ernst nehmen und das, was einer Grün-Partei geziemt, versuchen: Ein Back to the Roots.