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Bade- und Campingurlauber blieben aufgrund des unbeständigen Wetters aus - das spürten vor allem Kärntens Hoteliers.
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Wien. Um Österreichs Seen machten viele Urlauber heuer einen Bogen und fuhren lieber in die Therme. Durch das wechselhafte Wetter in den vergangenen Monaten blieben vor allem in Bade- und Campingorten die Touristen aus. Ein deutliches Minus gab es in Kärnten, wo im August um elf Prozent weniger inländische Gäste als im Vorjahresmonat ihren Urlaub verbrachten. Die Nächtigungen im Bundesland sanken in der bisherigen Sommersaison um 4,9 Prozent, während sie in Österreich trotz des Schlechtwetters um 0,8 Prozent zulegten.
"Die Wetterkapriolen haben uns heuer besonders stark getroffen", sagt Barbara Tschöscher von der Landestourismusorganisation Kärnten Werbung. Deutliche Rückgänge gab es auch bei Campingurlaubern, die im Hochsommer ein Fünftel der Gäste in Kärnten ausmachen. Zudem buchen viele Urlauber im südlichsten Bundesland selbst und nicht über ein Reisebüro - doch auf kurzfristige Buchungen warteten die Hoteliers heuer großteils vergeblich. Viele potenzielle Badeurlauber aus Österreich blieben zu Hause oder flogen ans Meer. Dazu kam, dass einige Gäste vorzeitig nach Hause abreisten.
Die Zahl der deutschen Gäste in Kärnten blieb hingegen annähernd unverändert, und Hotels der Kategorien Vier-Stern-Superior und Fünf-Stern verzeichneten Zuwächse. Auch die Badehäuser - etwa am Millstätter See - waren über den Sommer gut ausgelastet. "Baden alleine ist als Angebot zu wenig", sagt Tschöscher. Daher soll die wetterunabhängigere Infrastruktur ausgebaut werden. Ein Beispiel sei der 690 Kilometer lange Weitwanderweg Alpe Adria Trail.
Nicht nur bei den Kärntner Tourismusbetrieben hinterlässt das Schlechtwetter im Sommer Spuren. Auch in Oberösterreich sind die Nächtigungen gesunken. Der Ausflugstourismus sei in einigen Regionen nahezu eingebrochen, sagt Tourismusobfrau Petra Nocker-Schwarzenbacher: "Baden, Radfahren und Campen waren in diesem Sommer leider nicht allzu oft möglich. Die Umsatzrückgänge einzelner Betriebe waren schmerzlich bis kaum verkraftbar." Die Nächtigungsergebnisse seien "ernüchternd".
Weniger russische und italienische Gäste
Aufgrund der angespannten politischen Situation zwischen der EU und Russland sanken die Nächtigungen von Russen in Österreich in der bisherigen Sommersaison um acht Prozent. Das statistische Minus drücke jedoch nicht die Tragweite einzelner Regionen aus, so Nocker-Schwarzenbacher: "Die Nächtigungs-Rückgänge in Wien, Salzburg, Graz sind zweistellig." Das trifft die Tourismusbetriebe hart, denn Russen gelten als ausgabefreudig. Rund die Hälfte steigt laut Österreich Werbung in Vier- und Fünf-Stern-Hotels ab.
Zahlenmäßig deutlich schwerer als das Minus bei russischen Gästen wiegt jedoch der Rückgang bei Nächtigungen von Italienern in der Sommersaison.
Gewinner waren dieThermen und Wien
Zu den Gewinnern der bisherigen Sommersaison zählten die Thermen und die Bundeshauptstadt Wien, wo die Nächtigungen heuer von Mai bis August um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zulegten. Die deutlichen regionalen Unterschiede seien ein "Wermutstropfen", teilt Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner mit.
Die Zahl der Ankünfte erreichte sowohl in der bisherigen Sommersaison als auch im Kalenderjahr einen Höchststand - die Aufenthaltsdauer sinkt jedoch weiter und liegt aktuell bei 3,6 Nächten. Die Nächtigungsbilanz des bisherigen Kalenderjahres fällt im Gegensatz zur bisherigen Sommersaison negativ aus: Die Übernachtungen von Jänner bis August sanken um 1,3 Prozent auf knapp 100 Millionen, wobei die Zahl ausländischer Gästenächtigungen deutlicher sank als jene inländischer Urlauber.
"Wenn man sich das Buchungsverhalten unserer Gäste ansieht, sieht man deutlich, dass Kurzfristigkeit und Wetterabhängigkeit eine immer größere Rolle spielen. Für unsere Betriebe stellt dies eine enorme Belastung dar, da es die Planbarkeit erschwert und in Folge die Kosten in den Betrieben steigen. So müssen die Betriebe immer häufiger größere Summen in die kurzfristige Werbung für die direkte Akquisition der Gäste investieren, damit die Zimmer nicht leer stehen", sagt Nocker-Schwarzenbacher.

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