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Start der Wissenschaftsrakete

Von Petra Tempfer

Wissen
Elite-Forschung im Grünen an der Universität der Zukunft. Foto: Ista/Tesar

Die ersten Teams sind aufgestellt. | Im Zentrum: Wissenschaftliche Zusammenarbeit. | Maria Gugging. "Die neunmonatige Schwangerschaft ist vorüber, endlich ist Geburtstermin", jubiliert Haim Harari, Vorsitzender des Exekutivausschusses des Institute of Science and Technology Austria (Ista) auf einer Pressekonferenz am Donnerstag. Der Abriss der Spitalsgebäude der ehemaligen Landesnervenklinik auf dem Gelände in Maria Gugging bei Klosterneuburg (Niederösterreich) ist beendet, die ersten Bautätigkeiten der neuen Elite-Universität haben bereits begonnen.


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Im Oktober 2007 haben die letzten Patienten das Spital verlassen, im Vormonat wurde der gebürtige Kalifornier Tobias Bonhoeffer als erster Präsident des Ista vorgeschlagen. Der weltbekannte Hirnforscher war zuvor Direktor am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried bei München. Bevor die ersten wissenschaftlichen Arbeiten in Maria Gugging beginnen, müssen er, sein Team und sein Labor fertig übersiedelt sein, was mehrere Monate in Anspruch nehmen kann.

Bonhoeffer wurde nach seiner Bestellung mit Kritik konfrontiert: Vor einigen Jahren hat er Tierversuche am Max-Planck-Institut durchgeführt. Harari betont, dass Tierversuche speziell in der medizinischen Forschung notwendig seien- auch am Ista werde es, wenn nötig, Tierversuche geben.

Fünf verschiedene Forschungsgruppen sind bereits festgelegt, die genaue Vergabe der Positionen muss noch bestimmt werden. Das Ista ist der theoretischen und experimentellen Grundlagenforschung gewidmet.

Rundum-Erneuerung

Für die Bautätigkeiten am Campus-Gelände besteht ein klarer Plan: Bis 2016 soll die Vision Wirklichkeit geworden sein. Das ehemalige Administrationsgebäude des Spitals wurde nicht abgerissen, es soll nach einer Rundum-Erneuerung das Verwaltungsgebäude bleiben. Auch das Hauptgebäude darf stehen bleiben und wird renoviert.

Erst am computeranimierten Bauplan existieren die Vortragshalle, die 200 Studenten Platz bieten soll, ein Seminar- und Konferenzzentrum, ein Gästehaus und die Forschungsräume. Insgesamt sollen 12.000 Quadratmeter Gelände bebaut werden. Auch an der neuen Zufahrtstraße und der Infrastruktur wird gearbeitet- für die Strecke zwischen Maria Gugging und Wien ist ein Shuttle-Bus geplant.

Am Plan ganz oben steht die Fertigstellung des Laborgebäudes mit 4000 Quadratmeter Nutzfläche bis 2010. Es soll einem Glas-Pavillon gleichen und wird durch eine Brücke mit dem Hauptkomplex verbunden sein- genauso wie die anderen Gebäude des Campus. "Die Brücken stehen für Zusammenarbeit", erläutert Harari, sie sollen zum Ort der Zusammenkunft der Wissenschafter werden. Nicht nur, um fachzusimpeln, sondern auch, um in Cafeterias gemeinsam Kaffee zu trinken.

Mit dem Ista "startet eine Wissenschaftsrakete für Niederösterreich", sagt Landeshauptmann Erwin Pröll. Für das Institut seien insgesamt 150 Millionen Euro vorgesehen. Das Gelände in Maria Gugging biete neben den Uni-Gebäude noch genügend Platz: Etwa für die Ansiedelung diverser Unternehmen, um einen Konnex zwischen Wissenschaft und Wirtschaft herzustellen.

Der Bund unterstützt das Institut mit 290 Millionen Euro in den ersten zehn Jahren. Das Ista sei laut Hahn am besten Weg, "unter den Besten der Besten in der globalen Champions League mitzuspielen".