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Stress und Haltung als "gewaltiges" Problem

Von Stefan Melichar

Wirtschaft

Welche Beschwerden sind auf den Job zurückzuführen? | Umschulungen für Allergiker. | Wien. Durch den Wandel der Arbeitswelt ändern sich auch die typischen Berufskrankheiten. Erkrankungen in Folge von Stress sind im Vormarsch. Sollten diese wie etwa auch Haltungsschäden offiziell als Berufskrankheiten anerkannt werden, rechnen Experten mit einer deutlichen Steigerung der Fallzahlen.


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Stress scheint ein "gewaltiges" Problem zu sein, heißt es bei der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA), die rund 4,4 Millionen Erwerbstätige, Schüler und Studenten gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert. Psychische Erkrankungen seien immerhin einer der wichtigsten Gründe für den Eintritt in eine Invaliditätspension, so die Experten.

In einigen skandinavischen Ländern gelten derlei Beschwerden bereits jetzt als Berufskrankheiten. Laut AUVA ergibt sich dabei aber immer das Problem der Nachweisbarkeit. Schließlich sei es schwierig festzustellen, welcher Teil der Beschwerden auf die Arbeit und welcher auf andere Faktoren zurückzuführen ist.

Psychische Probleme in Folge von Stress gelten nicht als Berufskrankheit. Foto: bilderbox

Ähnliches gilt für Haltungsschäden. Diese sind in Deutschland als Berufskrankheiten anerkannt. Dort würden die zuständigen Stellen aber genau über diese Schwierigkeiten bei der Begutachtung klagen, weiß man bei der AUVA.

Harmonie in der EU

Dennoch gehen die Experten davon aus, dass auch in Österreich kaum ein Weg an der Aufnahme von psychischen Krankheitsbildern und Erkrankungen des Haltungsapparates in die Liste der Berufskrankheiten vorbeiführt.

Wahrscheinlich dürften Harmonisierungsbestrebungen in der EU hier eine wichtige Rolle spielen, heißt es. Bei der AUVA glaubt man, dass die Anerkennung innerhalb der kommenden fünf Jahre erfolgen wird.

Ein Gutteil der aktuellen Fälle von Berufskrankheiten sind Hörschäden, Hautkrankheiten und allergisches Asthma. Wenn der Betroffene in seinem Job zwangsläufig mit Substanzen in Berührung kommt, die bei ihm Allergien verursachen, kann er sich von der AUVA eine Umschulung finanziert lassen.

Häufig ist das etwa bei Friseuren der Fall, was mit ein Grund dafür ist, dass - trotz der hohen Beliebtheit als Lehrberuf für Mädchen - das Wiener Arbeitsmarktservice eigenen Angaben zufolge "jederzeit" Friseurinnen vermitteln könnte.

Sonst trifft es zum Beispiel Tischler und Floristen. Bäcker mit Mehlallergie sind laut den Experten ebenfalls keine Seltenheit.