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Taliban drohen USA mit Anschlag

Von WZ-Korrespondentin Agnes Tandler

Politik

Pakistan-Flügel bekennt sich auch zum Sturm auf die Polizeischule. | Neu Delhi. Der Führer der pakistanischen Taliban, Baitullah Mehsud, will den Terror bis in die amerikanische Hauptstadt tragen: "Bald machen wir einen Angriff auf Washington, der die ganze Welt in Erstaunen versetzten wird", verkündete der Kommandeur der Terrortruppe am Dienstag großspurig.


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Zuvor hatte er zugegeben, dass seine Organisation die achtstündige Belagerung und Geiselnahme in einer Polizeischule bei Lahore organisiert hat, bei der am Vortag nach offiziellen Angaben 13 Menschen starben und mehr als 100 verletzt wurden. "Solche Attacken werden weitergehen, bis die pakistanische Regierung aufhört, die USA zu unterstützen", erklärte er.

In der letzten Woche hatten die USA ein Kopfgeld von fünf Millionen US-Dollar auf Mehsud ausgesetzt. Seine etwa 20.000 Mann starke Terrortruppe soll auch Verbindungen zu al-Kaida haben. Bislang operierte sie vor allem in den Grenzprovinzen zu Afghanistan und arbeitet eng mit den dortigen Taliban zusammen. Dass die Taliban-Armee von Mehsud jedoch in der Lage ist, internationale Ziele anzugreifen, ist zu bezweifeln. Mehsud, der gern Kontakt mit den Medien pflegt, sich aber weder filmen noch fotografieren lässt, soll selbst in Süd-Waziristan leben. Der Veteran des Jihads gegen die Sowjetunion in den 1990er Jahren fiel erstmals 2004 Sicherheitsexperten und Geheimdiensten auf: In jenem Jahr begann er eine brutale Kampagne gegen das pakistanische Militär in Waziristan, in der er viele der mörderischen Guerilla-Taktiken des Afghanistan-Krieges mit Erfolg anwandte. Mehsud wird auch beschuldigt, die pakistanische Politikerin Benazir Bhutto ermordet zu haben. Er bestreitet dies.

"Rache für US-Angriffegegen Pakistan"

Der Anschlag auf die Polizeischule sei die Rache für die fortwährenden Drohnen-Angriffe der Amerikaner, erklärte Mehsud. Die USA überziehen die unwirtlichen Regionen zu Afghanistan im Moment mit einer Luftoffensive, um dort Terrorverstecke zu bombardieren. Die Taliban beunruhigt die neue Kampfansage von US-Präsident Barack Obama, Pakistan müsse die Terrornetzwerke im Land stören und besiegen.

Doch die harten Töne aus Washington sind nicht der einzige Grund, den Mehsud und seine Terrorarmee Amok laufen lässt. Sie fühlen sich von der Regierung hintergangen, die im Swat-Tal einen Friedensdeal mit einer lokalen Talibangruppe um Maulana Sufi Mohammend geschlossen hat, um die Taliban-Bewegung zu spalten. Mehsud und seine Kämpfer sind mit Maulana Sufi verfeindet.