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Niederösterreich und Oberösterreich starten Kooperation. | Ländertreffen mit Minister Stöger noch in dieser Woche. | Wien. Der Zeitpunkt dürfte nicht zufällig gewählt worden sein. Am Montag verkündeten die Länder Oberösterreich und Niederösterreich die erste bundesländerübergreifende Krankenhauszusammenarbeit. Ein Kooperationsvertrag zur nuklearmedizinischen Versorgung wurde abgeschlossen. So wird das Institut für Nuklearmedizin an der Landes-Nervenklinik in Linz für drei niederösterreichische Spitäler Untersuchungen für Krebspatienten und für neurologische Patienten bei Parkinson und Demenz anbieten.
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Damit sollte wohl wenige Tage vor einem Treffen zwischen Landesgesundheitsreferenten und Gesundheitsminister Alois Stöger jenen Kritikern der Wind aus den Segeln genommen werden, die im Zusammenhang mit dem Gesundheitswesen immer wieder die mangelnde überregionale Kooperation beklagen.
Als "berühmtes" Beispiel werden dabei immer die Krankenhäuser Hartberg und Oberwart genannt. Sie haben jeweils eine Geburtenstation und sind nur 20 Kilometer voneinander entfernt. Sie liegen aber in der Steiermark beziehungsweise im Burgenland. Beide Länder lehnten es bisher ab, auf die jeweilige Station zu verzichten. Auch Kittsee im Burgenland und Hainburg in Niederösterreich sind nur wenige Kilometer voneinander entfernt, leisten sich aber zwei Spitäler mit eigener Chirurgie und Innerer Medizin.
Statt vier Neubauten nur zwei empfohlen
Mangelnde überregionale Planung und unnötige Kosten sehen Gesundheitsexperten auch bei den niederösterreichischen Spitalsneubauten in Baden und Mödling sowie in Wiener Neustadt und Neunkirchen. In Studien wurde jeweils ein Neubau - in einem Fall in Seebenstein in dem anderen Fall in Guntramsdorf - empfohlen. Die Argumente dabei waren die höhere Wirtschaftlichkeit und die bessere Verkehrsanbindung. Die Vorschläge fruchteten allerdings nicht.
Druck auf die Länder kam zuletzt von den Krankenkassen. Sie drängen darauf, künftig bei den Spitälern, der Planung und den Ausgaben mitreden zu können. "Immerhin zahlen die Krankenkassen etwa vier Milliarden Euro. Es sei untragbar, dass man als Hauptzahler überhaupt nichts sagen könne", erklärte gestern Ingrid Reischl, Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse. Sie gab sich aber optimistisch, dass die Spitalsreform diesmal klappen könnte - bis 2013 könnte sie stehen. Jedenfalls brauche es eine zentrale Steuerung und Planung des Spitalsangebots in ganz Österreich. Reischl schlägt vor, die Spitzenversorgung zu bündeln, die Basisversorgung am Land aber zu belassen.
"Wir wollen bis zum nächsten Finanzausgleich eine Lösung", hieß es aus dem Gesundheitsministerium auf Anfrage der "Wiener Zeitung". Am geplanten Kassensturz über die Spitäler bis Ende März wird festgehalten. Dazu zählen nicht nur die Abrechnung des laufenden Betriebes, auch Schulden und künftige Investitionen sollen einfließen. Ziel: Die Kosten sollen vergleichbar werden.
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