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Spekulationsinstrumente mit Versicherungen auf Anleihen, sogenannte CDS, können über Wohl oder Weh eines Staates mitentscheiden.
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Drei-Buchstaben-Kürzel wie CDS und ABS sind für viele gemeinsam mit Namen wie Lehman Brothers zu Synonymen der Finanzkrise geworden. Während "Asset Backed Securities" (ABS), kompliziert strukturierte Produkte, bei denen oft risikoreiche Anlagen zu einem Paket verschnürt wurden, von vielen Investoren noch kritisch gesehen werden, ist das Interesse an CDS-Produkten wieder gestiegen.
Bei diesen "Credit Default Swaps" wird eine Art Versicherung auf das Risiko verkauft, dass der Begeber einer Anleihe seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Dieser Ausfall wird im Englischen "default" genannt.
Je schlechter die Bonität des Emittenten der Anleihe, desto höher der Preis für eine solche Versicherung, die oft von Banken oder großen Investmenthäusern verkauft und von Spekulanten gekauft wurde, die mit den Schwankungen der Risikoaufschläge, auch "Spreads" genannt, Geld verdienen konnten. Während vor der Finanzkrise solche Spekulationen vor allem mit CDS auf Unternehmensanleihen erfolgten, zeigt die Höhe der Aufschläge mittlerweile "wie die Marktteilnehmer die Bonität eines Landes einschätzen", erläutert Martin Bruckner, Vorstand der Allianz Investmentbank.
Im Fall von Griechenland heißt das, dass Investoren für einen CDS auf Staatsanleihen derzeit knapp 300 Basispunkte oder drei Prozent (ein Basispunkt entspricht einem Hundertstel Prozentpunkt) des CDS-Nominalwertes über dessen Laufzeit an den Verkäufer zahlen. Zum Vergleich: Zu Beginn des Jahres waren die CDS-Spreads für griechische Staatsanleihen auf über 400 Basispunkte geschossen, während sie vor der Finanzkrise bei knapp 50 Basispunkte gelegen waren.
Tschechiens Risiko fast auf Österreich-Niveau
Solche Kredit-Derivate auf österreichische Staatsanleihen liegen derzeit bei etwa 40 Basispunkten, haben damit aber noch nicht das Vorkrisenniveau von knapp 10 Basispunkten erreicht.
Österreich zählt neben Deutschland, Frankreich, Finnland, den Niederlanden und Luxemburg zu jenen sechs Ländern der Eurozone, die von Rating-Agenturen als Staaten mit höchster Bonität eingestuft werden.
Diese Einstufungen spiegeln sich in der Anleihenrendite wider, die derzeit für 10-jährige österreichische Staatsanleihen bei 3,4 Prozent liegt. Für ähnliche Schuldverschreibungen bezahlt die griechische Regierung derzeit einen Zinssatz von 6,5 Prozent, da ihre Zahlungsfähigkeit schlechter eingestuft wird.
Dennoch würden viele Investmenthäuser ihren Kunden nicht raten, alles auf griechische Staatsanleihen zu setzen, denn obwohl ein Staatsbankrott als unwahrscheinlich gesehen wird, bleibt ein Restrisiko.
Sicherere und langfristig stabilere Erträge sieht die Allianz in Osteuropa, wo Anleihenrenditen zumeist über jenen in Westeuropa liegen, die staatlichen Defizite jedoch geringer sind. Diese Einschätzung schlägt sich auch auf dem CDS-Markt nieder, wo die "Spreads" derzeit durchgehend unter 200 Basispunkten liegen - und damit unter dem Niveau einiger westeuropäischer Staaten. Die Tschechische Republik liegt mit rund 50 Basispunkten sogar fast auf österreichischem Niveau. Während der Finanzkrise sind die Risikoaufschläge in Osteuropa teils bei 600 Basispunkten und mehr gelegen.
Befürworter von Spekulationen mit CDS sind der Ansicht, dass solche versicherungsähnlichen Produkte notwendig sind, damit sich Investoren sicher fühlen können, gewissen Firmen oder Staaten Geld zur Verfügung zu stellen. Kritiker sehen in diesem Markt, der weltweit ein Volumen von rund 55 Billionen US-Dollar hat, einen Verstärker der Finanzkrise und der Währungsschwankungen.

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