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Stärken und Schwächen erkennen

Von Rosa Eder

Wirtschaft

Die neuen Eigenkapitalvorschriften für Banken ("Basel II") sehen vor, dass jedes Geldinstitut ein internes Ratingverfahren zur Feststellung der Bonität der Kreditnehmer nachweisen muss. Für die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) ist dies kein Problem - hier werden schon seit 1998 Ratings erstellt, die den Anforderungen von Basel II gerecht werden.


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Die neuen Regeln sollen zwar erst ab 2007 zwingend umgesetzt werden, die Banken beschäftigen sich aber schon seit geraumer Zeit damit. In der BA-CA gibt es ab sofort mit der "RatingBeratung" für die 12.000 Firmenkunden mit einem Jahresumsatz über 1,5 Mill. Euro einen neuen - kostenlosen - Service. Kunde und Bank arbeiten dabei eng zusammen. Ziel ist eine bessere Bonität, die sich in der BA-CA in 28 Stufen von von 1+ bis 10 darstellt und durchaus mit den Ratingskalen von Standard & Poor's oder Moody's vergleichbar ist.

Berechnet wird eine einjährige Ausfallswahrscheinlichkeit. Das Gesamtrating setzt sich aus einem Bilanzrating und einem qualitativen Rating, bei dem auch "soft facts" - wie etwa das Informationsverhalten eines Unternehmens - beurteilt werden, zusammen. Das Bilanzrating macht 55 bis 75% des Bonitätsurteils aus und erhält mehr Gewicht, je größer ein Unternehmen ist. Umgekehrt ist das qualitative Rating für 25 bis 45% des ermittelten Bonitätswertes verantwortlich. Die Ratings werden mindestens einmal im Jahr erstellt.

Bei der Festlegung des Kreditzinssatzes sei das Rating nur eines von mehreren Kriterien, betonte Regina Prehofer, Bereichsvorstand Firmenkunden in der BA-CA, gestern vor Journalisten. Für das Pricing seien u. a. die Sicherheiten, die ein Unternehmen bietet, von Bedeutung.