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Am Sonntag wird Russlands Präsident Wladimir Putin in seine zweite Amtszeit gewählt. Seine ungebremste Popularität in der russischen Bevölkerung beruht auf deren Sehnsucht nach Stabilität und wirtschaftlichem Aufschwung. Putins gelenkte Demokratie ist ein Preis, den sie bereit ist, dafür zu bezahlen.
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Der Sieg Putins gegen fünf chancenlose Gegenkandidaten ist sicher. Während die westliche Welt und Menschenrechtsgruppen den autokratischen Führungsstil des ehemaligen sowjetischen Geheimagenten zum Teil mit Sorge betrachten, genießt er in seinem Land Popularitätswerte (laut Umfragen gut 80 Prozent) wie kaum ein Politiker auf der Welt. Dass er die wichtigsten Ämter in der russischen Regierung mit seinen Vertrauensmännern besetzt und die drei Fernsehsender des Landes vom Staat kontrollieren lässt, sieht die Bevölkerung großteils gelassen. Putins Vorgehen gegen die Oligarchen - wie zuletzt die Festnahme des Yukos-Chefs Michail Chodorkowski - findet bei vielen Russen dagegen sogar Anklang. Diese Privatisierungsgewinnler der Ära Jelzin sind der - trotz 7,3-prozentigem Wirtschaftswachstum 2003 - zum Großteil darbenden Bevölkerung sowieso ein Dorn im Auge.
Eine Lenkung der Demokratie scheint der russischen Mehrheit ein vernünftiger Preis für Ordnung und Stabilität zu sein. Umso mehr, als die ungelenkte demokratische Phase der 90er Jahre unter Boris Jelzin einen schalen plutokratischen Nachgeschmack bei den meisten Russen hinterließ.
Putin gilt als unbestechlich und ausschließlich den Staatsinteressen verpflichtet. Auch die jüngste überraschende Kabinettsumbildung gilt selbst bei Kritikern des Präsidenten als Stabilitäts-Clou. Dem neuen Premier Michail Fradkow wird gleichzeitig hohe Wirtschaftskompetenz und große Affinität zu den Angehörigen des Sicherheitsapparats nachgesagt.
Angesichts ihrer Aussichtslosigkeit haben die wenigen in Russland öffentlich auftretenden Putin-Gegner - wie Liberalen-Chef Grigori Jawlinski oder Schach-Genie Garri Kasparow - zu einem Wahlboykott aufgerufen, und verschieben all ihre Hoffnungen auf die nächste Präsidentenwahl 2008.
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