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Madrid koppelt sich vom befürchteten Domino-Effekt ab. | Erfolgreiche Refinanzierung am Donnerstag. | Wien/Madrid. Griechenland, Irland und jetzt Portugal: Drei von ehemals vier Kandidaten zehren nun, wie prophezeit, von den Rettungstöpfen der EU. Doch was ist mit Spanien, dem vierten Land, welches das international vielzitierte Akronym "Pigs"-Staaten vervollständigte?
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Die geschmähten "Schweine-Staaten" wurden im deutschsprachigen Raum auch gern zu "Gips" verballhornt - Länder, die eine finanzielle Gehhilfe brauchen, weil sie sich nicht mehr allein auf den Finanzmärkten refinanzieren konnten: Da die neu ausgegebenen Staatsanleihen vielen Investoren zu heiß wurden, stiegen die Risikoaufschläge immer weiter - was äußerst teuer erkauftes Geld für den Staat bedeutet. Doch Spanien schert aus dieser Reihe aus: Am Donnerstag begab das Land eine dreijährige Anleihe (4,13 Milliarden Euro) mit einem durchschnittlichen Zinssatz von rund 3,5 Prozent - das ist ein geringerer Risikoaufschlag als noch vor einem Monat (mit damals 3,6 Prozent) für spanische Anleihen.
Ein Überspringen der Krise von Portugal auf Spanien sei "absolut ausgeschlossen", meint die spanische Wirtschaftsministerin Elena Salgado. Und das, obwohl Spanien am Vorabend seine Wachstumsprognosen wegen der steigenden Zinsen und Ölpreise für die kommenden Jahre senken musste. Doch den Investoren und Analysten scheint dies nichts auszumachen. Die Ansteckungsgefahr in der sogenannten Euro-Peripherie scheint gebannt, ist die einhellige Meinung. Zu verdanken sei das zum Teil Portugal, das Mittwochabend um Hilfstransfers aus dem EU-Rettungsschirm angesucht hat. Und Spanien stehe mit seinen Wirtschaftsreformen und Sparprogrammen relativ stabil da. Die Staatsverschuldung liegt unter 70 Prozent und ist damit geringer als jene von Deutschland oder Österreich.
Portugal dazu gedrängt
"Ich bin mir nicht sicher, ob Portugal diese Hilfe überhaupt gebraucht hätte, wenn es nicht ständig Diskussionen um den Euro und dessen potenzielle Schwächung gegeben hätte. Das hat viel Verunsicherung in den Markt gebracht", sagt der Chefökonom der Bank Austria, Stefan Bruckbauer, zur "Wiener Zeitung". Er erinnert daran, dass die Politik vor eineinhalb Monaten Portugal buchstäblich angefleht habe, endlich den Rettungsschirm in Anspruch zu nehmen. "Da haben die EU-Politiker den größten Rettungsschirm aller Zeiten ausgehängt (mit einem Anfangsvolumen von 750 Milliarden Euro, abzüglich der Irland-Hilfen stehen noch immer 680 Milliarden Euro bereit, Anm.) und dann erscheint er nicht notwendig. Dabei hat sich die Politik schon den Zorn der Steuerzahler zugezogen, jetzt ist es notwendig, es so zu präsentieren, als würde der Schirm auch gebraucht", glaubt Bruckbauer.
Ob Spanien sich noch selbst retten konnte oder doch unter den Rettungsschirm muss, hänge von der "Glaubwürdigkeit der Politik" ab, so Bruckbauer. "Es besteht die Gefahr, dass es - wenn die Portugal-Hilfe nicht fachgerecht und ruhig abläuft - wieder eine Euro-Diskussion gibt." Nachsatz: "Am Ende des Tages sind alle Länder in der Eurozone peripher." Ein ausreichendes Maß an Aufregung vorausgesetzt, könne es jeden treffen.
Widersprüche in Politik
Die Politik sei oft keine große Hilfe. "Einerseits wird gesagt, dass kein Land pleitegehen darf. Andererseits werden den Ländern für die Inanspruchnahme des Hilfsfonds Bedingungen auferlegt - mit der Drohung, ihnen das Geld wegzunehmen, falls sie die Ansprüche nicht erfüllen. Womit sie pleitegehen würden", so Bruckbauer. Die Investoren der Anleihen selbst - vor allem Banken und Pensionsfonds - hätten vielleicht gar keinen Zweifel, dass das Land die Anleihe bedienen kann, "wollen aber verhindern, kurzfristige Wertberichtigungen vorzunehmen." Da werden die Anleihen sicherheitshalber verkauft, "und der Stress geht von vorne los."
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