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Staatsdruckerei investiert kräftig

Von Sissi Eigruber

Wirtschaft

Die Österreichische Staatsdruckerei (ÖSD) wird 2002 mit über 7 Mill. Euro (100 Mill. Schilling) die größte Investition der letzten 30 Jahre tätigen, kündigten Geschäftsführer Manfred Paula und Aufsichtsratsvorsitzender Johannes Strohmayer am Donnerstag an. Am neuen Standort im 23. Bezirk sollen insbesondere durch eine Erhöhung des Exportanteils Umsatzzuwächse im zweistelligen Bereich erzielt werden. Für 2003 wird ein Going Public am Börseplatz Wien überlegt.


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Seit mehr als 100 Jahren sei die ÖSD im Haus am Rennweg untergebracht, da mache sich auch etwas Wehmut breit, sagte Strohmayer. Dafür biete der neue Standort in Wien-Inzersdorf bessere Produktionsbedingungen, da der ganze Produktionsablauf auf einer Ebene stattfinden würde, und nicht wie jetzt in sechs Stockwerken.

Das Grundstück in der Tentschertstraße wurde um 5,8 Mill. Euro (80 Mill. Schilling) von der ÖIAG erworben und umfasst rund 15.000 m². Rund 1,45 Mill. Euro (20 Mill. Schilling) werden in den Umbau und neue maschinelle Ausrüstung gesteckt. Finanziert werden Grundstück, Umbau und neue Maschinen zu 70% aus dem Cash-flow und zu 30% von der CA Leasing. Der Umzug soll bis zum Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

Die ÖSD erzielte zuletzt einen Umsatz von 26 Mill. Euro (358 Mill. Schilling), bei einer Umsatzrendite von 10%. Je ein Drittel des Geschäfts entfällt auf Briefmarken, den Sicherheitsdruck für in- und ausländische Behörden und auf spezielle Druckerzeugnisse wie Lotterielose oder Einkaufsgutscheine. Neben der ÖSD gebe es in Europa nur fünf bis sechs andere Sicherheitsdruckereien, die mit vergleichbarer Qualität produzieren, so Strohmayer. Wachstum und Technologie sollen weiterhin die Schwerpunkte der ÖSD bleiben. "Der Sicherheitsdruck wird immer mehr zu einem EDV-bestimmten Produkt", erläuterte Strohmayer die Entwicklung.

Zu den Sicherheitsdruckwerken der ÖSD gehören zum Beispiel Reisepässe für verschiedene Länder, das Schengener Visum und Führerscheine. Allein der österreichische Reisepass sei mit 48 Sicherheitsmerkmalen ausgestattet. Rund 50 Länder habe die ÖSD schon mit Briefmarken beliefert, die im Übrigen immer wieder Auszeichnungen bekommen würde, betonte Strohmayr.

Privatisierung durch ÖIAG - Staatsdruckerei alt und neu

Die jetzige ÖSD ist der ehemalige "Wert- und Sicherheitsdruck" der Staatsdruckerei, der unter der ÖIAG im Vorjahr privatisiert wurde. Im Jänner 2001 wurde die ÖSD zu 100% von der Mittelstandsbeteiligungsfirma Euro Capital Partners übernommen. Als zweite Ausgliederung wurde im Dezember 2001 die Strohal-Druckerei von der ÖIAG an eine Finanzgruppe rund um die Spezialbank Investkredit verkauft.